Superfood: Kakao

Die Kakaobohne gelangte mit dem spanischen Eroberer Hernán Cortés im 15. Jahrhundert nach Europa. Als man die bitteren, gemahlenen Bohnen im 17. Jahrhundert mit Zucker und Milch mischte, trat der Kakao seinen Siegeszug um die Welt an. Im Gegensatz zu Schokolade macht roher Kakao nicht dick und ist ausgesprochen gesund.

Was ist Kakao?

Spricht man von Kakao, meint man den rohen Kakao. Er wird aus den etwa 500 g schweren ovalen Bohnen der Kakaofrüchte hergestellt, die am Kakaobaum wachsen. Sie enthalten in ihrem weichen Fruchtfleisch 20 bis 50 weiße Kakaobohnen. Nach der Ernte schlägt man die Schalen auf und breitet die Bohnen zum Trocknen in der Sonne aus. Das gärende Fruchtmark entzieht den Kakaobohnen einen Teil ihrer Bitterstoffe. Durch regelmäßiges Wenden erhalten sie die für Kakao typische dunkelbraune Farbe. Die trockenen, geschrumpften Bohnen werden verschifft und in den Zielländern dann zu Schokolade verarbeitet.


Produkte aus rohem, unbehandeltem und kaltgepresstem Kakao enthalten noch alle wichtigen Superfoodeigenschaften. Sie haben einen intensiven Zartbittergeschmack. Roher Kakao dient der Herstellung von Bitterschokolade.

Der Kakaobaum stammt ursprünglich aus Südamerika. Ab 1000 v. Chr. wurde er in Mittelamerika (Honduras) als Nahrungsmittel genutzt. Heute gibt es vier Kakaosorten (Criollo, Forastero, Trinitario und Nacional). Normaler, handelsüblicher Kakao ist meistens Forasterokakao. Criollo und Nacional werden zu Edelkakaoerzeugnissen verarbeitet.

Warum ist Kakao ein Superfood?

Roher Kakao enthält viele für die Gesundheit wichtige Inhaltsstoffe: Magnesium, Calcium, Eisen, Chrom, Zink, Kupfer, Vitamin C und E, Flavonoide, Polyphenole, einfach ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Anandamid, Arginin, Tyramin, Salsolinol, Dopamin, Serotonin, Histamin, Tryptophan und Phenylethylamin.

Er hat den höchsten Magnesium- und Eisengehalt aller Pflanzen. 100 g Rohkakao enthalten die doppelte Menge des im Spinat gebundenen Eisens. Mit 160 mg Calcium ist er sogar hochwertiger als Milch. Die mehr als 300 Inhaltsstoffe machen ihn zu einem der aktuell wertvollsten Superfoods.

Rohkakao…

  • stärkt das Immunsystem
    Seine Antioxidantien fangen freie Radikale und schützen so die Zellen. Sie verhindern das Auftreten entzündlicher Prozessen im Körper (Arteriosklerose, Krebs etc.). Schon vorhandene Entzündungen werden wirkungsvoll bekämpft. Außerdem beugen sie Blutgerinnseln vor.
  • schützt vor Erkältungskrankheiten
    Das Theobromin hemmt die Aktivität der sensorischen Nerven, die Erkältungen und Hustenreiz auslösen, und lindert vorhandene Beschwerden.
  • stärkt Knochen und Zähne
    Calcium und Magnesium sorgen für optimalen Schutz von Knochen und Zähnen.
  • senkt den Blutzucker
    Die im Rohkakao enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe senken den Blutzuckerspiegel, sodass die vor allem von Diabetikern gefürchteten Zuckerhighs ausbleiben.
  • senkt Blutdruck und Cholesterinspiegel
    Insbesondere der hohe Chrom- und Magnesiumgehalt wirkt blutdrucksenkend und schützt vor Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Ölsäuren stärken den Herzmuskel. Die Flavonoide senken den LDL-Spiegel.
  • reduziert das Hungergefühl
    Chrom und Ballaststoffe sorgen für eine rasche Sättigung.
  • erhöht die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
    Calcium, Magnesium und Flavonoide stärken die Muskeln und fördern so die Bewegungsfähigkeit. Von ihrer durchblutungsteigernden Wirkung profitiert auch das Gehirn. Gehirnleistung und Konzentrationsfähigkeit werden erhöht.
  • macht glücklich
    Regelmäßiger Kakaogenuss sorgt für seelische Ausgeglichenheit und vertreibt Depressionen. Für die seelischen Highs sorgen Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin, Anandamid, Phenylethylamin). Phenylethylamin steigert Wachheit und Konzentrationsfähigkeit. Anandamid bewirkt seelische Ausgeglichenheit und Entspannung.
  • sorgt für glatte, schöne Haut
    In der Kakaobutter enthaltenes CocoHeal fördert das Hautzellenwachstum und beugt Falten vor. Es versorgt die Haut mit viel Feuchtigkeit und unterstützt die Wundheilung.


Was Sie beim Kauf von Kakao beachten sollten

Beim Kauf von Kakao sollten Sie ausschließlich Rohkostqualität und Bioware kaufen. Produkte mit Zuckerzusätzen und Milch enthalten kaum bioverfügbare Inhaltsstoffe.

Die ganzen Kakaobohnen können ungeschält oder geschält, pur oder mit Honig verfeinert genossen werden. Außerdem lassen sie sich in der Kaffeemühle zu Kakaopulver zermahlen, das Sie Ihrem Dessert unterrühren können. Kakaopulver eignet sich außerdem vorzüglich für selbst gemachte Pralinen und Desserts. Kakaonibs sind grob zerkleinerte Bohnen, die gut zum Müsli passen. Rohkakaofertigerzeugnisse sind beispielsweise Rohkakaoriegel, die mit Datteln oder Agavendicksaft gesüßt sind.

Kakaobutter entsteht durch Kaltpressung der rohen Kakaobohnen. Sie wird selbstgemachten Pralinen beigemischt und kann wegen ihrer vielen wertvollen Fette und Öle auch als natürliche Feuchtigkeitscreme für die Haut verwendet werden.

Da roher Kakao einen sehr intensiven Geschmack hat, empfiehlt es sich, ihn anfangs nur in geringer Menge (1 TL Kakaopulver/1 Bohne täglich) zu konsumieren und die Aufnahmemenge langsam zu erhöhen. Alle Rohkakaoprodukte werden wie Zartbitterschokolade pur genossen oder nach Belieben Speisen hinzugefügt.

Die Nibs werden 30 Minuten gelutscht, dann gründlich zerkaut und hinuntergeschluckt. So können die unter der Zunge befindlichen, feinen Blutgefäße die Nährstoffe optimal absorbieren. Als Zwischendurchsnack konsumiert, sorgen die groben Kakaostücke für schnelle Energie und bremsen den Heißhunger.