Abnehmen im Schlaf

Abnehmen im Schlaf - Geht das wirklich?

Ein Wunsch, den sich wohl jeder gern erfüllen würde. Schlafen und dabei purzeln die Kilos… Ein Geheimrezept? Ein Arzt verspricht mit seinem Ernährungskonzept „Schlank im Schlaf“, dass die Pfunde tatsächlich über Nacht verschwinden, wenn man sich an bestimmte Ernährungsregeln hält. Doch stimmt das auch? Kann man wirklich nachts Gewicht verlieren? Wie kann man im Schlaf schlank werden?

Im Schlaf schlank werden

Hört sich zunächst wie ein Märchen an. Einfach schlafen und dabei abnehmen? Wie soll das funktionieren? Gut, jeder, der sich morgens auf die Waage stellt, wird schon einmal festgestellt haben, dass morgens die Waage ca. ein halbes Kilo weniger anzeigt. Diese Gewichtsabnahme ist auf den nächtlichen Wasserverlust zurückzuführen.

Der Mediziner hat sich als Internist ausgiebig mit dem Stoffwechsel und den Mechanismen, wie und warum man zu- oder abnimmt, beschäftigt.
Nur allein durch Schlafen funktioniert es natürlich nicht mit dem Abnehmen. Das Prinzip funktioniert nach den Prinzipien der Trennkost. An sich nichts Neues, denn Trennkost als Ernährungsform ist seit langem bekannt. Das Ernährungsprinzip, im Schlaf schlank zu werden, arbeitet mit dem menschlichen Biorhythmus und dem Insulinspiegel.


Ein ständig erhöhter Insulinspiegel und seine Folgen

Einen erhöhten Insulinspiegel soll die Ursache für Fettleibigkeit sein. Nach jeder Mahlzeit schüttet der Körper Insulin aus, um den Blutzucker abzubauen. Über den Blutkreislauf nimmt der Körper die Zuckermoleküle auf. Das blockiert einerseits die Fettverbrennung und regt andererseits den Körper an, Fett zu speichern. Regelmäßige Zwischenmahlzeiten sorgen für einen ständig erhöhten Insulinspiegel, die Bauchspeicheldrüse muss ständig auf Hochtouren arbeiten. Auf lange Sicht eine Überforderung, die Diabetes begünstigen kann. Gerade die von Ernährungswissenschaftlern empfohlenen Zwischenmahlzeiten führen demnach zu einem ständig erhöhten Insulinspiegel.

Wie soll man im Schlaf schlank werden?

Um den Insulinspiegel zu senken, sieht das Ernährungskonzept 3 Mahlzeiten am Tag vor, dazwischen sollen immer 5 Stunden Pause sein, damit die Bauchspeicheldrüse sich erholen kann. Bei Kindern werden 4 Mahlzeiten mit 4 Stunden Pause empfohlen. In den Pausen sind ungesüßter Tee, Wasser und Kaffee erlaubt.
Das Frühstück soll nur Kohlenhydraten wie Müsli, Obst und Brot enthalten, um dem Körper Energie zu liefern. Zum Mittagessen kann man Mischkost aus Kohlenhydraten und Eiweiß wählen. Zum Abend hin soll auf Kohlenhydrate verzichtet werden, weil der Körper in der Nacht die Fettdepots verbrauchen soll. Bei Kohlenhydraten in der Abendmahlzeit würde die Fettverbrennung blockiert, weil diese durch das Vorhandensein von Insulin verschlossen würden.

Ist das Ernährungskonzept alltagstauglich?

Klingt einfach und einleuchtend. Doch funktioniert diese Ernährungsweise im Alltag? Es gibt einige Befürworter, die tatsächlich diverse Kilos mit dieser Ernährungsweise abgenommen haben. Doch für Otto Normalverbraucher wird diese Ernährung schwer zu realisieren sein. Zum Frühstück werden teilweise überproportionale Portionen zum Sattessen empfohlen, damit der Körper die 5-stündige Pause durchhält. Diese Empfehlungen grenzen geradezu an Mast. Sollten wir uns nicht eher nach unserem Hungergefühl richten sollen? Wer schon einmal versucht hat, die empfohlenen Mengen an Kohlenhydraten zum Frühstück zu sich zu nehmen, spürt schnell einen Widerwillen. Zudem funktioniert diese Trennkost nur zusammen mit Sport, um Muskelschwund zu vermeiden.

Was sagt die Ernährungswissenschaft?

Es stimmt, dass ein erhöhter Insulinspiegel die Fettverbrennung drosselt. Über die Mechanismen gibt es aber keine gesicherten Erkenntnisse. Die Einteilung in Stoffwechseltypen bei dieser Form der Trennkost ist nicht bewiesen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält 5 kleinere Mahlzeiten für sinnvoller, um Heißhungerattacken zu vermeiden. Bei der vorgeschlagenen Trennkost bekommt man den Eindruck, dass für den Abnehmerfolg allein die Zusammensetzung der Nahrung verantwortlich ist und nicht die Kalorienmenge. Dabei kann es als gesichert gelten, dass die Kalorienzufuhr entscheidend ist für eine Gewichtszunahme oder -abnahme.

Fazit

Das Ernährungskonzept sieht sich als Empfehlung für die breite Masse, ist aber wohl nur von sehr disziplinierten Menschen realisierbar. Viele haben Probleme mit den Pausen und das ständige Überlegen über die Zusammensetzung der Mahlzeiten nimmt dem Essen den Genuss. Die Gewichtsabnahme, die dabei beobachtet werden kann, könnte eher darauf die Vollwertigkeit zurückzuführen sein in sinnvoller Kombination mit Sport. So viel steht fest: Das entscheidende Kriterium für eine Gewichtsabnahme ist immer noch, dass mehr Kalorien verbraucht als zugeführt werden.