Basenfasten anschaulich erklärt

Basenfasten

In der Erkenntnis der allgemeinen Übersäuerung unseres Organismus durch die moderne Form der Ernährung hat sich eine Variante der Entschlackung bahngebrochen, die ausschließlich basische Lebensmittel zur Anwendung bringt. Beim sogenannten Basenfasten geht es also darum, den Körper „chemisch zu neutralisieren“.

Wer hat’s erfunden?

Über die Themen Schüßler-Salze, Fasten und Entgiftung hat die Heilpraktikerin Sabine Wacker mehrere Bücher geschrieben. Gemeinsam mit dem Arzt Andreas Wacker hat sie auf diesen Erkenntnisgrundlagen 1997 das (originale) Basenfasten entwickelt und auch darüber veröffentlicht. Daraus ist schließlich für das Hotelfach das Basenfasten Franchise System entwickelt worden. Im Vordergrund steht dabei neben natürlichen und naturbelassenen Lebensmitteln vor allem ein klares Bewusstsein für die gesunde Ernährung. Da wie bei vielen Diäten ein Nahrungsentzug oder eine Mangelernährung nicht vorgesehen ist, kann diese Kur problemlos im normalen Alltag angewandt werden.

Wann solltest Du Basenfasten?

Wir sind alle die Opfer unserer eigenen Angewohnheiten. Über die Jahre können uns einige davon übersäuern und richtig krank machen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ungesunde Ernährung
  • Übermäßiges Essen
  • Zu hastiges Essen
  • Mangelnde Bewegung
  • Stress
  • Genussgifte wie Nikotin, Koffein, Alkohol, Zucker
  • Medikamente

Durch Übersäuerung besonders in Mitleidenschaft gezogen werden:

  • Nieren und Blase
  • Magen, Leber und Darm
  • Zähne und Knochen
  • Muskeln und Gelenke
  • Haut und Haare

Daher sind regelmäßige Entschlackungen und Entsäuerungen für unseren Körper außerordentlich wichtig. Durch entschlackende und entsäuernde Maßnahmen werden giftige Stoffwechselabbauprodukte gelöst und ausgespült.

Worin liegt der Unterschied zum Heilfasten?

Während Du beim Heilfasten nur Wasser oder bestenfalls mal ein Glas Saft trinken darfst, kannst Du Dich beim Basenfasten richtig satt essen. Insofern muss das Basenfasten nicht unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, auch dann nicht, wenn beispielsweise eine chronische Erkrankung vorliegt. Ganz im Gegenteil: Da hierbei ungesunde, belastende Lebensmittel (oder Genussmittel) gemieden und ausschließlich durch Vitalstoffe ersetzt werden, kann der Organismus in dieser Phase sehr viel leichter Regenerations- und Heilungsprozesse in Gang bringen.

Über die Wirkweise des Basenfastens

Grundsätzlich werden alle Lebensmittel, die sauer verstoffwechselt werden, ausgelassen. All jene, die basisch verstoffwechselt werden, kannst Du gekocht oder roh praktisch in beliebigen Mengen zu Dir nehmen. Zu den neutralen Lebensmitteln gehören zum Beispiel Öle, sie können die Basenfastenwoche bereichern.

Eine Übersäuerung des Körpers ist oftmals mit einem trägen Darm oder umgekehrt an chronischen Durchfall gekoppelt. Die ständig gestörte Darmentleerung hat einen sehr negativen Einfluss auf die Darmflora. Langfristig entwickeln sich daraus chronische Entzündungen der Darmschleimhaut.

Du solltest dazu wissen, dass der Darm maßgeblich für ein gut funktionierendes Immunsystem zuständig ist. Deine Immunzellen wehren nicht nur einen Schnupfen an nasskalten Novembertagen ab, sondern attackieren auch (entartete) Krebszellen, die sich immer und überall im Körper bilden können. Durch das Basenfasten kann sich der Darm endlich mal erholen, Entzündungen bilden sich zurück, die Darmflora bekommt die Chance, ihr Gleichgewicht wiederzuerlangen.

Eine kleine Auswahl von Basenbildnern

 

  • Obst
  • Gemüse
  • Pilze
  • Kräuter
  • Keimlinge
  • Samen und Kerne
  • Mandeln und Nüsse
  • Hochwertige Öle (Lein-, Oliven-, Rapsöl)

Viele Leser stellen an dieser Stelle die Frage: „Was ist denn daran basisch, wenn ich eine saure Zitrusfrucht wie eine Zitrone esse?“ Das zeigt, dass der Fragesteller Ahnung von Chemie hat. Wir sprechen hier aber über den menschlichen Organismus und seine komplexen Verdauungsmechanismen. In dem Moment, wenn Magen und Dünndarm die saure Zitrone aufschlüsseln, entstehen Stoffe, die unsere Zellen eben nicht mehr mit dem Charakter einer Säure belasten.

