Bauchspeicheldrüse

Bauchspeicheldruese

Die Bauchspeicheldrüse ist ein Drüsenorgan und befindet sich im Oberbauch. Der medizinische Fachbegriff stammt aus dem Griechischen und lautet Pankreas. Die Hauptaufgabe der Bauchspeicheldrüse besteht darin, dass sie Verdauungsenzyme und Hormone produziert.

Die Anatomie der Bauchspeicheldrüse

Das Pankreas ist ein Organ, das in Läppchen unterteilt ist. Die Bauchspeicheldrüse ist keilförmig, rund 15 bis 22 Zentimeter lang, 3–4 Zentimeter breit und 1–2 Zentimeter dick. Das Gewicht des Drüsenorgans liegt beim Erwachsenen zwischen 70 und 100 Gramm. Das Pankreas liegt retroperitoneal zwischen dem Magen und den großen Bauchgefäßen. In der Drüse befinden sich ½ bis 1 ½ Millionen Inseln, die Langerhans-Inseln mit hormonbildenden Zellen. Das Insulin fördert den Kohlenhydratstoffwechsel im Gewebe und senkt so den Blutzucker. Die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, ist die Folge mangelnden Insulins. Als zweites Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse Glucagon gebildet, das ebenfalls in den Kohlenhydratstoffwechsel eingreift. Die Bauchspeicheldrüse mündet in den Zwölffingerdarm.


Die drei Abschnitte der Bauchspeicheldrüse
. Pankreaskopf – Caput pancreatis
. Pankreaskörper – Corpus pancreatis
. Pankreasschwanz – Cauda pancreatis

Die Physiologie der Bauchspeicheldrüse

Die Verdauungsenzyme werden vor allem von der Bauchspeicheldrüse geliefert, deren Ausführungsgang in den Zwölffingerdarm mündet. Sie sondern ungefähr 1,5 Liter Bauchspeichel pro Tag ab.

Die Funktion der Bauchspeicheldrüse

Es werden zwei Funktionen unterschieden:
. Äußere Sekretion
. Innere Sekretion
Bei der äußeren Sekretion erfolgt die Absonderung von Bauchspeichel in den Zwölffingerdarm, bei der inneren Sekretion erfolgt die Bildung von Insulin und Glucagon in den Langerhans-Inseln. Dieses Gewebe besteht aus speziellen Zellgruppen, die unterschiedliche Hormone bilden:
. A-1-Zellen, das Gastrin, das auch in der Schleimhaut des Magens und Dünndarms gebildet wird
. A-2-Zellen das Glukagon
. B-Zellen das Insulin, das bekannteste unter diesen Hormonen, bei dessen Mangel die Zuckerkrankheit entsteht

Spaltung von Eiweiß und Fett
Trypsin und Carboxypeptidase spalten Eiweiße und Polypeptide, Lipase spaltet Fette, Amylase spaltet Stärke, Maltase das Disaccharid Maltose und Ribonuklease beziehungsweise Desoxyribonuklease spaltet Nukleinsäuren. Die Fettverdauung durch die Lipase der Bauchspeicheldrüse ist nur möglich, wenn das Fett in Form feinster Kügelchen aufgelöst ist, denn die Lipase ist fettlöslich. Die Kügelchen haben einen Durchmesser von 1/1000 Millimeter und entstehen durch die Gallensäuren, die eine Herabsetzung der Oberflächenspannung bewirken. Den Vorgang nennt man emulgieren. Es entsteht eine Emulsion, die milchig weiß aussieht, weil die Fettkügelchen Licht reflektieren. Das Emulgieren im Zwölffingerdarm vergrößert die Oberfläche der Nahrungsfette und macht sie leichter angreifbar für die Lipase.

Die Sekretion des Pankreas
Die Sekretion der Bauchspeicheldrüse wird nervös vom autonomen Nervensystem und örtlich über einen Dehungsreflex der Darmwand sowie humoral über die Gewebshormone Sekretin und Pankreocymin angeregt. Die Auslösung für die Hormonbildung geschieht durch Eiweißspaltprodukte und Säuerung, besonders im Zwölffingerdarm. Cholecystokinin ist das Gewebshormon, das die glatte Muskulatur der Gallenblase anregt und zur Gallenentleerung in den Darm führt.

