Pfundskur Diät

Diese Diät belegt einen geteilten 15. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Es gibt zahlreiche Diäten mit unterschiedlichen Schwerpunkten und unterschiedlicher Zusammensetzung, die mehr oder weniger schnelle Erfolge versprechen. Crash-Diäten setzen auf schnellen Abnehmerfolg, manche Diätformen arbeiten mit dem Kalorienzählen, andere Diäten wiederum basieren auf einer langfristigen Ernährungsumstellung.

Der Nachteil der Crash-Diäten, so hat es sich herumgesprochen, ist der sogenannte Jojo-Effekt, der sich einstellt, sobald jemand, der abgenommen hat, wieder normal isst. Dieser lässt sich nicht vermeiden beim Verzicht, denn der Körper stellt auf Mangelzustand um und drosselt den Stoffwechsel. So ist er es seit Jahrtausenden gewöhnt, um zu überleben. Und so wird die Gewichtsabnahme durch Diäten, bei denen man hungern muss, schnell zum Boomerang, besonders dann, wenn man durch den Jojo-Effekt hinterher mehr Gewicht auf die Waage bringt als vor der Gewichtsabnahme, was vielen Menschen passiert.


Wie funktioniert die Pfundskur Diät?

Ernährungswissenschaftler wissen seit langem, dass langfristige Gewichtsabnahme und anschließendes Halten des Gewichtes nicht auf die Schnelle zu erreichen sind. Meistens liegt es an den Essgewohnheiten, dass Menschen zunehmen. Da hilft nur langfristige Ernährungsumstellung. Sie ist die einzige Erfolg versprechende Möglichkeit, um das Gewicht dauerhaft zu reduzieren und auch zu halten, zusammen mit einem ausgewogenen Bewegungsprogramm.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch die von Prof. Dr. Volker Pudel in Göttingen entwickelte Pfundskur. Sie ist auf den langfristigen Erfolg ausgerichtet. Die Grundannahme der Pfundskur ist, dass übergewichtige Menschen zu viel Fett verzehren und zu wenig Kohlenhydrate und dadurch zunehmen. Deshalb sollen die Pfunde schwinden durch Umstellung auf eine fettarme Ernährung, kombiniert mit viel Bewegung. Dr. Pudel sieht in falschen Ernährungsgewohnheiten die Hauptursache für Übergewicht.

Die Pfundskur gehört zu einigen wenigen Diäten, die keine schnellen Erfolge erhoffen lassen und auf das Durchhaltevermögen der Abnehmwilligen setzen. Die Pfundskur dauert 10 Wochen. Diese Zeit benötigt der Körper, um die Ernährungsgewohnheiten umzustellen.


Am Anfang der Diät werden Fragebögen und Tests ausgefüllt, um die eigenen Essgewohnheiten zu ermitteln. Anschließend werden die Abnehmwilligen in 4 Esstypen eingeteilt, denen bei der Pfundskur verschiedene Programme zugeordnet sind. Bei der Pfundskur isst man hauptsächlich fettarme Lebensmittel und versucht, Fett einzusparen, wo es möglich ist. Dabei auf eine ausgewogene Mischkost geachtet. Fast alles ist erlaubt, solange die tägliche Fettmenge nicht überschritten wird. Das Einsparen von Fett soll dann zur erwünschten Gewichtsabnahme führen.

Das heißt aber nicht, dass auf Fett ganz verzichtet werden soll, denn Fett ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Nahrung. Wer die Pfundskur gewissenhaft durchführt, darf täglich bis zu 60 g Fett essen. Diese werden in sogenannten „Fettaugen“ gemessen, nicht in Kalorien. Ein Fettauge steht für 3 g Fett. 20 Fettaugen pro Tag dürfen nicht überschritten werden. Dr. Pudel hat dafür eine Tabelle entwickelt, die die verschiedenen Lebensmittel mit ihren Fettaugen aufzeigt und so schnell einen direkten Überblick über besonders fetthaltige Lebensmittel verschafft. Darüber hinaus empfiehlt er den Abnehmwilligen, ein Ernährungstagebuch zu führen, um besser die eigenen Ernährungsgewohnheiten einschätzen zu lernen und Veränderungen anhand des Tagebuches erkennen zu können.

