Nüsse: Pinienkerne

Pinienkerne sind die geschälten Samen der Pinie. Die Kerne wachsen in den Pinienzapfen heran und sind in der mediterranen Küche äußerst beliebt.

Wissenswertes zu Pinienkernen
Die Pinie ist im gesamten Mittelmeerraum zu finden. Die Pinienkerne werden überwiegend von wilden Pinien geerntet. Ein Anbau der Bäume ist sehr schwierig, da sie erst nach mehr als 20 Jahren Zapfen tragen. Deshalb gibt es nur sehr wenige Pinienpflanzungen.

Zur Ernte müssen die Pflücker, die auch Pineros genannt werden, die Pinienbäume hinaufklettern. Die einzelnen Pinienzapfen werden dann mit Stangen heruntergeschlagen und getrocknet. Während des Trockenvorgangs fallen die Piniensamen aus den Zapfen. Die Samen werden anschließend in Wasser eingeweicht und dann mithilfe von speziellen Maschinen von der Samenschale und von dem feinen Samenhäutchen befreit.


Aufgrund der aufwendigen Ernte sind Pinienkerne aus Europa sehr teuer. Deshalb gibt es nun auch vermehrt Pinienkerne aus China, Korea oder Pakistan zu kaufen. Diese stammen allerdings nicht von der Mittelmeerkiefer, sondern von der Koreakiefer. Sie schmecken im Vergleich zu den europäischen Kernen weniger aromatisch. Normalerweise erinnert der Geschmack von Pinienkernen an Tannenharz. Die Kerne schmecken zudem mandelartig und haben eine weiche cremige Konsistenz.

Gesund durch Pinienkerne

Pinienkerne bestehen zu 50 Prozent aus Fett. Das enthaltene Öl weist einen hohen Gehalt an Linolsäure und an Ölsäure auf. Linolsäure ist eine ungesättigte Fettsäure und gehört zu den essenziellen Nährstoffen. Linolsäure

  • ist Grundlage für die Herstellung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
  • ist Voraussetzung für die Synthese von Prostaglandinen.
  • ist wichtiger Bestandteil der Haut.
  • übernimmt Aufgaben im Wasserhaushalt.
  • wirkt gegen Reizungen, Lichtschäden und Altersflecken der Haut.
  • zeigt im Tierversuch krebshemmende Effekte.
  • fördert die Fettverbrennung.

Die Ölsäure ist ebenfalls ein Vertreter der ungesättigten Fettsäuren. Auch sie ist ein Bestandteil des Hautfetts und deshalb wichtig für die Hautgesundheit.

Pinienkerne gehören zudem zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Selengehalt. Selen ist ein essenzielles Spurenelement und eins der wichtigsten Antioxidantien im Körper. Antioxidantien können freie Radikale unschädlich machen. Die freien Radikale entstehen bei zahlreichen Stoffwechselprozessen im Körper. Sie attackieren die Zellwände und können so Zellen zerstören. Die schädlichen Substanzen stehen in Verdacht, bei der Entstehung von Krebs eine Rolle zu spielen. Selen stärkt zudem das Immunsystem und schützt vor vorzeitiger Alterung.

Des Weiteren enthalten Pinienkerne viel Vitamin A. Das Vitamin unterstützt die antioxidative Wirkung des Selens. Es ist zudem sehr wichtig für die Gesundheit der Augen und für die Sehkraft.

100 Gramm Pinienkerne decken fast den gesamten Tagesbedarf an Phosphor. Der Körper benötigt Phosphor für den Aufbau von Zellen und für die Knochenstabilität.

Pinienkerne enthalten zwar nicht so viel Eiweiß wie einige andere Nussarten, sie stellen mit einem Eiweißgehalt von 13 Gramm pro 100 Gramm aber immer noch eine gute Eiweißquelle für alle Vegetarier oder Veganer dar.

Einkauf und Verarbeitung

Qualitativ hochwertige Pinienkerne erkennt man an einer gleichmäßigen Farbe und einer glatten Oberfläche ohne Löcher oder Flecken.

Aufgrund ihres hohen Fettgehalts und der geringen Größe werden die Kerne schnell ranzig. Sie sollten deswegen trocken und kühl gelagert werden. Angebrochene Verpackungen sollten gut verschlossen werden. Pinienkerne bleiben besonders lange frisch und aromatisch, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Der feine und leicht harzige Geschmack der Pinienkerne passt sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Gerichten. Die Kerne lassen sich vielfältig verwenden. Sie schmecken beispielsweise gut in Pesto, zu Lammfleisch, zu Ziegenkäse, mit Pasta, auf frischem Salat oder zu Fisch.