Was ist Pankreatitis?

Pankreatitis ist der medizinische Fachausdruck für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, dabei wird zwischen der akuten und der chronischen unterschieden. Beide Formen sind in ihrem Verlauf äußerst schmerzhaft. Doch während die akute Pankreatitis einmalig sein kann, kehrt die chronische immer wieder in Schüben. Beide erfordern jedoch ein striktes Alkoholverbot sowie eine reduzierte Fettzufuhr. Heilbar ist diese chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht, im Gegenteil, sie kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Die akute Pankreatitis

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse wird oft mit regelmäßigem Alkoholkonsum und Rauchen gleichgesetzt. Es kann jedoch auch eine Fettstoffwechselstörung, eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, ein genetischer Faktor oder eine Autoimmunerkrankung vorliegen. Die akute Pankreatitis hat häufig, wie die chronische, Frühsymptome in Form von Schmerzen im Oberbauch mit Ausstrahlung in den Rücken, Gewichtsverlust und sogenannte Fettstühle, kann aber auch sozusagen aus heiterem Himmel kommen. Dabei sind die Schmerzen kaum zu ertragen. Bei dieser akuten Entzündung muss der Betroffene immer auf der Intensivstation einer Klinik behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass andere Organe versagen. Dies kann 1-2 Wochen dauern. Danach besteht ein striktes Alkoholverbot und die Ernährung sollte fettarm sein.


Die chronische Pankreatitis

Bei der chronischen Pankreatitis sind die Symptome und Ursachen dieselben wie bei einer akuten Entzündung. Allerdings kommt die Chronische in Schüben und zieht einen fibrösen Umbau des Bauchspeicheldrüsengewebes nach sich. Dabei baut sich das Gewebe ab oder verhärtet und die Drüse verliert nach und nach ihre Funktionen. Das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse bildet keine Verdauungsenzyme mehr, daher müssen diese als Medikament eingenommen werden. Die Entzündungen und der fortschreitende Abbau des Gewebes zerstören auch die Insulinzellen, sodass eine Insulintherapie notwendig wird. Zudem haben viele der Betroffenen fast ständig Schmerzen, die häufig eine Schmerztherapie erfordern.

Diagnostik der chronischen Pankreatitis

Blutuntersuchungen sind nur bei einem akuten Schub hilfreich zur Feststellung der Lipasewerte und des C-reaktiven Proteins. Ansonsten ist der Stuhltest zur Bestimmung der Elastase zuverlässig, um festzustellen ob oder wie viel Verdauungsenzyme noch produziert werden.. Zur Erkennung des Gewebeabbaues, Verkalkungen, zystischen Veränderungen oder Gangeinengungen werden Sonografie, Computertomografie sowie die Endosonografie eingesetzt.


Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitsstadium und kann eine Schmerztherapie, Enzymeinnahme und das Spritzen von Insulin erfordern. Auf jeden Fall muss unbedingt auf Alkohol und Nikotin verzichtet und die Fettzufuhr eingeschränkt werden. Häufig treten durch den vergrößerten Bauchspeicheldrüsenkopf oder Zysten Komplikationen in Form von Einengungen auf, die einen chirurgischen Eingriff erfordern. Auch die nicht beherrschbaren Schmerzen veranlassen zwei Drittel der Betroffenen zu diesem Schritt. In wenigen Fällen hilft eine Drainage, die Bauchspeicheldrüsensaft und Gallenflüssigkeit wieder störungsfrei abfliesen lassen. Überwiegend muss jedoch ein Teil der Bauchspeicheldrüse oder gar die ganze entfernt werden. Die Operationsmethode richtet sich hierbei nach dem Zustand der Bauchspeicheldrüse. Bei einer über Jahre dauernden chronischen Pankreatitis ist das Risiko groß, dass ein Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht.