Gallensteine – Ein Überblick

Gallensteine kommen bei bis zu 20 Prozent der Deutschen vor, doch nur bei wenigen Menschen führen sie zu Problemen – die meisten Betroffenen bemerken nie, dass sie Gallensteine haben. Bei anderen jedoch lösen die Steine, die beachtliche Größen von mehreren Zentimetern erreichen können, Schmerzen aus.

Was genau sind Gallensteine?
Ein Gallenstein bildet sich aus kristallinen Substanzen innerhalb der Galle oder den mit ihr verbundenen Gängen. Er besteht meist größtenteils aus Cholesterin. Es gibt auch Gallensteine, die aus Bilirubin-Pigmentmaterial entstehen, diese sind jedoch meist wesentlich kleiner und harmloser – man bezeichnet sie als Gallengries. Der Gallengries kann jedoch ein erster Hinweis auf die Entstehung von tatsächlichen Gallensteinen sein.


Wie kann man sie vermeiden?
Allgemein wirken eine cholesterinarme Ernährung, viel Bewegung und ein gesundes Körpergewicht der Entstehung von Gallensteinen entgegen. Frauen bekommen häufiger Gallensteine als Männer, und die Gefahr steigt ab dem 40. Lebensjahr nochmals an.

Da Gallensteine sich besonders durch den Verzehr stark fettiger, cholesterin- und kohlenhydratreicher Nahrung bilden, empfiehlt es sich, Fast Food zu meiden. Die Ernährung sollte außerdem reich an Ballaststoffen sein.

Wie machen sie sich bemerkbar?
Wenn sich Gallensteine überhaupt bemerkbar machen, geschieht dies häufig durch sogenannte Gallenkoliken. Diese krampfartigen, wellenartig schwächer und stärker werdenden Schmerzen zeigen sich oftmals kurz nach einer fettigen Mahlzeit. Normalerweise sind durch Gallensteine ausgelöste Schmerzen nicht permanent spürbar. Eine entzündete Gallenblase jedoch kann ausgesprochen langanhaltende Schmerzen verursachen. Manche Betroffenen müssen sich zusätzlich übergeben. Blähungen, ein Völlegefühl sowie auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenfalls auftreten.


Ärztliche Hilfe bei Gallensteinen
Nur bei Schmerzen und Beschwerden ist eine Behandlung der Gallensteine nötig. Zunächst sollte bei Verdacht auf Gallensteine ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann mit verschiedenen Methoden nachweisen, ob überhaupt tatsächlich Gallensteine vorhanden sind.

Sind die Gallensteine noch nicht zu groß, maximal einen halben Zentimeter, gibt es spezielle Medikamente, die sie an Ort und Stelle auflösen. Ultraschall kann eingesetzt werden, um größere Exemplare zu zertrümmern, deren Bruchstücke sich dann ebenfalls mit Medikamenten auflösen lassen. Es kann notwendig sein, dass Betroffene monate- oder jahrelang diese Medikamente einnehmen müssen. Häufig werden Gallensteine heutzutage auch endoskopisch behandelt, wobei diese Methode besonders arm an Risiken ist.

Treten beschwerdeauslösende Gallensteine jedoch trotz aller Behandlungsmethoden immer wieder auf, was recht häufig der Fall ist, kann man in Erwägung ziehen, die Gallenblase operativ entfernen zu lassen. Diese Operation wird in den letzten Jahren immer seltener durchgeführt, da viele Menschen, die Gallensteine haben, niemals Beschwerden bekommen.