Was hilft bei Verdauungsbeschwerden?

Verdauungsbeschwerden können bei den Betroffenen vielfältige und quälende Symptome auslösen. Neben unangenehmem Völlegefühl und Druckempfinden kommen oft Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit, eventuell sogar Brechreiz und Krämpfe des Magens und im Darm dazu. Auch Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang, die sich mal in einer Verstopfung, mal als Durchfall äußern können, sind oft unangenehme Begleiter bei Verdauungsbeschwerden.

Vom Arzt abklären lassen

Wichtig ist, andauernde Beschwerden bei der Verdauung medizinisch abklären zu lassen. In den meisten Fällen sind keine organischen Ursachen feststellbar. Die auftretenden Symptome werden dann als funktionelle Verdauungsbeschwerden bezeichnet, da organische Veränderungen im Rahmen der Ausschlussdiagnose keine Rolle spielen. Typisch für funktionelle Verdauungsbeschwerden ist, wenn die Patienten über ständig wechselnde Symptome klagen. Als Hauptauslöser wird in der Anamnese durch den Arzt häufig deutlich, dass sehr oft Stress und Überlastung für die Symptome verantwortlich sind. Werden doch organische Ursachen wie Tumore, Geschwüre oder Entzündungen festgestellt, müssen diese entsprechend medizinisch behandelt werden.


Naturheilkunde und Hausmittel

Die meisten Fälle von andauernden Verdauungsbeschwerden haben ihre Ursachen jedoch im Lebensstil und sind eine Reaktion auf Stress. Darum spielen Entspannung und ausreichende Ruhephasen eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von funktionellen Verdauungsbeschwerden. Beim häufigen Auftreten von Durchfall sollte darauf geachtet werden, dass durch ausreichendes Trinken der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen wird. Auch bei Verstopfung ist ausreichendes Trinken wichtig. Weitere Hilfe bei Verstopfung bringt ausreichende Bewegung, die den Stoffwechsel ankurbelt. Ein frisches und leichtes Essen lässt sich von Magen und Darm gut verarbeiten. Auf viel Fett und den Konsum von alkoholischen Getränken sollte verzichtet werden. Die Mahlzeiten können bei Verdauungsproblemen auf mehrere kleine Portionen aufgeteilt werden, die in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt gegessen werden. So werden Magen und Darm entlastet.

Viele Anwendungen aus der Naturheilkunde haben sich im Laufe der Zeit bereits als bewährte Hausmittel etabliert. Ein Tee aus Anis, Kümmel und Fenchel regt die Verdauungssäfte an und wirkt krampflösend und entblähend. Enzian, Wermut, Tausendgüldenkraut, Pomeranzenschalen und Benediktenkraut regen durch die in ihnen enthaltenen starken Bitterstoffe die Verdauung und den Appetit an und haben eine heilende Wirkung. Angelika, Ingwer und Kalmus steigern, genauso wie ein Frischsaft aus Artischocken, die Produktion des Gallensaftes, der für den Aufschluss und die Verwertung der Nahrungsbestandteile eine große Rolle spielt. Besonders beruhigende Effekte bei stressbedingtem Reizmagen und Reizdarm wurden bei der Anwendung von Extrakten aus Artischocke und Curcuma sichtbar. In Studien wurde festgestellt, dass sich nach der regelmäßigen Einnahme von Gelbwurz (Curcuma longa oder xanthorrhiza) die Symptome der an stressbedingten Verdauungsbeschwerden leidenden Probanden positiv beeinflussen ließen.

Kamille bei Entzündungen

Bei entzündlichen Prozessen im Verdauungstrakt bringt oft die Heilpflanze Kamille Linderung. Bei einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis) hilft als wirksame und nebenwirkungsfreie Behandlung eine Rollkur. Dabei wird eine Tasse Kamillentee getrunken. Der Patient soll anschließend liegend alle fünf Minuten seine Lage wechseln, indem er sich von der Rückenlage auf die linke, dann auf die rechte Seite und anschließend auf die Bauchlage dreht. Bei funktionellen Verdauungsbeschwerden hilft Kamille besonders gut, wenn sie mit anderen blähungstreibenden und krampflösenden Heilkräutern kombiniert wird.