Besonders gut ist an dieser Diät, dass man fast auf nichts verzichten muss. In Maßen ist alles erlaubt. Von den fettarmen und -freien Lebensmitteln darf man essen, soviel man möchte, ob Obst, Gemüse, Kartoffeln, Salate, Fleisch oder Fisch. Auch Süßigkeiten dürfen in Maßen gegessen werden, allerdings eher fettarme wie z. B. Weingummis. Mit der Pfundskur kann man sich innerhalb der 10 Wochen langsam an fettärmere Lebensmittel gewöhnen. Diese Diät kann sehr gut in einen normalen Alltag eingebaut und kann auch von Berufstätigen ohne Probleme umgesetzt werden.

Vollmilch kann z. B. durch fettarme Milch ersetzt werden, Quark kann mit Mineralwasser zubereitet werden. Damit kann man Fette einsparen und durch die Kohlensäure wird der Quark sogar noch locker. Es müssen keine Besonderheiten beachtet oder exotische Lebensmittel gekauft werden. Butter und Margarine können durch Senf ersetzt werden oder man lässt einfach das Fett ganz weg. Bei Fleisch oder Fisch ist den fettarmen Sorten der Vorrang zu geben. Bei Geflügel kann die fettige Haut entfernt werden. Statt Sahne kann für die Soße der fettärmere Schmand gewählt werden oder saure Sahne, die noch weniger Fett hat. Es gibt viele Beispiele, wie sich Fett im Alltag wirksam reduzieren lässt. Krankenkassen sind von der Diät so angetan, dass sie ihren Mitgliedern die Diät empfehlen und die Abnehmwilligen bei dem Programm unterstützen. Wie man sieht, ist diese Diät im Alltag leicht durchzuführen, weil sie ohne großen Aufwand sehr gut umsetzbar ist.

Wie lange dauert die Pfundskur?

Bei der Pfundskur handelt es sich um eine langfristige Ernährungsumstellung, die für die Dauer von 10 Wochen geplant ist. Innerhalb dieser 10 Wochen soll man lernen, seine Ernährungsgewohnheiten auf eine fettärmere Ernährung umzustellen und die Regeln dieser Diät aktiv umzusetzen. Die Pfundskur setzt auf Langfristigkeit, schnelle Erfolge sind damit nicht zu erzielen. Der Gewichtsverlust ist sehr stark davon abhängig, ob man sich an die Vorgaben hält und möglichst viel Fett einspart. Natürlich muss man über die 10 Wochen hinaus weiter auf die Fettzufuhr achten, sonst sind Erfolge schnell wieder dahin.

Vor- und Nachteile der Pfundskur

Wie jede Diät hat auch die Pfundskur Vor- und Nachteile:

Vorteile

Einer der ganz großen Vorteile bei dieser Diät ist, dass alles gegessen werden kann. Die einzige Vorgabe ist, sich an die 20 Fettaugen täglich zu halten und diese Menge nicht zu überschreiten. Mit einer ausgewogenen, fettarmen Ernährung und ausreichender Bewegung soll eine Gewichtsabnahme herbeigeführt werden. Man darf sich auch satt essen, die Fettzufuhr ist das Einzige, was beachtet werden muss. Dadurch, dass wirklich alle Lebensmittel erlaubt sind, ist die Pfundskur sehr alltagstauglich und jeder kann sich innerhalb der Vorgaben nach seinen Vorlieben ernähren.

Nachteile

Da alle Lebensmittel erlaubt sind, nur Fett reduziert wird, kann man auch nur langsam Erfolge sehen. Außerdem kann man, wenn nur Fett reduziert wird, trotzdem die Gesamtkalorienmenge überschreiten, was doch nicht zur erwünschten Gewichtsabnahme führt. Jemand, der mit dieser Diät abnehmen will, muss sehr viel Durchhaltevermögen und Disziplin mitbringen. Das Hauptaugenmerk liegt hier allein auf dem Fett. Dabei wird außer Acht gelassen, dass auch Kohlenhydrate Übergewicht begünstigen können, denn überschüssige Kohlenhydrate werden in Fett umgewandelt. Bei Süßigkeiten muss dementsprechend berücksichtigt werden, dass nicht nur Fett, sondern auch Zucker dick macht. Und Bewegungsmangel ist generell eine der Hauptursachen für die Übergewicht. Die meisten Diätprogramme weisen auch darauf hin, dass über die Ernährungsumstellung hinaus ausreichende Bewegung notwendig ist, wenn Erfolge erzielt werden sollen.

