Was ist Fructose?

Fructose (Fruktose) ist ein natürlich vorkommender Zucker: der Fruchtzucker.

Fruchtzucker ist ein Monosaccharid, ein Einfachzucker. Einfachzucker sind die kleinsten Einheiten der Kohlehydrate. Kohlehydrate werden nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt. Die Monosaccharide unter ihnen werden u. a. nach der Anzahl ihrer Kohlenstoffatome eingeordnet. Da Fructose über 6 Kohlenstoffatome verfügt, gehört es zur Gruppe der Hexosen, (Hexa = Vorsilbe für die Zahl 6).

Woher kommt die Fructose?

Fructose wird mit der Nahrung aufgenommen. Der Organismus ist zwar in der Lage Glucose (Traubenzucker) zu Fructose umzubauen, aber dies geschieht in äußerst geringem Maße. Nur die Spermaflüssigkeit enthält freie Fructose.


In der Nahrung kommt Fructose sowohl als Einfachzucker wie auch als Bestandteil von Saccharose (Rohr- oder Rübenzucker/Haushaltszucker)) vor.
Saccharose besteht zu 50% aus Fructose, da es ein Disaccharid (Zweierzucker) ist, das aus der Verbindung von Fructose mit Glucose entsteht.

Obst enthält naturgemäß eine große Menge an Fructose. Besonders hervorzuheben sind hier Äpfel, Birnen, Weintrauben und Beeren. Auch Honig ist reich an Fructose.

In Rahmen der zunehmenden industriellen Produktion von Nahrungsmitteln erfreut sich der sogenannte Glucose-Fructose-Sirup als Süßungsmittel oder Nahrungszusatz großer Beliebtheit.
Dieser Sirup ist sehr preiswert aus Mais herzustellen und hat eine höhere Süßkraft als Saccharose oder Glucose.
Denn obwohl Fructose die gleiche Kalorienmenge hat wie Glucose (4,1 Kcal/g), wirkt es ca. 1,4-mal süßer.
Insofern wird auch viel Fruktose durch verarbeitete oder produzierte Lebensmittel aufgenommen.


Der mengenmäßig große Einsatz dieses Glucose-Fructose-Sirups wird seit geraumer Zeit recht kontrovers diskutiert. Einzelne Studien und Forschungsergebnisse werfen zunehmend Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit eines hohen Fruktosekonsums auf.

Was geschieht mit der Fructose im Körper?

Fructose wird im Dünndarm passiv durch spezielle Proteine in den Wänden der Darmmucosazellen aufgenommen. Dabei bildet ein Protein das Tor in die Zelle hinein (GLUT5) und ein anderes das Tor von der Zelle in den Blutkreislauf (GLUT2). Somit wird langsam aber stetig solange Fructose aufgenommen, bis die Konzentration von Fructose auf beiden Seiten der Zellwände ausgeglichen ist.

Durch den Blutkreislauf wird Fructose zur Leber transportiert. Durch den Umbau von Fructose wird Glucose hergestellt. Dieses liefert dann durch Um- und Abbauprozesse Energie für den Organismus.

Der größte Teil der Fructose wird zu Fetten abgebaut, welche dann gespeichert werden.
In Laborversuchen wurde die Menge an schädlichen Lipoproteinen erhöht.
Somit liegt die Vermutung nahe, dass eine große Menge an Fructose eventuell zu einer Leberverfettung führen kann oder zur Ablagerung von Fetten an Gefäßwänden. Dieses ist bislang jedoch noch nicht bewiesen.

Erwiesene gesundheitliche Probleme durch Fructose

Eine sehr seltene, angeborene Erkrankung ist die „Hereditäre Fruktoseintoleranz“. Hierbei liegt ein Enzymdefekt vor. Aufgrund eines fehlenden Enzyms wird die Fructose nicht vollständig abgebaut. Die ersten Schritte des Fructoseumbaus werden jedoch durchgeführt. Das hierbei entstehende Fructose-1-Phosphat hemmt dann verschiedene Prozesse des Glucosestoffwechsels. Dadurch können gefährliche Unterzuckerungszustände entstehen.

Recht weit verbreitet, Schätzungen belaufen sich auf 30% der Bevölkerung, ist die Fruktosemalabsorption („intestinale Fruktoseintoleranz“). Hierbei ist die Aufnahme von Fructose aus dem Darm gestört. Fructose gelangt in größerer Menge in den Dickdarm, die dort ansässigen Bakterien zerlegen die Fructose. Dabei entstehend Gase, die Bauchschmerzen, Durchfälle, Krämpfe und Blähungen hervorrufen.
Bei der „Hereditären Fruktoseintoleranz“ hilft nur das absolute Vermeiden von Fructose.
Hingegen reicht bei der Fruktosemalabsorption eine angepasste Verringerung der aufgenommenen Fructosemenge meistens aus, um die Beschwerden zu lindern.

Auch gesunde Menschen können durch zu viel Fruktose Beschwerden bekommen.