Die Regulation der Bauchspeicheldrüsentätigkeit
Die Regulation der Bauchspeicheldrüsentätigkeit geschieht auf nervösen Weg, ausgelöst von höheren Zentren des Gehirns und wie bereits erwähnt über Dehnungsrezeptoren aus Nerven der Darmwand. Die hormonelle Steuerung erfolgt durch Sekretin und Pankreocymin, Hormone, deren Bildung durch Eiweißspaltprodukte und Säuerung im Zwölffingerdarm angeregt wird. Sie werden, wie das Gastrin im Magen, in die Blutbahn abgegeben und regen auf diesem Wege die Drüsentätigkeit an. Sekretin fördert vor allem die Menge, Pankreocymin den Enzymgehalt des Bauchspeichels. Pankreocymin heißt auch Cholecystokinin, weil es die Muskelfasern der Gallenblasenwand zur Kontraktion anregt und sich die Galle in den Zwölffingerdarm entleeren kann. Jeden Tag werden rund 0,5 Liter Galle aus Gallenblase und Leber in den Darm abgegeben. Galle besteht, neben dem Lösungsmittel Wasser, aus Gallensäuren und aus Cholesterin.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Verletzungen
Bei schwerer Gewalteinwirkung auf Oberbauch und Brustkorb kann es zur Verletzung der Bauchspeicheldrüse und Öffnung des Pankreasganges kommen.

Bauchspeicheldrüsenentzündung
Entzündliche Veränderungen des Gewebes der Bauchspeicheldrüse können folgende Ursachen haben:
. Veränderungen der Gallenwege
. starke Alkoholaufnahme
. sehr fettreiche Speisen
. Infektionseinwanderung aus dem Gallenwegs- oder Dünndarmbereich

Bauchspeicheldrüsenzysten
Zysten im Pankreasbereich können sich nach örtlichen Nekrosen durch Ansammlung von Bauchspeicheldrüsensekret bilden. Sie verursachen durch ihre Größe in den meisten Fällen Beschwerden.

Bauchspeicheldrüsenkarzinom
Der Tumor der Bauchspeicheldrüse kann vom Drüsengewebe oder von den Bauchspeicheldrüsengängen ausgehen. Meist ist der Pankreaskopf betroffen. Durch Verlagerung des großen Gallenganges erfolgt Gallenstauung. Die Metastasierung erfolgt vorwiegend in die Leber, Lunge und das Skelettsystem. Als wichtigstes paraneoplastisches Syndrom treten beim Bauchspeicheldrüsenkarzinom gehäuft Venenthrombosen auf. Rezidivierende Venenthrombosen beim Erwachsenen sind der erste Verdacht auf ein Pankreaskarzinom.

Mögliche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind für den exokrinen Anteil des Organs beispielsweise die exokrine Pankreasinsuffizienz, eine auch als Pankreatitis bezeichnete Bauchspeicheldrüsenentzündung, Pankreaszysten, Bauchspeicheldrüsenkrebs, die Pankreasruptur und die Mukoviszidose.

Mögliche Erkrankungen des endokrinen Teils des Pankreas sind u.a. die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und endokrine Tumore.

 

Bauchspeicheldrüse natürlich stärken

Bewusste Ernährung
Frittierte Lebensmittel und besonders Alkohol sollten unbedingt vermieden werden. Stattdessen sind Vollkornprodukte und gedünstetes Gemüse ratsam, denn dies stärkt die Bauchspeicheldüse. Wichtig ist für eine gesunde Bauchspeicheldrüse auch, dass langsam gegessen und die Nahrung gut gekaut wird.

Bitterstoffe
Bitterstoffe sind ein wichtiger Beitrag, um die Bauchspeicheldrüse gesund zu erhalten. Sobald sie von der Zunge und dem Gaumen wahrgenommen werden, schütten die Drüsen der Bauchspeicheldrüse, des Magens und der Galle ihre Verdauungssäfte aus. Gleichzeitig wird die Darmtätigkeit aktiviert. Natürliche Bitterstoffe liefern zum Beispiel die Salate Rucola und Radicchio.

Pflanzen und Gewürze
Auch verschiedene Pflanzen und Gewürze haben auf die Bauchspeicheldrüse eine positive Wirkung, beispielsweise Mariendistel, Kümmel, Gewürznelken, Lorbeerblatt, Artischocke, Zimt, Curry, Koriander, Löwenzahn, Anis, Fenchel, Kamille und gelber Enzian. Auch Ingwer ist ein natürliches Heilmittel für die Bauchspeicheldrüse.


Ausreichend trinken
Täglich sollten mindestens zwei Liter Wasser getrunken werden, wobei es gilt, zuckerhaltige oder farbige Getränke zu vermeiden. Auf Alkohol sollte verzichtet werden, da dieser zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse beiträgt.

Yoga
Körperliche Aktivität wie Yoga sorgt für eine gute Zirkulation des Sauerstoffs und der Nährstoffe im Körper. Dies verbessert die Funktionen der Bauchspeicheldrüse und anderer Organe.