Laktoseintoleranz – ein Überblick

Eigentlich ist Laktoseintoleranz der Normalzustand eines erwachsenen Menschen bzw. eines erwachsenen Säugetieres im Allgemeinen. Milch ist schließlich von Natur aus für die Ernährung von Säuglingen vorgesehen. Säuglinge können die Laktose, den Milchzucker, mithilfe des Enzyms Laktase problemlos verwerten, doch ab einem gewissen Alter lässt diese Fähigkeit nach.

Warum vertragen Menschen überhaupt Laktose?
Die Fähigkeit, als Erwachsener Laktose zu verdauen, ist eine genetische Mutation, die vor allem auf der Nordhalbkugel verbreitet ist und ihren Ursprung möglicherweise bei kaukasischen Steppenvölkern hat, die sich über Generationen hinweg von tierischer Milch ernährten. In den südlichen Teilen der Welt sowie auch in Ostasien bekommt sehr vielen Menschen der Milchzucker nicht.


Aber auch in Mitteleuropa kommt Laktoseintoleranz vor. Manchmal liegt die Ursache auch bei Krankheiten, die auch bei Menschen auftreten können, die Laktose ansonsten eigentlich vertragen würden.

Wie zeigt sich eine Laktoseintoleranz?
Bei laktoseintoleranten Menschen kommt es nach dem Verzehr von Milchprodukten zu Symptomen wie Bauchkrämpfen und Blähungen, unter Umständen auch zu Übelkeit und Erbrechen. Durchfall tritt häufig auf. Manche Symptome zeigen sich jedoch nicht durch das Verdauungssystem. So kommen auch beispielsweise Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel und sogar Depressionen vor. Je mehr Laktose aufgenommen wird, desto stärker werden die Symptome.

Wie geht man mit Laktoseintoleranz um?
Laktoseintoleranz an sich ist bis heute nicht behandelbar. Die effektivste Hilfe für Betroffene wäre, laktosehaltige Milchprodukte komplett aus der Ernährung zu verbannen. Es gibt mittlerweile auch bestimmte Käsesorten, die keine Laktose mehr enthalten. Andere Milchprodukte sind in laktosereduzierter Form erhältlich. Einige Menschen nehmen Laktasepräparate, die das Enzym von außen zuführen.


Problematisch ist die Tatsache, dass sehr viele Fertigprodukte Laktose enthalten, obwohl sie an sich keine Milchprodukte sind. Hier muss man unter Umständen die Liste der Inhaltsstoffe durchlesen. Fertigprodukte sind aber ohnehin etwas, das man nicht in großen Mengen verzehren sollte. Besser ist es, selbst mit frischen, ausgewählten Zutaten zu kochen.

Der Laktosegehalt verschiedener Milchsorten ist unterschiedlich. Die Milch des Menschen enthält bis zu 7% Laktose, die des Pferdes 6%, Kuh- und Schafsmilch etwa 5%. Obwohl die Milch von Schafen und vor allem Ziegen gelegentlich für Laktoseintolerante empfohlen wird, ist der Laktoseanteil nicht wesentlich geringer als bei Kuhmilch. Deshalb sollte man als Betroffener auch diese Milch meiden.