Superfood: Knoblauch

Knoblauch mit Knoblauchzehe

Ist Knoblauch wirklich ein Superfood?

Ja, denn Knoblauch hat unglaublich viele gesunde Inhaltsstoffe. 100 g frischer Knoblauch enthalten durchschnittlich:

  • 14 mg Vitamin C
  • 35 mg Magnesium
  • 38 mg Calcium
  • 530 mg Kalium
  • 1,4 mg Eisen
  • 6 µg Selen

Der menschliche Körper benötigt Vitamin C unter anderem für das Immunsystem. Eisen ist hingegen ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen und für den Sauerstofftransport des Blutes relevant. Magnesium, Calcium und Kalium, die ebenfalls im Knoblauch enthalten sind, spielen unter anderem für Nerven und Muskeln eine wichtige Rolle.

Bei Selen handelt es sich um ein Spurenelement, das vielen Menschen – im Gegensatz zu den populäreren Vitaminen und Mineralstoffen – noch unbekannt ist. Selen trägt dazu bei, die Zellen des Körpers vor freien Radikalen zu schützen. Diese Molekülteile können den Zellen schaden und oxidativen Stress hervorrufen.

Auf diese Weise begünstigen freie Radikale die Entstehung verschiedener Krankheiten. Auch Krebs, Alzheimer und Rheuma stehen unter dem Verdacht, zumindest teilweise auf solche molekularen Schäden zurückzugehen.

Darüber hinaus enthält Knoblauch Alliin, das zum typischen Knoblauchgeruch beiträgt. Alliin gilt als antibakteriell.


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Warum wird Knoblauch nach dem Schneiden grün?

Wenn du Knoblauch schneidest und nicht sofort verwendest, können sich die Schnittflächen innerhalb von kurzer Zeit grünlich verfärben. Diese Verfärbung ist nicht mit Schimmel zu verwechseln – sie ist nicht schädlich und stellt höchstens ein optisches Problem dar.

Für die Verfärbung ist eine natürliche chemische Reaktion verantwortlich, an der Schwefelverbindungen und Aminosäuren beteiligt sind, die im Knoblauch vorkommen.

Feste grüne Teile, die du beim Aufschneiden einer Knoblauchzehe findest, können der Beginn von Sprossen sein.

Kann Knoblauch den Cholesterinspiegel senken?

Cholesterin ist ein Blutfett. Das schlechte Cholesterin (LDL-Cholesterin) kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, indem es sich in den Blutgefäßen absetzt. Dadurch begünstigt es Herz- und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt.

Der Cholesterinspiegel im Blut hängt mit deiner Ernährung zusammen. Der Verzehr von gesättigten Fettsäuren lässt den Cholesterinwert steigen, während Knoblauch die Blutfette reduzieren kann.

Tierversuche legen außerdem nahe, dass Knoblauch sogar dann zur Senkung des Cholesterinspiegels beitragen kann, wenn die Ernährung ansonsten ungünstig ist und normalerweise zu einem höheren Cholesterinwert führen würde (Ali et al., 2000).

Als echte Alternative zu cholesterinsenkenden Medikamenten reicht der Effekt von Knoblauch allerdings nicht aus. Wenn du unter einem erhöhten Cholesterinwert leidest, kann frischer Knoblauch jedoch als Ergänzung zum Einsatz kommen.

Wie wirkt sich Knoblauch auf den Blutdruck aus?

Schon seit langem ist bekannt, dass das Superfood Knoblauch blutdrucksenkend wirken kann. Wenn der Blutdruck nur leicht erhöht ist, kann die regelmäßige Einnahme von Knoblauchpulver den Blutdruck innerhalb von rund drei Monaten annähernd normalisieren. Diesen Effekt stellten Wissenschaftler bereits vor fast dreißig Jahren fest (Auer et al. 1990).

Bluthochdruck ist auch als arterielle Hypertonie bekannt und ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose und damit verbundene Erkrankungen. Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress können den Blutdruck erhöhen bzw. an einer solchen Erhöhung mitwirken.

Welchen Effekt hat Knoblauch auf das Immunsystem?

Knoblauch enthält verschiedene Stoffe – darunter auch Vitamin C, das für die Funktion des Immunsystems von Bedeutung ist und auch bei Erkältungen hilft (Knoblauch bei Erkältungen). Mit rund 14 mg Vitamin C pro 100 mg rohem Knoblauch ist die Konzentration jedoch nicht übermäßig hoch.

Bedeutsamer als Vitamine und Mineralstoffe ist in diesem Fall der Stoff Alliin (hier mehr über Allicin und Alliin erfahren). Verschiedene Studien legen nahe, dass Alliin bei der Behandlung von Infektionen eine unterstützende Rolle einnehmen kann.

Einige Substanzen, die im Knoblauch vorkommen, erwiesen sich zumindest im Labor und im Tierversuch als wirksames Mittel gegen verschiedene Bakterien, wie Professor Jürgen Reichling in der „Ärzte Zeitung“ (2012) ausführt. Dennoch ist Knoblauch kein gleichwertiger Ersatz für notwendige Medikamente.

Knoblauchextrakt kann die Leistung des Immunsystems verbessern. Dieser Effekt wurde mithilfe von Versuchen an Tieren nachgewiesen. Die Wirkstoffe des Knoblauchs helfen dem Immunsystem auch dabei, Krebszellen besser zu bekämpfen (Wang et al., 2010).

Kann Knoblauch auch Nebenwirkungen haben?

Sieht man vom lästigen Mundgeruch nach dem Verzehr von Knoblauch ab, sind bei gesunden Personen keine Nebenwirkungen zu erwarten, wenn sie keine übermäßigen Mengen an Knoblauch zu sich nehmen.

Anders verhält es sich jedoch, wenn beispielsweise ein HIV- oder Krebspatient Knoblauchkapseln zu sich nimmt. Bei der HIV-Therapie und bei einer Chemotherapie können Wechselwirkungen zwischen den Wirkstoffen des Knoblauchs und den Medikamenten entstehen. Knoblauchkapseln können die Wirksamkeit einer Chemotherapie verringern und dadurch den Erfolg der Behandlung sabotieren (Maggiore et al., 2012).

Es handelt sich dabei dementsprechend nicht um einen kleinen Nebeneffekt, der zu vernachlässigen ist, sondern um eine ernsthafte Bedrohung für die medizinische Therapie. Auch pflanzliche Mittel sollten deshalb stets mit Arzneimitteln abgestimmt werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Das gilt nicht nur für Knoblauch, sondern auch für andere pflanzliche Präparate.

Wie wird Knoblauch besser verträglich?

Gekochter Knoblauch ist in der Regel milder als roher. Milch und Milchprodukte wie Rahm, Schmand, saure oder süße Sahne können die Schärfe reduzieren.

Wer an Knoblauch nicht gewöhnt ist oder ein empfindliches Verdauungssystem hat, reagiert auf Knoblauch mitunter mit Blähungen. Dagegen hilft beispielsweise Kümmel oder der Genuss von Kamillen- oder Pfefferminztee.