Vitamin B6

Vitamin B6

Vitamin B6 ist keine einheitliche Verbindung, sondern eine Sammelbezeichnung für drei chemisch miteinander verwandte Stoffe. Alle drei Verbindungen stellen die Vorstufe der aktivierten Form von Vitamin B6, dem Pyridoxalphosphat, dar. Zu den Wirkstoffen von Vitamin B6 gehören Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoamin. Alle drei Stoffe leiten sich vom Pyridin ab. Vitamin B6 ist, wie sieben weitere Vitamine, ein Mitglied des Vitamin-B-Komplexes. Die Wirkstoffe des Vitamin-B-Komplexes können nicht getrennt voneinander betrachtet werden, weil sie alle als Koenzyme wichtiger biochemischer Prozesse fungieren und Reaktionen unterstützen, die voneinander abhängig sind.


Welche Funktionen übt Vitamin B6 aus?

Vitamin B6 übt folgende Funktionen im Stoffwechsel aus:

  • Vitamin B6 ist als Koenzym an über 100 verschiedenen biochemischen Reaktionen von Aminosäuren beteiligt. Deshalb hat es speziell Einfluss auf den Proteinstoffwechsel im Organismus.
  • Es ist ein wichtiger Faktor bei der Hämoglobinsynthese.
  • Des Weiteren ist es beim Abbau von Glykogen, der Speicherform von Glukose, beteiligt.

Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin B6?

Der Bedarf an Vitamin B6 ist wegen seiner Beteiligung am Proteinstoffwechsel abhängig von der jeweiligen Proteinzufuhr durch die Nahrung. In der Regel liegt der Bedarf bei Frauen um 1,6 mg und bei Männern um 1,8 mg pro Tag. Bei einer übermäßigen Eiweißzufuhr kann der Bedarf eventuell durch die Nahrung nicht gedeckt werden. Dann muss eine zusätzliche Supplementierung erfolgen.

In welchen Nahrungsmitteln ist Vitamin B6 enthalten?

Vitamin B6 ist in allen Nahrungsmitteln vorhanden. Allerdings gibt es Lebensmittel mit einem höheren Vitamingehalt.
Die folgenden tierischen Produkte enthalten viel Vitamin B6:

  • Milchprodukte
  • Fleisch (insbesondere Leber und Geflügel)
  • Fisch

Das sind die pflanzlichen Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Vitamin B6:

  • Kohl
  • grüne Bohnen
  • Linsen
  • Feldsalat
  • Kartoffeln
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse
  • Hefe
  • Avocado
  • Bananen

Welche Folgen hat ein Mangel an Vitamin B6?

Alle Nahrungsmittel enthalten Vitamin B6. Deshalb kommt ein Vitaminmangel selten vor.
Es treten dabei folgende Symptome auf:

  • Verdauungsstörungen mit Erbrechen und Durchfall
  • Hautprobleme
  • Wachstumsstörungen
  • Anämien
  • Degeneration von peripheren Nerven mit Störungen von Bewegungsabläufen
  • Krämpfe
  • Veränderungen von Lippen und Zunge
  • Angst- und Schlafstörungen
  • Muskelzuckungen


Ursachen für einen Mangel an Vitamin B6

In Deutschland ist ein Mangel an Vitamin B6 sehr selten, weil es in ausreichendem Maße in der Nahrung vorhanden ist. Allerdings kann es unter folgenden Umständen zu einem Vitamin-B6-Mangel kommen:

  • Untergewicht
  • einseitige Ernährung
  • Alkoholmissbrauch
  • hormonelle Verhütungsmittel

Folgen einer Überdosierung von Vitamin B6

Über die Nahrungsaufnahme ist keine Überdosierung von Vitamin B6 möglich. Wenn es jedoch über Nahrungsergänzungsmittel übermäßig zugeführt wird, können folgende Symptome auftreten:

  • Nervenstörungen mit Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
  • Taubheitsgefühle
  • Gedächtnisstörungen
  • Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht

Fazit

Vitamin B6 ist als wichtiges Vitamin maßgeblich am Proteinstoffwechsel beteiligt. Es ist ausreichend in der Nahrung enthalten und dadurch ergeben sich in der Regel keine Mangelzustände. Nur bei übermäßiger Proteinzufuhr, einseitiger Ernährung oder Alkoholmissbrauch ist der Bedarf möglicherweise nicht gedeckt.