Seitenstiche

Mann mit Seitenstechen

Wichtiger Hinweis: Der nachfolgende Artikel kann einen Besuch beim Arzt NICHT ersetzen! Der Text enthält lediglich allgemeine Informationen, für die keine Richtigkeit garantiert werden kann.

1) Beschreibung des Krankheitsbildes

Jeder Mensch hatte schon einmal Seitenstiche und weiß, wie schmerzhaft sie sein können. Meistens treten sie bei körperlichen Anstrengungen auf. Während des Laufens oder Gehens taucht plötzlich ein starker Schmerz in der Flanke auf, der die Atmung behindert und einen zwingt, das Tempo zu drosseln. Der Schmerz wird auf der linken Seite meistens in der Nähe der Milz gespürt, auf der rechten Körperseite im Bereich der Leber. Taucht der Schmerz zeitnah nach einer Mahlzeit auf, kann er auch mit dem Magen zu tun haben. Meistens haben weniger trainierte Menschen mit Seitenstichen zu kämpfen. Sie kommen häufig beim Laufen vor, aber auch bei anderen Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren.


2) Ursachen

Laut Sportmedizinern gibt es für das Phänomen Seitenstiche keine gesicherte wissenschaftliche Erklärung. Die Wissenschaftler sind sich aber mittlerweile einig, dass die Ursache beim Zwerchfell liegen könnte, weil es bei der Atmung eine große Rolle spielt. Unter anstrengenden körperlichen Belastungen kommt es zu einer Minderversorgung des Zwerchfells und damit zu einer schnelleren Atmung, bei der das Zwerchfell als Teil der Atemmuskulatur mehr belastet wird. Durch eine ungünstige Atemtechnik entsteht ein Sauerstoffmangel, der unangenehm im Oberbauch zu spüren ist. Andere Theorien sehen das Problem in einer Unterversorgung der Leber oder der Milz, weil die Schmerzen vorwiegend im Bereich der beiden Organe auftreten.

3) Ungefähre Dauer der Beschwerden

In den meisten Fällen halten Seitenstiche nicht lange an und sind abhängig von der Belastung. Oft sind sie ein paar Minuten nach der Reduzierung der Anstrengung verschwunden. Sollten sie dennoch ohne körperliche Anstrengung länger anhalten, sollte vorsichtshalber ein Arzt die genaue Ursache abzuklären.


4) Vorbeugemöglichkeiten

Da Seitenstiche fast immer mit körperlicher Anstrengung zu tun haben, hilft es, die Anstrengung angemessen zu reduzieren. Untrainierte Menschen haben stärker mit Seitenstichen zu kämpfen. Hier hilft es, das Training langsam zu steigern oder eine schwache Bauchmuskulatur, wenn sie die Ursache ist, regelmäßig zu trainieren. Eine ganz wichtige Vorbeugungsmaßnahme ist eine regelmäßige Atmung, damit das Zwerchfell nicht zu stark belastet wird. Man sollte nicht zu schnell nach einer Mahlzeit mit körperlichen Anstrengungen beginnen und auch vor dem Sport nicht zu viel trinken. Sportkleidung sollte bequem sein und den Körper nicht einschnüren.

Was man gegen Seitenstiche tun kann

5) Was empfiehlt die Schulmedizin gegen Seitenstiche?

Da Seitenstiche in den meisten Fällen harmlos sind, verschwinden sie auch von allein wieder. Wenn sie allerdings länger anhalten und unangenehme Schmerzen verursachen, sollte ein Arzt die genaue Ursache abklären. Kann er bei einer gründlichen Untersuchung nichts Nennenswertes finden, wird er ggf. ein Medikament verordnen, um die Beschwerden zu lindern. Wenn organische Ursachen wie Blinddarmentzündungen oder Gallensteine vorliegen, wird nach einer Untersuchung eine geeignete Therapie eingeleitet, ggf. operiert, weil es bei einem Durchbruch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann. Wenn die Beschwerden im Zusammenhang mit Verdauungsproblemen stehen, wird der Arzt zu einer Ernährungsumstellung raten. Allgemein kann er krampflösende Medikamente verordnen, um die Körpermuskulatur zu entspannen.

6) Hausmittel gegen Seitenstiche

Das einfachste Mittel bei Seitenstichen ist das Reduzieren der Anstrengung und eine regelmäßige Atmung. In den meisten Fällen helfen diese einfachen Verhaltensregeln, die Beschwerden innerhalb weniger Minuten zu lindern oder ganz abzustellen. Da die Seitenstiche hauptsächlich durch Überanstrengung erzeugt werden, helfen regelmäßiges körperliches Training und eine an die körperlichen Voraussetzungen angepasste Geschwindigkeit, um dem Seitenstechen vorzubeugen. Es ist wichtig, ausreichend lange auszuatmen. Manchmal hilft es auch, die betroffenen Stellen kurz zu massieren. In den meisten Fällen ist das Seitenstechen harmlos und man muss nichts weiter tun. Mit körperlichen Anstrengungen sollte man nicht unmittelbar nach den Mahlzeiten beginnen und es sollte auch auf die Trinkmenge geachtet werden. Vor dem Sport hilft ein Aufwärmtraining.

7) Alternative Medizin

Da es sich bei Seitenstichen um krampfartige Beschwerden handelt, kann eine sanfte Behandlung mit krampflösenden Naturheilmitteln helfen. Wenn man allgemein eher zu Krämpfen neigt, kann ein Magnesiummangel Schuld sein und ein Magnesiumpräparat helfen, die Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen. Auch pflanzliche Tees können helfen, besonders, wenn Seitenstiche durch Verdauungsprobleme hervorgerufen werden. Man könnte durch einen Naturheilmediziner oder Heilpraktiker untersuchen lassen, ob eine Übersäuerung des Körpers vorliegt, der durch die Umstellung der Ernährung entgegengewirkt werden kann. Bei einem Mineralstoffmangel könnten Schüsslersalze helfen, diesen auszugleichen. Die Homöopathie behandelt eher ganzheitlich und richtet ihr Augenmerk auf den Konstitutionstyp nach dem Simileprinzip.

8) Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) sieht die Ursache vieler körperlicher Beschwerden in einer Störung des Lebensflusses (Qi). In der TCM sorgt die Milz für eine Harmonie im Körper. Sie befindet sich in der Körpermitte und stärkt somit die „innere Mitte“. Folglich empfiehlt die TCM alles, was die innere Mitte stärkt, von der Ernährung angefangen bis hin zu körperlichen Übungen wie Qi Gong, die für eine sanfte Stärkung sorgen.