Was ist Capsaicin?

Capsaicin

Capsaicin ist ein Alkaloid, das in verschiedenen Paprika-und Chili-Schoten vorkommt. Es bewirkt, dass man etwas als heiß oder scharf empfindet. Capsaicin ist sehr stabil, weder Kochen noch Einfrieren können es zerstören.

Eigenschaften des Capsaicins

Capsaicin löst sich nicht in Wasser, aber in Fett und Ethanol. Es wirkt antibakteriell, fungizid und konservierend. Es reizt dieselben Nervenenden, die normalerweise Schmerzreize durch Hitze weiterleiten. Daher wird heiß und scharf oft ähnlich empfunden. In Englisch heißt beides auch gleich, nämlich »hot«.

Was beim Umgang mit Capsaicin zu beachten ist

Beim Schneiden von Chili-Schoten kann die Haut mit Capsaicin in Berührung kommen. Das führt zum Brennen der Haut. Capsaicin sollte man nicht mit Wasser abwaschen wollen, das nutzt nichts. Besser ist abreiben mit Alkohol oder Speiseöl. Capsaicin sollte nicht mit den Augen in Berührung kommen. Am besten man trägt Gummihandschuhe beim Zubereiten von Chili-Schoten.


Wenn das Essen zu scharf ist

Hat man etwas gegessen, dass durch Capsaicin zu scharf geworden ist, sollte man auf keinen Fall versuchen, das Brennen im Mund und Hals durch Wasser trinken zu bekämpfen. Dadurch wird es nur noch schlimmer, weil die Capsaicin-Partikel durch das Wasser erneut aufgewirbelt werden. Besser ist es, Milch zu trinken oder Joghurt zu essen. Das dämpft das Schärfeempfinden. Ist die Soße beim Kochen mit Chili zu scharf geworden, kann etwas Zucker oder Tomatensaft Abhilfe schaffen.

Sind kleine Chili-Schoten schärfer als große?

Nicht unbedingt. Das Capsaicin wird in der Plazenta und den Samenscheidewänden der Schote gebildet. Daher enthalten auch die Samenkörner relativ wenig Capsaicin. Die Menge des Capsaicins kann von Schote zu Schote variieren. Die größte Konzentration befindet sich in der Nähe der Samenscheidewände.

Wo wird Capsaicin verwendet?

Es wird sowohl als Aromastoff, in der Medizin als auch als Reizstoff verwendet.

  • Capsaicin als Aromastoff: Es hat keinen eigenen Geschmack, sondern nur die Reizwirkung, die als scharf empfunden wird. Die Aromaindustrie nutzt Extrakte von Chili-Schoten zum Würzen von Speisen.
  • Capsaicin in der Medizin:
    – Gegen Muskelschmerzen und Muskelverspannungen, Nervenschmerzen und Durchblutungsstörungen wird es äußerlich in Form von Salben, Cremes oder Pflastern angewendet. Die Wirkung beruht auf einer gesteigerten Durchblutung des Anwendungsgebiets.
    – Zur Wärmetherapie wird es zusammen mit Tonerde, Wasser und Senföl als Packung gegen Schmerzen und Verspannungen im Bewegungsapparat angewendet.
  • Capsaicin als Reizstoff: In Pfeffersprays ist es enthalten.
  • Missbrauch im Reitsport: Einige Springreiter behandeln die Vorderbeine der Pferde mit Capsaicin. Dadurch werden sie schmerzempfindlicher und die Pferde vermeiden Berührungen mit den Stangen der Hindernisse. Dies wird als chemisches Barren bezeichnet und ist natürlich verboten.
  • Capsaicin hält Eichhörnchen von Vogelhäusern fern. Den Vögeln macht der Wirkstoff nichts aus, der wirkt nur bei Säugetieren.
  • In Farben zum Anstrich von Booten wird Capsaicin verwendet, um das Anheften von Seepocken zu verhindern.
  • Glasfaser-Erdkabel werden damit behandelt, um das Anknabbern durch Nagetiere zu verhindern.


Wann darf Capsaicin nicht medizinisch angewendet werden?

  • Bei einer Hauterkrankung darf Capsaicin nicht äußerlich angewendet werden.
  • Für Säuglinge und Kleinkinder ist es ungeeignet.
  • Wenn die Nebenwirkungen wie Brennen und Hautrötung zu stark werden und nicht nach einiger Zeit nachlassen, sollte man Capsaicin nicht verwenden.
  • Bilden sich auf den behandelten Hautstellen Blasen, sollte man die Behandlung mit Capsaicin abbrechen.