Blasenentzündung – ein Überblick

Etwa jede zweite Frau leidet mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Männer unter 60 Jahren sind wesentlich seltener davon betroffen, mit zunehmendem Alter steigt aber auch ihr Risiko. Eine Blasenentzündung ist zwar fast immer sehr schmerzhaft, in den meisten Fällen aber auch relativ harmlos.

Definition und Symptome

Bei einer Blasenentzündung handelt sich um eine akute Infektion der Harnwege. Meist wird sie durch Bakterien ausgelöst, in selten Fällen auch durch Viren oder Pilze. Wenn die Keime von der Harnröhre in die Blase gelangen, kommt es an der sogenannten Blasenwand zu einer schmerzhaften Reizung. Die Folge: Betroffene verspüren einen ständigen Harndrang, der auch dann vorhanden ist, wenn die Blase bereits völlig leer ist oder der Urin nur noch tröpfelt. Beim Wasserlassen kommt es zudem zu einem brennenden Gefühl, das von vielen Patienten als äußerst schmerzhaft und heftig empfunden wird. In besonders schlimmen Fällen verfärbt sich der Urin durch die Beimischung von Blut sogar rot. Das Blut stammt dann aus der Blasenschleimhaut, die durch die Entzündung verletzt wird. Auch mit Bauchschmerzen oder -krämpfen muss während der Erkrankung gerechnet werden.


Die Behandlung

Meist heilt eine Blasenentzündung innerhalb weniger Tage wieder ab. Sind die Symptome nicht besonders ausgeprägt, können einfache Hausmittel hilfreich sein. So sollte der Unterleib unbedingt warmgehalten werden (Wärmflasche oder warme Unterwäsche), damit sich die Entzündung nicht weiter ausbreitet. Ganz wichtig: Viel trinken! Im Idealfall greifen Patienten zu einem speziellen Blasen- und Nierentee, der durch seine Inhaltsstoffe eine lindernde Wirkung hat. Wer diese Teesorten gar nicht mag, kann alternativ auch auf stilles Mineralwasser zurückgreifen. Sind die Symptome allerdings stärker und halten sie länger an, verschreibt der Arzt Antibiotika.

Die Auslöser

Die Tatsache, dass Frauen weitaus häufiger von dieser unangenehmen Krankheit betroffen sind, hat einen ganz einfachen Grund: Bei ihnen ist die Harnröhre viel kürzer als bei Männern, so dass die Bakterien demzufolge auch schneller und einfach in die Blase aufsteigen können. Eine Blasenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist das Immunsystem gerade geschwächt oder der Patient leidet unter besonders viel Stress. Eine allzu übertriebene Intimhygiene kann ebenfalls ein Auslöser sein, denn dadurch wird die körpereigene und völlig natürliche Abwehr geschwächt. Aufgrund der hormonellen Veränderungen sind auch häufig Schwangere und Frauen in den Wechseljahren betroffen.


Eventuelle Komplikationen

Bei einer Blasenentzündung ist ein Besuch beim Arzt auf jeden Fall sinnvoll. Wird die Entzündung nicht richtig behandelt oder auskuriert, kann sie nämlich chronisch werden. Ein chronischer Verlauf führt im schlimmsten Fall dazu, dass das empfindliche Blasengewebe mit der Zeit abstirbt, so dass es zu einer Blasenschrumpfung kommt. Außerdem kann eine unzureichende Behandlung dazu führen, dass die Keime noch weiter aufsteigen und sich im Nierenbecken ansiedeln. In diesem Fall würde es zu einer gefährlichen Nierenbeckenentzündung kommen.