Bauchkrämpfe – Was tun?

Wichtiger Hinweis: Der nachfolgende Artikel kann einen Besuch beim Arzt NICHT ersetzen! Der Text enthält lediglich allgemeine Informationen, für die keine Richtigkeit garantiert werden kann.

1) Beschreibung des Krankheitsbildes

Krämpfe im Bauch sind nicht nur äußerst unangenehm, sie können auf Dauer auch zu einer psychischen Belastung werden. Sie entstehen durch krampfhaftes Zusammenziehen der Muskeln in den verschiedenen Verdauungsorganen. Auch die Bauchdecke ist bei lange anhaltenden Krämpfen im Bauch sehr häufig stark gespannt. Von einer Kolik wird gesprochen, wenn die Krämpfe im Wechsel stärker und wieder schwächer werden.

Häufig gehen die Bauchkrämpfe mit zusätzlichen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Fieber oder Blutungen einher. Gerade bei kolikartigen, lange andauernden oder besonders starken Bauchkrämpfen sollten die Ursachen der Beschwerden unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Er kann die Gründe für die Krämpfe durch gezieltes Befragen und Untersuchen des Betroffenen am Besten bestimmen.


2) Ursachen

Einen großen Überblick über die 10 häufigsten Ursachen für Bauchkrämpfe finden Sie hier:

Bauchkrämpfe können diverse Ursachen haben. Oft treten sie in Verbindung mit unterschiedlichen anderweitigen Erkrankungen auf, sie können aber auch durch Stress, Anspannung, Leistungsdruck, zu viel Alkohol oder Nikotin, eine falsche Ernährungsweise, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien hervorgerufen werden. Der Darm bewegt sich im Normalfall permanent, um Nahrung zu transportieren und zu verdauen. Diese andauernde Aktivität wird mit dem medizinischen Fachausdruck „Darmperistaltik“ bezeichnet.

Ist die Verdauung gestört, so kann die Peristaltik nachhaltig beeinträchtigt werden. In der Folge treten krampfhafte Bauchschmerzen auf. Die Gründe dieser Beeinträchtigung können vielfältiger Natur sein. So können die Ursachen von leichter emotionaler Anspannung über Allergien, bakterielle Infektionen und Durchfallerkrankungen bis hin zu ernsthaften Darmkrankheiten reichen.

Eine weitere mögliche Ursache für Bauchkrämpfe ist eine Bandwurm-Infektion oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Des Weiteren leiden Frauen und junge Mädchen häufig während ihrer monatlichen Regelblutung unter starken Unterleibskrämpfen.

Bauchkoliken werden in den meisten Fällen von Steinen verursacht, die sich beispielsweisen in den Nieren oder in den Gallenwegen befinden. In jedem Fall ist es äußerst wichtig, die jeweilige Ursache für Krämpfe im Bauch ausfindig zu machen, damit die Behandlung der Symptome stets auf die vorliegende Erkrankung ausgerichtet werden kann.

3) Ungefähre Dauer der Krankheit/Beschwerden

Die Dauer der Beschwerden kann je nach zugrunde liegender Erkrankung von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen oder gar Monaten reichen. Halten die Krämpfe länger als drei Tage an, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Lassen die Beschwerden auch nach mehreren Wochen nicht nach, könnte eine ernsthafte oder chronische Erkrankung vorliegen und eine medizinische Behandlung unabdingbar sein.


4) Vorbeugemöglichkeiten

Vorbeugend unterstützt eine gesunde, nicht belastende Ernährungsweise das Entstehen von Bauchkrämpfen. Diese sollte wenig Fett oder blähende Speisen beinhalten. Das Einschränken des Konsums alkoholischer Getränke ist ebenfalls ratsam. So werden die Verdauungsorgane dauerhaft geschont und damit vor Überlastungen oder Entzündungen bewahrt. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, viel zu trinken (mindestens zwei Liter am Tag), regelmäßig Sport zu treiben und ausreichend Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Auf diese Weise wird eine geregelte Darmbewegung gefördert und somit einer Verdauungsstörung vorgebeugt.

