Montignac Methode

Diese Diät belegt einen geteilten 28. Platz beim großen Bauch.de Diätvergleich

Bei der Montignac Methode, entwickelt von dem Franzosen Michel Montignac, handelt es sich um eine Ernährungsform, bei der bestimmte Lebensmittel nach ihrem glykämischen Index eingeteilt werden.
Basierend auf dem Grundsatz: Man nimmt nicht zu, weil man zuviel, sondern weil man das Falsche isst, geht es bei dieser Diät weder um Hungern noch um Kalorienzählen. Im Vordergrund steht viel mehr die richtige, kontrollierte Zusammenstellung der Mahlzeiten und der Genuss am Essen.

Der Verzicht beschränkt sich auf wenige ungesunde Nahrungsbestandteile sowie industriell bearbeitete Lebensmittel, statt dessen wird alles frisch aus naturbelassenen Zutaten zubereitet.
Auf diese Weise soll das Idealgewicht erreicht und dauerhaft gehalten werden.


Wie funktioniert die Montignac Methode?

Entscheidend ist weniger die Energiedichte der Nahrungsmittel, sondern ihr glykämischer Index. Damit wird der Zuckergehalt bezeichnet, der die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse bestimmt.
Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Kohlenhydrate, die von Montignac in „gut“ mit einem niedrigen und „schlecht“ mit einem hohen glykämischen Index eingeteilt werden.

Schlechte Kohlenhydrate sind u. a. Zucker, industriell verarbeitete Produkte aus Weißmehl und Stärke, aber auch gekochte Lebensmittel mit hohem Stärke- oder Zuckeranteil wie Kartoffeln, Karotten und Mais. Sie führen zu einem rasanten Glukoseanstieg und einem hohen Blutzuckerspiegel. Zur Erreichung des Normalwertes muss die Bauchspeicheldrüse entsprechend viel Insulin ausschütten, ein Hormon, das die Einlagerung von Fettreserven begünstigt. Solche Dauerbelastungen der Bauchspeicheldrüse können zur Funktionsstörung Hyperinsulinismus führen. Dabei wird ständig zuviel Insulin abgegeben, was langfristig zu Übergewicht führt.

Gute Kohlenhydrate dagegen wie Vollkornprodukte, Naturreis, Gemüse, bestimmte Hülsenfrüchte und fast alle Obstsorten wirken im Körper völlig anders. Sie lassen den Blutzuckerspiegel nur geringfügig und langsam ansteigen, die Insulinausschüttung ist gering und es werden keine Fettpolster angelegt.


Die Montignac Diät ist eine grundlegende Ernährungsumstellung, die in zwei Phasen abläuft.

Phase 1 dient der Gewichtsabnahme, Phase 2 der Stabilisierung und Gewichtserhaltung.

Drei Mahlzeiten täglich sind Pflicht, wobei das Frühstück stets reichhaltig sein sollte, das Mittagessen normal und das Abendessen sehr leicht und fettarm. Snacks und Zwischenmahlzeiten werden überflüssig, wenn zu den Hauptmahlzeiten ausreichend gegessen wurde.m Auf diese Weise bleibt der Blutzuckerspiegel während des Tages stabil und Heißhungerattacken werden vermieden. Die Bauchspeicheldrüse wird entlastet, erlangt nach und nach wieder ihre normale Funktion und der gesamte Stoffwechsel reguliert sich.

Während in Phase 1 nur Nahrungsmittel mit niedrigem glykämischen Index als Beilagen erlaubt sind, dürfen in Phase 2 Speisen mit etwas höheren Werten gegessen und auch kleine Ausnahmen gemacht werden.

Wie lange dauert diese Diät?

Das richtet sich danach, wie viel Gewicht Sie verlieren möchten und wie konsequent Sie die Richtlinien einhalten.

In Phase 1 der Montignac Methode lernen Sie, Ihre Ernährung umzustellen, damit Ihr Körper entgiftet und Ihr Stoffwechsel normalisiert wird. Sie können diese Phase bedenkenlos ausdehnen, bis Sie Ihr Wunschgewicht erreicht haben, denn trotz des Verzichts auf einzelne bestimmte Nahrungsmittel können die Mahlzeiten abwechslungsreich und vor allem ausgewogen gestaltet werden.

Phase 2 dient der Stabilisierung und Erhaltung des erreichten Gewichts durch Beibehaltung der bisherigen Ernährung. Hier sind allerdings von Zeit zu Zeit Ausnahmen erlaubt, ohne dass diese gravierende Auswirkungen haben. Diese Phase der Diät können Sie auf Dauer beibehalten, damit Sie nicht wieder in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen.

