Polymeal Diät

Diese Diät belegt einen geteilten 59. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Die Polymeal – Diät wurde 2004 von einem wissenschaftlichen Team um den Leiter Oscar Franco im medizinischen Erasmus – Zentrum Rotterdam entwickelt. Sie ist artverwandt mit der Mittelmeer – Diät. Das Ernährungskonzept entsprang der Idee, eine Lebensweise zu etablieren, die sowohl schmackhaft als auch gesund ist. Im Vordergrund steht die These, dass eine bestimmte Art und Weise der Ernährung die Gesundheit schützen kann, ohne auf künstliche Zusätze wie etwa Vitaminpillen und ähnliches zurückgreifen zu müssen.


Aufällig ist dabei der Forschungsaspekt in dem Konzept: Die Wissenschaftler studierten verschiedene Quellen wie Lebenserwartungstabellen und vorangegangene Studien, die sich mit dem Thema auseinandersetzten. Besonderes Augenmerk lag auf der Suche nach Möglichkeiten, die Risikofaktoren des Herz – Kreislauf – Systems dauerhaft zu senken. Hier konnten die Ergebnisse der so genannte Framingham – Herz – Studie mit ihren Forschungsergebnissen maßgeblich dazu beitragen, da sie sich mit den Ursachen der koronaren Herzkrankheit und der Ateriosklerose befasst.

Wie funktioniert die Polymeal Diät?

Die Polymeal – Diät setzt auf den Verzehr von Nahrungsmitteln, die nachgewiesenermaßen an der Senkung des Blutdruckes und an der Vorbeugung von Herzerkrankungen mitwirken. Dabei konnten Art und tägliche Menge der betreffenden Lebensmittel ermittelt werden, die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen:

Rotwein (150 ml)
Bitterschokolade mit einem Mindestkakaoanteil von 70 Prozent(100 g)
Obst und Gemüse (400 g)
Knoblauch (2,7 g)
Mandeln (12,5 g)
Fisch, am besten Salzwasserfisch, vier mal die Woche 114 g


Des Weiteren ergaben die Untersuchungen die relativen Anteile, die sich auf die vorbeugende Wirkung der Nahrungsmittel beziehen.So wirkt Rotwein mit einem Anteil von 32 Prozent am besten gegen Herz – Kreislauf – Erkrankungen. Es folgen Knoblauch mit einem Anteil von 25 Prozent, Obst, Gemüse und Bitterschokolade mit einem Anteil von jeweils 21 Prozent sowie Fisch mit einem Anteil von 14 Prozent. Der Verzehr von Mandeln ergibt immerhin noch einen Anteil von 12,5 Prozent. Insgesamt ist es so möglich, das Erkrankungsrisiko von Herz und Kreislauf um 76 Prozent zu senken.

Wie lange dauert diese Diät?

Frauen und Männer sollen laut den Empfehlungen der Wissenschaftler ab ihrem 50. Lebensjahr mit einer regelmäßigen Durchführung der Polymeal – Diät beginnen. Leider gibt es noch keine empirischen Belege für die gesundheitliche Wirkung dieser Lebensweise. Allerdings konnte errechnet werden, dass Männer eine um 6,6 Jahre und Frauen eine um 4,8 Jahre höhere Lebenserwartung haben, wenn sie sich genau an die Diät hielten. Die Forscher schließen eine zusätzliche Unterstützung durch eine gesunde Lebensweise wie zum Beispiel mit ausreichender Bewegung im Alltag nicht aus.

Wie viel nimmt man ab?

Da es bei der Polymeal – Diät in erster Linie um die Vorbeugung von Erkrankungen geht, steht eine Gewichtsreduktion nicht im Fokus.

