Was ist ein Milzinfarkt?

Wenn das Gewebe in der Milz aufgrund mangelnder Durchblutung abstirbt, sprechen Ärzte von einem Milzinfarkt. Meist handelt es sich dabei um eine Verengung oder einen Verschluss der sogenannten „Arteria lienalis“, einer wichtigen Schlagader in der Bauchhöhle, die die Milz mit Blut versorgt.

Die Ursachen eines Milzinfarktes

Auslöser sind in sehr vielen Fällen diverse Vorerkrankungen. Vor allem Krebsarten wie die chronisch myeloische Leukämie können einen Milzinfarkt verursachen. Auch eine Endokarditis, also die Entzündung der Herzinnenhaut, zählt zu den möglichen Verursachern. Blutvergiftungen, schwere Infektionskrankheiten sowie Thrombembolien (Blutgerinnsel in den Venen) können ebenfalls einen Milzinfarkt zur Folge haben.


Symptome und Diagnose

Die starken Schmerzen im linken Oberbauch treten meist sehr plötzlich auf und strahlen bis in die linke Schulter aus. Oft klagen die Betroffenen zusätzlich über Übelkeit und Erbrechen. Fieber gehört ebenfalls zu den wichtigsten Begleiterscheinungen. In seltenen Fällen bleibt ein Milzinfarkt auch völlig unbemerkt und zeigt keine Symptome. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich nur um einen partiellen (teilweisen) Infarkt handelt. Die Milz heilt dann meist von selbst ab, es bleibt allerdings Narbengewebe zurück, so dass anschließend die Funktionsfähigkeit eingeschränkt ist.
Ein Milzinfarkt kann in den meisten Fällen durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden, da die oben erwähnte „Arteria lienalis“ auf diese Weise aufschlussreiche Ergebnisse liefert. Ist der Befund allerdings nicht ganz eindeutig, wird meist noch eine Computertomografie empfohlen.

Die Behandlung

Bei einem akuten Milzinfarkt verabreichen die Ärzte meist Heparin. Dieses Medikament hemmt die Blutgerinnung, so dass sich die Verstopfung auflöst. Unbehandelt kann ein Milzinfarkt zu einem kompletten Ausfall des Organs führen. In diesem schweren Fall muss die Milz operativ entfernt werden.


Ist eine Vorbeugung möglich?

Besteht eine schwere Vorerkrankung wie Krebs, darf nur der Arzt entscheiden, ob und welche vorbeugenden Maßnahmen eingeleitet werden können. Menschen, die bereits zu einem erhöhten Thromboserisiko neigen, sollten besonders vorsichtig sein und sich strikt an die Anweisungen und Empfehlungen ihres Arztes halten. Das Gleiche gilt für Bluthochdruck-Patienten: Eventuelle Verklumpungen im Blut könnten im schlimmsten Fall in der „Arteria lienalis“ stecken bleiben und einen Milzinfarkt verursachen.