Die Montignac Methode ist keine herkömmliche, zeitlich begrenzte Diät, sondern eine dauerhafte Ernährungsumstellung.

Wie viel nimmt man ab?

Soviel Sie wollen! Wenn Ihre Ernährung zuvor sehr zuckerhaltig war und Sie gern Kartoffeln und Weißmehlprodukte verzehrt haben, können Sie bereits im ersten Diätmonat 4 bis 5 Kilo abnehmen. Eine Gewichtsabnahme von 10 bis 15 Kilo würde demnach zwei bis drei Monate dauern, abhängig davon, wie rasch sich Ihre Bauchspeicheldrüse erholt und wieder normal arbeitet. Doch auch, wenn Sie weniger abnehmen möchten, sollten Sie die Phase 1 nicht abrupt beenden. Ziel der Montignac Methode ist weniger die Gewichtsabnahme, sondern hauptsächlich, die Funktion Ihrer Bauchspeicheldrüse wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Nur wenn Verdauung und Stoffwechsel wieder optimal aufeinander abgestimmt sind, bleibt der Jojo Effekt aus.

Vorteile und Nachteile der Montignac Methode

Der Vergleich der Vorteile und Nachteile dieser Diät zeigt, dass erstere deutlich überwiegen, denn sie beschränken sich nicht nur auf die bloße Gewichtsabnahme. Zahlreiche Gesundheitsprobleme wie Herzkreislauferkrankungen, Arteriosklerose, Diabetes, Gelenkentzündungen und chronische Verdauungsbeschwerden sind auf einen entgleisten Stoffwechsel und damit verbundene Gewichtsprobleme zurückzuführen. Eine Ernährungsumstellung, wie bei der Montignac Methode praktiziert, kann hier wirksam und dauerhaft Abhilfe schaffen.
Ein Nachteil der Diät sind die zunächst recht kompliziert wirkenden Ernährungsvorschriften.
Um Erfolg zu haben, müssen Sie genau beachten, wie Sie Ihre Mahlzeiten zusammenstellen, welche Lebensmittel Sie wann essen dürfen und welche absolut tabu sind. In manchen Fällen entscheidet auch die Zubereitungsart darüber, ob Sie etwas essen dürfen oder nicht.

Zudem kann es eine Weile dauern, bis Ihr Stoffwechsel sich umgestellt hat, deshalb ist diese Diät nicht zum schnellen Abnehmen übers Wochenende geeignet.

Montignac Methode Diätplan kompakt

Der Diätplan empfiehlt ein reichliches Frühstück in folgenden Varianten:

Kohlenhydrat-Frühstück mit Obst, Vollkornprodukten, Magerjoghurt und ungezuckerter Marmelade, ohne Weißmehlprodukte, Konfitüre, Honig, Vollmilchjoghurt und Streichfett.
Obstfrühstück, bei dem außer Banane, Obstsalat, Fruchtkonserven und kandiertem Obst alle Sorten erlaubt sind.
Lipo-Protein-Frühstück mit Ei, Schinken, Käse und Magermilch, ohne Obst, Brot und anderen Kohlenhydraten.
Mittags sieht der Diätplan ausgewogene Mischkost vor, entweder als Lipo-Protein-Mahlzeit mit Eiern, Fisch, Fleisch, Geflügel, Wild oder Wurst, dazu rohes oder gekochtes Gemüse in beliebiger Menge. Verboten sind stärkehaltige Beilagen wie Kartoffeln, Reis, Brot und Teigwaren, Panaden, Rüben, Pasteten und Pizza. Vermeiden Sie auch sehr fettes Fleisch, Geflügelhaut, Weißwurst und Klößchen.
Oder essen Sie eine Kohlenhydrat-Protein-Mahlzeit aus eiweißreichem Gemüse wie Linsen, Bohnen oder Erbsen, einer kleinen Portion Naturreis oder Vollkornnudeln, dazu reine Tomaten- oder Champignonsauce und Obstkompott. Verzichten Sie dabei auf Zucker, Fett, Kartoffeln, gekochte Möhren, weißen Reis, Hartweizen- und Eiernudeln, Mais sowie zucker-, mehl- und mondaminhaltige Würzsaucen.
Ihr Abendessen können Sie ebenso zusammen stellen, achten Sie jedoch auf kleine fettarme Portionen und essen Sie kein Fleisch, wenn es bereits mittags etwas gab. So ist die Verdauung vor der Nachtruhe abgeschlossen, das fördert Schlaf und Fettverbrennung.