Vor- und Nachteile dieser Diät

Laut der an der Entwicklung des Diätkonzepts mitwirkenden Forscher ist die These, Krankheiten mit einer entsprechenden Ernährung vorzubeugen, erfüllt. Allerdings gibt es auch Kritiker. So äußerte sich Nicholas Wald vom Wolfson Institute of Preventive Medicine, Mitentwickler der Polypill, kritisch gegenüber der Polymeal – Diät. Demnach seien die einzigen Vorteile in der gesunden Ernährung mit Obst und Gemüse zu sehen.
Größster Nachteil des Diätkonzepts ist der mangelnde empirische Nachweis. Da die Studie erst 2004 durchgeführt wurde, gibt es wie gesagt noch keinen klaren Beweis für die tatsächliche Wirksamkeit der Polymeal – Diät. Ein weiterer Nachteil ist der Energiegehalt der empfohlenen Lebensmittel. Sowohl Schokolade als auch Nüsse haben einen hohen Fettanteil. Werden nun jeden Tag die empfohlenen Mengen verzehrt (was bei der Schokolade immerhin 100 g sind!), ist eher mit einer Gewichtszu- als mit einer -abnahme zu rechnen. Ein weiteres Indiz, welches darauf hinweist, dass mehr die Gesundheit von Herz und Kreislauf als die Gewichtsreduktion priorisiert wird.

Polymeal Diätplan

Es existiert kein klarer Diätplan. Der Diäthaltende muss die oben genannten Mengen einhalten und die Nahrungsmittel täglich verzehren. Um einen Erfolg zu erzielen, muss der Ernährungsplan strikt befolgt werden.

Wie schwer ist diese Diät durchzuhalten?

Generell ist der Erfolg, wie bereits oben gesagt wurde, von der Zuführung der angegebenen Nahrung abhängig. Demnach muss der Diäthaltende auch einen regelmäßigen Appetit auf die Nahrungsmittel entwickeln können. Wer zum Beispiel keine Schokolade mag, die einen Kakaoanteil von bis zu 70 Prozent innehat, der wird sich mit dieser Diätform nicht sonderlich gut anfreunden können.
Zudem schleicht sich mit der Zeit eine gewisse Einseitigkeit ein; es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die vorgegebenen Mengen immer komplett verzehrt werden können. Daher ist diese Diät schwer einzuhalten.

Welche Beschwerden können u.a. auftreten?

Grundsätzlich ist gegen die vorgeschlagenen Lebensmittel nichts einzuwenden. So steht Rotwein in dem Ruf, durch seine Inhaltsstoffe das Risiko von Herzerkrankungen deutlich zu senken. Dazu gehören u.a. die so genannten Polyphenole. Es handelt sich dabei um sekundäre Pflanzenstoffe, die Antioxidantien freisetzen und somit zellschützend wirken. Ferner senken sie den Cholesterin – Spiegel und helfen dabei, Ablagerungen in den Arterien zu vermindern. Bitterschokolade enthält Flavonoide, die einen Inhaltsstoff des Kakaos darstellen. Sie unterstützen die Zellschicht der Blutgefäße und damit die Gefäßfunktion. Bei Rotwein und Schokolade muss lediglich beachtet werden, dass es zu Verstopfungen bei entsprechender Neigung kommen kann.

Auch Knoblauch, in ausreichender Menge verzehrt, trägt vielfältig zur Vermeidung von kardiologischen Erkrankungen bei: Er senkt zum Beispiel den Blutdruck und den Cholesterinwert sowie die Blutfettkonzentration, unterstützt das Immunsystem und beugt Infektionen vor. Mandeln und Fisch enthalten ungesättigte Fettsäuren, die einen positiven Einfluss auf das Herz – Kreislauf – System haben und so das Risiko eines Herzanfalls senken. Obst und Gemüse wirken sich letztlich durch ihre vielen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente positiv auf den menschlichen Organismus aus. Damit kann gesagt werden, dass eine Ernährung wie vorgeschrieben zumindest nicht zu Mangelerscheinungen beim Diäthaltenden führt und durchaus als gesund zu bezeichnen ist.

Welche Kosten kann man erwarten?

Außer den oben genannten Nahrungmitteln sind keine weiteren zusätzlichen Anschaffungen vorgesehen, so dass lediglich die Kosten für die Nahrungsmittel zu beachten sind. Da bestimmte Nahrungsmittel wie Fisch und Bitterschokolade schon einer gewissen Qualität unterliegen sollten, ist die Diät mit mittleren Kosten zu bewerten.