Was ist Malakoplakie?

Malakoplakie ist eine chronisch-entzündliche Multisystemerkrankung, die zudem durch die Bildung kleiner, knötchenartiger Zellhäufungen, den sogenannten Granulomen, gekennzeichnet ist. Man spricht daher auch von einer granulomatösen Erkrankung. Weiteres Merkmal der Malakoplakie ist das einzelne oder vermehrte Auftreten weicher Beläge, sogenannter Plaques, auf unterschiedlichen Organen des Körpers. Malakoplakie kann sich in jedem Lebensalter zeigen. Das Durchschnittsalter bei Feststellung der Krankheit liegt bei 50 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die genaue Krankheitshäufigkeit ist nicht bekannt.


Ursachen

Die Ursache der Erkrankung liegt möglicherweise in einem Defekt der Monozyten beziehungsweise Makrophagen. Makrophagen bilden sich aus den im Blutkreislauf zirkulierenden Monozyten. Nach ihrer Umwandlung gehören die Makrophagen als große und bewegliche Zellen zum zellulären Immunsystem, wo sie Krankheitserreger und Bakterien in sich aufnehmen, verdauen und dadurch unschädlich machen. Sie werden daher auch als Fresszellen bezeichnet.

Im Falle der Malakoplakie verläuft dieser Abwehrprozess möglicherweise fehlerhaft. Bakterien werden zwar von den Makrophagen aufgenommen, allerdings nur unvollständig verdaut. Die nur ungenügend verdauten Bakterien und Erreger sammeln sich und lösen dadurch die granulomatösen Zellansammlungen als Antwortreaktion der Immunzellen aus.

Mit bildgebenden Verfahren lässt sich die Malakoplakie nur sehr schwer diagnostizieren. Für eine gesicherte Diagnose ist daher die Endoskopie das Mittel der Wahl. Mit ihr lassen sich die gelblich-weißen Knötchen und Plaques auf dem Gewebe deutlich nachweisen. Letzte Sicherheit bringt schließlich der histologische Befund.


Menschen mit schwacher Immunabwehr scheinen für die Erkrankung besonders anfällig zu sein. Gleiches gilt für Patienten mit Diabetes, mit Lymphknotenvergrößerungen oder nach einer Transplantation. Auch Alkoholismus begünstigt die Krankheit.

Betroffene Organe und Symptome der Malakoplakie

Sechzig bis achtzig Prozent aller dokumentierten Fälle betreffen Blase, Nieren oder Harnleiter und circa fünfzehn Prozent der Erkrankungen zeigen sich im Magen-Darm-Bereich. Allerdings können auch andere Regionen und Organe betroffen sein. Hierzu gehören beispielsweise die Lungen, der Hals, die Zunge und die Haut sowie der Genitaltrakt und das Zentralnervensystem.

  • Sind die Harnwege von der Malakoplakie betroffen, so zeigt sich die Erkrankung in der Regel durch chronische Harnwegsinfekte, vermehrten Harndrang oder rote Blutkörperchen im Urin (Hämaturie).
  • Tritt die Malakoplakie im Magen-Darm-Trakt auf, so gehören wiederkehrender Durchfall, Leib- oder Bauchschmerzen sowie Völlegefühl zum Beschwerdebild. Auch Blutungen können sich zeigen.
  • Beim weiblichen Genitaltrakt verursacht die Malakoplakie Vaginalblutungen und bei einer Erkrankung der Haut kommt es zur Bildung von Papeln, juckenden Hautausschlägen sowie Geschwüren im Bereich des Bauches, des Gesichts oder der Analregion.

Auch ein symptomloser Verlauf oder das Auftreten unspezifischer Symptome wie Schmerzen und Fieber ist möglich. Malakoplakie kann überdies mit anderen, ebenfalls granulomatösen Erkrankungen (beispielsweise Tuberkulose) oder Karzinomen (beispielsweise Prostatakrebs) einhergehen.

Behandlung und Prognose

Die Behandlung der Malakoplakie erfolgt durch die Verabreichung von Antibiotika. Eine einheitliche Behandlungsdauer gibt es bislang nicht. In seltenen Fällen kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden. Die Prognose ist mittlerweile recht positiv. Bei Beteiligung der Harnwege kann es nach abgeschlossener Behandlung im Rahmen eines Rezidivs langfristig jedoch zu Nierenversagen kommen.