Weitere Grundregeln der Montignac Methode für beide Phasen:
Achten Sie weder auf die Menge noch auf die Kalorienzahl, essen Sie sich satt. Drei Mahlzeiten täglich müssen sein, lassen Sie keine aus. Verzichten Sie aber möglichst auf Zwischenmahlzeiten und Snacks.
Lassen Sie sich Zeit beim Essen, meiden Sie Ablenkung, kauen Sie gründlich und beenden Sie die Mahlzeit, wenn Sie sich satt fühlen.

Vermeiden Sie reinen Zucker in jeder Form, auch als Getränk, verzichten Sie auf Cocktails und Liköre und trinken Sie höchstens 1 Glas Wein oder Bier zum Essen, nie davor. Völlige Alkoholabstinenz beschleunigt die Gewichtsabnahme.
Der tägliche Fettanteil sollte auf etwa 30% der Nährstoffe begrenzt sein und sich aus gesättigten (25%), einfach ungesättigten (50%) und mehrfach ungesättigten (25%) Fettsäuren zusammensetzen. Verzichten Sie besser auf gesättigte Fette in Fleisch, fetter Wurst, Vollmilchprodukten und Butter zugunsten von Fischfett und Pflanzenölen.

Meiden Sie industriell verarbeitete Nahrungsmittel wie Fertiggerichte und –saucen, Frühstücksflocken und Fertigmüsli. Sie enthalten Zuckerstoffe und zuviel Fett. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten selbst zu, verwenden Sie frische Zutaten oder Tiefkühlware statt Konserven.

Essen Sie rohes Obst stets mindestens 15 Minuten vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen. Es wird dann schneller verdaut und ist bekömmlicher. Wenn möglich, Früchte nur waschen, nicht schälen: Die Schale enthält Stoffe, die den glykämischen Index von Obst senken und somit beim Abnehmen helfen.

Wenn Sie keinen Appetit auf Frühstück haben, war Ihre Abendmahlzeit wahrscheinlich zu üppig. Essen Sie abends wirklich nur kleine Mengen leicht verdaulicher Speisen.
Ausnahmen vom Diätplan können z.B. etwas mehr Alkohol zu den Mahlzeiten, Beilagen und Hauptgerichte mit „schlechten“ Kohlenhydraten oder eine Süßspeise sein. Sie sind erst in Phase zwei erlaubt, wenn der Stoffwechsel sich stabilisiert hat und sollten nicht zu häufig vorkommen.

Wie schwer ist diese Diät durchzuhalten?

Das hängt von Ihrer Einstellung ab. Wenn Sie bereit sind, Ihre Ernährungsgewohnheiten konsequent auf Dauer umzustellen, werden Sie angenehm überrascht sein. Auch in Phase 1 müssen Sie auf kaum etwas verzichten, selbst das aufwändige Kalorienzählen entfällt. Sie können und sollen sich 3x täglich satt essen und dabei lernen, Ihre Mahlzeit zu genießen.
Wenn Sie sich bisher viel von Süßem, Weißmehlprodukten und Fastfood ernährt haben, fällt Ihnen der Verzicht darauf möglicherweise zunächst schwer. Doch wenn sich Ihre Bauchspeicheldrüse erholt hat, lässt auch das übermäßige Verlangen nach Zucker nach und es fällt leichter, die Diät durchzuhalten.

Welche Beschwerden können u. a. auftreten?

Das hängt meist mit den bisherigen Essgewohnheiten zusammen. Ihr Körper ist vielleicht daran gewöhnt, dass Sie für die Glukoseversorgung von außen sorgen, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Wenn er jetzt bei der Diät selbst dafür sorgen muss, dass Glukose aus den Fettreserven gewonnen wird, kann es kurzzeitig zum Absinken des Blutzuckerspiegels, verbunden mit Müdigkeit, kommen. Das geht schnell vorbei, wenn Sie eisern bleiben und keinesfalls zu Süßigkeiten greifen. Auch die reichhaltige Versorgung mit Ballaststoffen kann zunächst ungewohnt sein und zu Bauchschmerzen oder Völlegefühl führen. Gewöhnen Sie Ihren Körper langsam daran, indem Sie die Mengen nach und nach steigern.
Eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz ist wichtig, um Stoffwechselschlacken auszuscheiden. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verstopfung und dunkler Urin können Anzeichen für ein Flüssigkeitsdefizit sein.

Welche Kosten sind zu erwarten?

Da weder kostspielige Eiweißdrinks, noch teure Nahrungsergänzungsmittel nötig sind, halten sich die Kosten in einem überschaubaren Rahmen. Zwar sind Bio-Produkte in der Regel etwas teurer als konventionell hergestellte Ware, doch der Verzicht auf Fertiggerichte, Fastfood und Süßigkeiten gleicht das wieder aus.