Was kann man gegen Bauchkrämpfe tun?

5) Schulmedizin
In den meisten Fällen bedürfen Bauchkrämpfe keiner besonderen Therapie, da sie fast immer harmlos sind. Ist dennoch eine medikamentöse Behandlung notwendig, so ist diese stets auf die vorliegende Erkrankung ausgelegt. Gerade bei lange andauernden, sehr starken oder kolikartigen Krämpfen ist es unbedingt notwendig, die genauen Ursachen für die Beschwerden zu kennen. Genügen bei „schlichten“ Verstopfungen häufig schon einige abführende Maßnahmen, so kann es bei ernsthaften Darminfektionen nötig sein, Antibiotika einzunehmen. Liegen Gallen- oder Nierensteine oder auch ein Darmtumor als Ursache für die Bauchkrämpfe vor, so ist eine Operation häufig die einzig richtige Behandlungsmethode.

Neben der Therapie der zugrunde liegenden Ursachen für die Bauchkrämpfe ist es darüber hinaus oft notwendig, auf sogenannte „symptomatische“ Behandlungsmaßnahmen zurückzugreifen. Diese bekämpfen zwar nicht die Ursachen der Erkrankung, lindern dafür aber die damit einhergehenden Beschwerden. Bei sehr starken Krämpfen im Bauch werden häufig sogenannte Spasmolytika – krampflösende Mittel wie beispielsweise Butylscopolamin – eingesetzt. Auch auf die Darmmuskulatur entspannend wirkende Medikamente wie Mebeverin können zur Linderung der Schmerzen beitragen.

6) Hausmittel

Was wirklich hilft bei starken Bauchkrämpfen können Sie hier nachlesen:

Mit einigen Hausmitteln lassen sich unangenehme Krämpfe im Bauch häufig schon nach kurzer Zeit in den Griff bekommen. Etwas Ruhe und Entspannung und eine Tasse Tee – im besten Fall Pfefferminz-, Kamillen- oder Fencheltee – wirken oft Wunder und lassen die Schmerzen schon nach kurzer Zeit verschwinden. Auch eine Wärmflasche oder ein heißes Bad helfen dabei, den Darm zu entkrampfen und lindern somit die Beschwerden.

Werden die Krämpfe von Fieber und Durchfall begleitet, ist es ratsam, der erhöhten Temperatur mit kühlen Wadenwickeln entgegenzuwirken und eine leichte Diät mit Cola, Tee und Zwieback oder Salzstangen einzuhalten. Lassen die Beschwerden dennoch auch nach drei Tagen noch nicht nach, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

7) Alternative Medizin

Wer unter Bauchkrämpfen leidet und dennoch nicht auf chemisch hergestellte Medikamte zurückgreifen möchte, kann selbstverständlich auch homöopathische Mittel nutzen. So regen beispielsweise Pflanzen mit Bitterstoffen oder ätherischen Ölen die Verdauung an und stimulieren die Produktion von Verdauungssäften. Besonders empfehlenswert ist ihre Einnahme daher vorbeugend nach dem Verzehr fettreicher, schwerer Mahlzeiten. Zudem verstärken die Pflanzen die Muskeltätigkeit im Verdauungstrakt, wodurch die Magen- und Darmentleerung beschleunigt wird. Dadurch wird unerwünschte Übelkeit nach dem Essen ebenso vertrieben wie ein belastendes Völlegefühl. Außerdem werden psychosomatische Bauchschmerzen durch die Bitterstoffe oder Öle in den Pflanzen gelindert.
Gegen Bauchkrämpfe, die durch gereizte Schleimhaut hervorgerufen werden, eignet sich der Einsatz von Pflanzen mit Schleimstoffen. Sie umhüllen den angegriffenen Darm mit einer schützenden Schleimschicht und bewahren ihn so vor der Wirkung der diversen Verdauungssäuren.

