Vitamin B7

Vitamin B7 kennt man auch unter der Bezeichnung Biotin. Mit sieben weiteren Vitaminen gehört es zum Vitamin-B-Komplex. Wie alle Vitamine dieses Komplexes beteiligt sich auch Biotin als Koenzym an der enzymatischen Umsetzung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten. Es ist verantwortlich für die Übertragung und Fixierung von Kohlendioxid bei den Reaktionszwischenprodukten. Auch innerhalb des Zellkerns spielt Biotin eine wichtige Rolle, indem es dem Ablesen von genetischen Informationen dient. Außerdem ist Biotin wichtig für die gesunde Entwicklung von Haaren, Nägeln und Haut.


Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin B7?

Der genaue Tagesbedarf an Biotin ist nicht bekannt. Jedoch empfiehlt die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) für Erwachsene 30 bis 60 Mikrogramm. Für Kinder ist ein geringerer Wert angegeben. Man geht jedoch davon aus, dass der Tagesbedarf durch die Nahrung vollständig gedeckt wird, zumal Biotin in allen Lebensmitteln – zumindest in kleinen Konzentrationen – enthalten ist. Außerdem hat der Körper gewissermaßen einen Recyclingmechanismus, wobei bereits verwendetes Biotin aufbereitet und erneut eingesetzt wird.

In welchen Nahrungsmitteln ist besonders viel Biotin enthalten?

Besonders viel Biotin ist in folgenden Lebensmitteln enthalten, wobei sich die Angaben auf jeweils 100 Gramm beziehen:

  • Trockenhefe (200 Mikrogramm)
  • Rinderleber (103 Mikrogramm)
  • Eigelb (50 Mikrogramm)
  • Sojabohnen (30 Mikrogramm)
  • Haferflocken (20 Mikrogramm)
  • Walnüsse (19 Mikrogramm)
  • ungeschälter Reis (12 Mikrogramm

Welche Folgen hat eine Unterversorgung mit Vitamin B7?

Ein Biotinmangel macht sich erst nach einer längeren Unterversorgung bemerkbar. Es treten folgende Symptome auf:

  • Haarausfall
  • brüchige Nägel
  • Appetitlosigkeit
  • Störungen des Fettsäurestoffwechsels
  • Muskelschmerzen
  • Herzfunktionsstörungen
  • Anämie
  • Depressionen
  • Bewegungsstörungen
  • Halluzinationen

Welche Ursachen hat ein Biotinmangel?

In der Regel kann der Körper ausreichend mit Biotin versorgt werden. Dennoch kann es in Ausnahmefällen zu einer Unterversorgung mit Vitamin B7 kommen. Ein Biotinmangel kann folgende Ursachen haben:

  • Ein regelmäßiger Verzehr von rohen Eiern führt langfristig zu einem Biotinmangel. Im Eiklar ist ein Protein mit dem Namen Avidin enthalten, welches Biotin sehr fest an sich bindet. Auch beim Abbau dieses Proteins kann das Biotin nicht freigesetzt werden. So wird alles Biotin im Körper, einschließlich der im Darm erzeugten geringen Mengen, von Avidin gebunden.
  • Da Biotin auch im Darm durch dort ansässige Bakterien in geringen Mengen gebildet wird, kann eine längerfristige Antibiotikabehandlung zu einer Zerstörung der Darmflora und somit zu Biotinmangel führen.
  • Störung der Biotinresorption bei Kurzdarmsyndrom
  • chronischer Alkoholmissbrauch
  • Dialysebehandlung bei Nierenerkrankungen
  • Einsatz von Antikonvulsiva (Medikamente gegen epileptische Anfälle)
  • Schwangerschaft
  • Säuglinge, die mit biotinarmer Fertignahrung ernährt werden, können Mangelerscheinungen entwickeln.

Welche Folgen hat eine Überdosierung von Biotin?

Bei einer Einnahme hoher Biotinkonzentrationen wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Allerdings ist die Datenlage noch unvollständig. Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, die tägliche Dosis von 180 Mikrogramm Biotin nicht zu überschreiten.


Biotin in Medikamenten

Unter bestimmten Bedingungen müssen Biotinpräparate verabreicht werden, um eine drohende Unterversorgung mit Vitamin B7 abzuwenden. Das ist beispielsweise bei Patienten der Fall, die sich gerade einer Darmoperation unterzogen haben. Hier wird eine Infusionslösung mit Biotin gegeben. Auch bei einigen sehr seltenen genetisch bedingten Stoffwechselerkrankungen muss lebenslang Biotin appliziert werden.

Fazit

Ein Mangel an Vitamin B7 tritt zwar sehr selten auf. Im Gegensatz zu einigen anderen Vitaminen des Vitamin-B-Komplexes ist aber eine isolierte Hypovitaminose von Vitamin B7 möglich. Negative Folgen bei einer Überdosierung wurden bisher nicht beobachtet.