Vitamin D

Unter einer verminderten Vitamin D-Aufnahme leiden in unseren Breitengeraden verhältnismäßig viele Menschen. Deswegen ist es vor allem im Winter sinnvoll, auf die Versorgung zu achten, um die unangenehmen Erscheinungen zu vermeiden.

Welche Funktion hat Vitamin D in unserem Körper?

Vitamin D wird in unterschiedlichen Bereichen benötigt. Davon sind vor allem der Kalziumhaushalt sowie der Auf- und Abbau von Knochenstrukturen betroffen. Fehlt es an Vitamin D, wirkt sich dies somit stark auf die Gesundheit der Knochen aus. Bei Kindern können sich Elemente des Skeletts in einem solchen Zustand verbiegen.


Aufgenommen wird ein großer Teil des Vitamin D, immerhin 80 Prozent, über die Haut. Bevor es verwendet werden kann, muss der Körper das Vitamin jedoch umwandeln und auf diese Weise aktivieren. Vitamin D kann als Sammelbegriff für verschiedene Verbindungen betrachtet werden.

Besonders wichtig für den Menschen sind Vitamin D2 und D3. Ersteres wird ebenfalls als Ergocalciferol bezeichnet und kommt unter anderem auch in pflanzlichen Produkten vor. Der Fachbegriff für D3 lautet Cholecalciferol.

Die Verbindungen D2 und D3 sind zwar unterschiedlich aufgebaut, der Organismus verarbeitet sie jedoch beide dahingehend, dass sich das Resultat nicht mehr differenziert. In seiner aktiven Form wird das Vitamin D als Calcitriol bezeichnet, unabhängig davon, ob es ursprünglich eine D2- oder D3-Verbindung war.

Vitamin D übernimmt im Körper verschiedene Aufgaben. In seiner Arbeitsweise erinnert es an ein Hormon, weshalb es manchmal auch als Prohormon bezeichnet wird. Prohormone stellen eine Vorstufe von „normalen“ Hormonen dar, welche sämtliche Funktionen im Organismus steuern und regulieren.


Die Umwandlung von Vitamin D in Calcitriol erfolgt in unterschiedlichen Organen, darunter in der Haut, der Leber und den Nieren. Besonders wichtig ist das Vitamin D für gesunde Knochen:

  • Es reguliert die Bildung von Knochenzellen aus Vorläuferzellen, den Knochenstammzellen.
  • Vitamin D greift in den Kalziumhaushalt ein und ist Teil des Phosphat-Stoffwechsels.
  • Vitamin D spielt im Immunsystem eine wichtige Rolle, indem es zu einer optimalen Entwicklung der Abwehrzellen beiträgt.

Wie nimmt der Körper Vitamin D auf?

Der menschliche Organismus kann das Vitamin nicht selber herstellen, deswegen muss es ihm zugeführt werden. Dabei kümmert sich der Körper zum großen Teil jedoch selbstständig um die Aufnahme von Vitamin D. 80 Prozent des Vitamins gelangen nämlich mithilfe der Sonneneinstrahlung in unseren Organismus.


Menschen, die sich oft im Freien aufhalten und der Sonne die Berührung mit der Haut erlauben, können davon ausgehen, dass sie eher selten einen Mangel entwickeln werden. Dementsprechend gehören solche Erscheinungen in Ländern mit langen Sonnenstunden zu einer seltenen Entwicklung.

Anders sieht es hingegen in Deutschland aus. Da die Sonne in den kalten Monaten nur vereinzelt hervorkommt, sollte sie bewusst genutzt werden, sobald sie ihre Strahlen verbreitet. Ungefähr 10 bis 20 Prozent des Vitamin D stammen aus der Nahrung. Dennoch stellt diese keine Alternative zur Sonne dar und sollte daher auch nicht als solche behandelt werden.

Unter der Voraussetzung, dass keinerlei Vitamin D durch die Sonne aufgenommen wird, sollten ab dem ersten Lebensjahr mindestens 20 Mikrogramm Vitamin D mit der Nahrung verabreicht werden. Mit fortschreitendem Alter verändert sich diese Empfehlung nicht, sie gilt also ebenfalls für Erwachsene und Senioren.

Säuglinge, die ihren ersten Geburtstag noch nicht erlebt haben, benötigen täglich ungefähr zehn Mikrogramm. Da die Muttermilch nicht ausreichend Vitamin D enthält, ist auf zusätzliche Präparate zu achten. Eine solche vorbeugende Therapie lässt sich ab dem zweiten Jahr zumindest in den kalten Monaten fortführen.

Welche Auswirkungen hat ein Vitamin D-Mangel?

Im Winter ist der Vitamin D-Spiegel in der Regel etwas niedriger, weil die Sonne fehlt. Ein akuter Mangel mit Nebenwirkungen stellt dennoch die Ausnahme dar. Gefährdet sind insbesondere Schwangere und Senioren sowie Personen, die prinzipiell viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen.

Besonders auf ihre Vitamin D-Aufnahme achten müssen so genannte „Stubenhocker“, Bettlägrige und dunkelhäutige Menschen, die in kalten Regionen leben. Ihre Haut blockt einen Teil des Vitamin D der Sonne ab. In der Schwangerschaft und den Wechseljahren ist die hormonelle Umstellung an der Entstehung eines Mangels schuld. Weiterhin können Erkrankungen im Darmbereich, wie zum Beispiel Morbus Crohn, eine solche Erscheinung begünstigen.

Weil Vitamin D für den Knochenaufbau wichtig ist, äußert sich ein Mangel hier am schnellsten. Leiden bereits Kinder an einer zu geringen Aufnahme, können sie die Erkrankung Rachitis entwickeln. In einem solchen Fall verbiegen sich die Knochen und lösen weitere Symptome aus. Erwachsene weisen aufgrund eines Mangels unter anderem eine Knochenerweichung oder einen Knochenschwund auf. Auf diese Weise erhöht sich gleichzeitig das Risiko für Verletzungen und Brüche, weil die Stabilität der Knochen eingeschränkt wird.

Lässt sich Vitamin D überdosieren?

Auf natürliche Weise, also durch Sonne und Nahrung, kommt es zu keiner Überdosierung. Lebensmittel enthalten nur geringe Dosen und bei einem langen Sonnenaufenthalt reagiert der Organismus selbstständig mit einer eingeschränkten Produktion. Bei Präparaten hingegen drohen bei einer langfristigen Einnahme negative Gesundheitsauswirkungen. Diese sollte mit einem Arzt abgesprochen sein und regelmäßig kontrolliert werden.