Diätplan kompakt

Die Pfundskur ist sehr einfach aufgebaut, deshalb muss man sich auch nicht viel merken.

  • – so wenig Fett wie möglich
  • – maximal 20 Fettaugen (60 g Fett) pro Tag
  • – viel Bewegung
  • – ausgewogene Mischkost

Wie schwer ist es die Pfundskur durchzuhalten?

Die Pfundskur ist ausgerichtet auf langfristige Gewichtsabnahme. Deshalb sind Erfolge nicht sofort sichtbar. Die ersten 10 Wochen ist man mit der Ernährungsumstellung auf eine fettärmere Ernährung beschäftigt und muss sich langsam an geringere Fettmengen gewöhnen. Die Diät erfordert sehr viel Geduld von den Abnehmwilligen, die nicht jeder Mensch aufbringen kann. Da auch ein Ernährungstagebuch geführt werden soll, muss man schon ein bisschen Zusatzaufwand in Kauf nehmen.

Darüber hinaus ist regelmäßige Bewegung ein fester Bestandteil dieser Diät. Vernachlässigt man die Bewegung, wird der Erfolg geringer ausfallen. Da sowohl das Ernährungs- als auch das Bewegungsprogramm von der Regelmäßigkeit abhängig ist, müssen Teilnehmer sehr diszipliniert sein und Durchhaltevermögen besitzen. Wer das nicht hat, für den wird die Diät schwer durchzuhalten sein.

Aber ein positiver Aspekt ist, dass sie sehr alltagstauglich ist. Es müssen nicht wie bei vielen anderen Diäten exotische Lebensmittel und Gewürze beschafft werden, die Diät strapaziert auch nicht den Geldbeutel und sie ist auch für Berufstätige sehr gut in den Alltag zu integrieren. Da bei der Pfundskur keine Kalorien gezählt werden, besteht leider auch keine Kontrolle über die Gesamtkalorienmenge, die ja nicht unbedeutend ist für eine Gewichtszunahme. Wer zwar Fett einspart, aber trotzdem mehr isst, als er verbraucht, könnte entmutigt werden, weil sich nicht oder nicht so schnell eine Gewichtsabnahme einstellt.

Welche Beschwerden können u. a. auftauchen?

Im Prinzip ist die Pfundskur eine sehr gesunde Art der Gewichtsabnahme. Es sind keine Lebensmittel verboten, lediglich muss die Fettmenge kontrolliert werden. Daher sind größere Beschwerden nicht zu erwarten. Problematisch könnte allerdings sein, dass eine unbegrenzte Kohlenhydratzufuhr erlaubt ist. Da einseitig nur auf den Fettverzehr geachtet wird, könnte eine große Menge an Kohlenhydraten zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führen und ein Metabolisches Syndrom begünstigen, das wiederum langfristig zu Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen führen kann. Das ist allerdings nur der Fall, wenn man den Kohlenhydratverzehr unkontrolliert betreibt. Ansonsten ist diese Diät sehr gesund, weil alle Lebensmittel erlaubt sind und die Ernährung dadurch sehr ausgewogen ist im Vergleich zu vielen anderen Diäten. Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten ist sie ideal, weil sie zu einer Senkung der Blutfettwerte führt, wenn man sich an die Fettmenge hält.

Welche Kosten kann man erwarten?

Da die Pfundskur sehr alltagstauglich ist und ohne Probleme in die normale Haushaltsführung integriert werden kann, verursacht sie nur die ganz normalen Kosten für Haushaltsführung. Es hängt vom Einzelnen ab, welche Lebensmittel er wählt. Die Kosten lassen sich individuell gut steuern. Da Kohlenhydrate in der Regel preisgünstiger sind als z. B. Fleisch, ist diese Diätform auf jeden Fall günstiger als z. B. die LOGI-Diät, bei der viel Fleisch gegesessen wird, was sich im Budget stärker bemerkbar macht. Die Pfundskur ist damit auch für den schmalen Geldbeutel gut geeignet.