Viele Menschen setzen inzwischen auch auf die heilende Kraft der Akupunktur. Bei dieser Methode werden sogenannte „Akupunkturpunkte“ des Körpers, durch welche nach der chinesischen Philosophie die Lebensenergie fließt, mit feinen Nadeln versehen. Für diese Therapieform sollte aber unbedingt ein Fachmann aufgesucht werden, damit man sich nicht selbst verletzt. Bei Bauchschmerzen kann es bereits hilfreich sein, Akupressur anzuwenden. Dazu kreist man eine Minute lang mit der Fingerkuppe auf dem Punkt „Magen 25„, der sich etwa zwei Daumenbreit rechts neben dem Bauchnabel befindet.

8) Chinesische Medizin

Bei unterschiedlichsten Erkrankungen und Beschwerden wird derzeit immer häufiger auf die chinesische Medizin und deren Behandlungsmethoden zurückgegriffen. Auch bei Bauchkrämpfen bietet die asiatische Heilkunst wichtige Ansätze, die zur Linderung der Beschwerden beitragen können. Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet bei Bauchschmerzen zwischen drei unterschiedlichen Disharmonien: Die Beschwerden können von einem Mangel der Milzenergie, einer schwachen Nierenenergie oder einer gestauten Leberenergie hervorgerufen werden. Die Stagnation der Leberenergie spielt aus differenzialdiagnostischer Sicht die wichtigste Rolle. Dies kann man auf die Regulationsfunktion der Leberenergie zurückführen. Sie reguliert das Absondern der Gallenflüssigkeit, die Verdauung, das emotionale Gleichgewicht und die Menstruation. Ein blockierter Fluss der Leberenergie kann zu Verdauungsproblemen, Menstruationsbeschwerden und emotionalem Ungleichgewicht führen. In der Folge kann es zu einem Mangel der Milzenergie oder einer gegenläufigen Magenenergie mit Übelkeit und Erbrechen kommen.

Um Verdauungsbeschwerden entgegenzuwirken, ist es der chinesischen Medizin zufolge wichtig, innere Ruhe und ein emotionales Gleichgewicht zu bewahren. QiGong oder Tai Chi können Blockaden lösen und die Lebensenergie wieder zum Fließen bringen. Eine Analyse des Essverhaltens und Innenreflexionen stellen wichtige Bestandteile der Therapie dar. Um Erschöpfungen zu vermeiden, ist außerdem ausreichender Schlaf unverzichtbar. Das Ziel der chinesischen Heilkunst liegt darin, Gelassenheit, Spaß und regelmäßige Bewegung in der freien Natur in das tägliche Leben zu integrieren und der Leberenergie dadurch zu Leichtigkeit und Vitalität zu verhelfen.

9) Natürliche Heilmittel

Omas alte Wärmeflasche ist auch vom besten Roboter unserer Zeit nicht zu ersetzen. Die Wärme hemmt die Schmerzrezeptoren, wodurch die Schmerzen nicht mehr so stark wahrgenommen werden. Die feuchte Wärme bringt durch Entspannung meist rasche Linderung und wärmt zudem noch angenehm den Körper. Und die Seele!

Auch Bauchwickel mit einem heißen Leintuch, das direkt auf den Bauch gehört und das mit einem Baumwolltuch und zuletzt einem Wolltuch abgedeckt wird, bewährt sich seit Generationen mit seiner wohltuenden und entspannenden Wirkung. Mindestens 30 Minuten einwirken lassen.

Tees auf der Basis von Fenchel, Kamille oder Salbei helfen kleinen und großen Kindern immer wieder.

Sanfte Bewegung aus den Bereichen Yoga und Pilates führen ebenfalls zu einer Entkrampfung der Bauchmuskulatur. Gleichzeitig lassen sie den Körper insgesamt etwas zur Ruhe kommen.