Gegenüberstellung einiger Säurebildner

 

  • Alle tierischen Eiweiße (Milch und Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch, Schalentieren)
  • Alle Getreidearten sowie Getreideprodukte (Brot, Nudeln, Gebäck)
  • Zucker und Süßigkeiten
  • Bestimmte Gemüse wie Spargel, Rosenkohl oder Artischocke
  • Hülsenfrüchte
  • Kaffee
  • Teesorten wie Grüner Tee, Schwarztee, weißer Tee, Früchtetee
  • Limonade und Cola
  • Jede Form von Alkohol

Die von dem Ehepaar Wacker eingeführte Einordnung der Lebensmittel in Basen und Säure bildend darf durchaus kritisch gesehen werden. Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Vormann weist daraf hin, dass die Liste etwas willkürlich und nicht streng wissenschaftlich aufgestellt ist. Er empfiehlt stattdessen einen Blick auf:

http://www.saeure-basen-forum.de/index.php/nahrungsmitteltabelle

Prof. Vormann, Jahrgang 1953, studierte zunächst Ernährungswissenschaften an der Universität Hohenheim in Stuttgart und promovierte dann mit seiner Arbeit „Pharmakologie und Toxikologie der Ernährung“. Heute leitet er das „Institut für Prävention und Ernährung“ (IPEV) in Ismaning in der Nähe von München. Seine Kernarbeitsgebiete sind:

  • Biochemie und Pathophysiologie von Mineralstoffen
  • Spurenelementen und Vitaminen
  • Säure-Basen-Haushalt

Wer sollte Basenfasten?

Basenfasten ist für jeden Menschen gut und ein effektiver Beitrag zur Krankheitsprävention. Chronische Erkrankungen sind oftmals durch eine falsche Ernährung verursacht. Daher ist Basenfasten bei chronisch kranken Menschen besonders empfehlenswert. Dies gilt insbesondere für diese Krankheitsbilder:

  • Chronischer Durchfall, Blähungen oder chronische Verstopfung
  • Viele chronische Hautprobleme
  • Migräne
  • Rheuma und andere Autoimmunerkrankungen

Es gibt aber auch Gegenanzeigen, dies betrifft schwangere oder stillende Frauen und Menschen mit Essstörungen.

Die zehn Regeln zum Basenfasten nach Sabine Wacker

 

  1. Während der Kur solltest Du zum entlastenden Durchspülen von Lymphe und Nieren jeden Tag bis zu drei Liter verdünnten Kräutertee oder möglichst reines Quellwasser trinken. Dem Tee oder einem Fruchtsaft sollten keine Farbstoffe oder Aromen zugesetzt sein.
  2. Im Falle eines empfindlichen Darms, einer Lebensmittelallergie oder Lebensmittelunverträglichkeit solltest Du mit Rohkost vorsichtig umgehen.
  3. Entlasten bedeutet auch, einfach zu essen, also nicht zu viel zu mischen oder durcheinanderzuessen. Praktisch heißt das, dass Deine Mahlzeit nicht mehr als vier Gemüse- oder Obstsorten enthalten sollte.
  4. Unreife Früchte oder Gemüse können schmerzhafte Blähungen verursachen. Das Mengen- beziehungsweise Massenverhältnis von Gemüse zu Obst sollte stets in etwa 80 zu 20 betragen, wobei das Obst eher in den Vormittag gehört und das Gemüse besser in die Mittags- und Abendzeit passt. Der Grund dafür liegt darin, dass Obst mit seinem hohen Zucker- und Wasseranteil den Verdauungstrakt ziemlich schnell durchläuft. Wenn es dann im Darm auf Gemüse trifft, das noch nicht ganz verdaut ist, beginnt ein Gas bildender Gärungsprozess, der schmerzhafte Blähungen zur Folge haben kann.
  5. Nach circa 14 Uhr ist die Leber mit ihrer internen Entgiftung beschäftigt. Daher wird zur späteren Tageszeit Obst und rohes Gemüse schwerer verdaut. Auch die anderen Organe, die für die Entgiftung des Körpers zuständig sind, arbeiten abends und nachts recht aktiv. Daher solltest Du auf das Essen nach 18 Uhr grundsätzlich verzichten.
  6. Dünste das Gemüse möglichst mit nur wenig Wasser. Gut bewährt für eine schonende Zubereitung hat sich zum Beispiel der Gemüsedämpfer mit Siebeinsatz. Denke immer daran: Je länger das Gemüse gegart wird, desto wertloser wird es für Deinen Körper. Serviere es daher „al dente“.
  7. Durch starkes Würzen werden die Geschmacksnerven irritiert, Du verlierst dabei das Gefühl für die Sättigung. Daher solltest Du Knoblauch sogar ganz meiden. Benutze besser frische Kräuter und verwende etwas Kräutersalz ohne Geschmacksverstärker.
  8. Iss stets so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Das gelingt immer dann, wenn Du mit dem Essen aufhörst, bevor Du richtig satt bist. Dazu solltest Du wissen, dass das Sättigungsgefühl etwas träge ist und sich immer erst zeitlich verzögert einstellt.
  9. Dein Körper weiß meistens, was er gerade braucht. Daher solltest Du stets jene Obst- und Gemüsesorten essen, auf die Du gerade so richtig Appetit hast.
  10. „Gut gekaut ist halb verdaut“. Dieses einfache Sprichwort enthält so viel Wahrheit wie Gesundheit.

Wie lange dauert eine Basenfasten-Kur?

Schon mit zehn Tagen bewirkst Du sehr viel für Deine Gesundheit, wenn Du ohnehin normalgewichtig bist. Wer (zurecht) etwas Gewichtsverlust anstrebt, darf die Kur gern auf drei Wochen ausdehnen. Der Trick besteht darin, das Basenfasten öfter mal im Jahr durchzuführen und in der Tatsache, dass die Menschen, die das machen, sich ohnehin und ganz generell eine gesündere Ernährungsweise angewöhnen. Damit hast Du dann richtig gewonnen.