Diarrhoe

Wichtiger Hinweis: Der nachfolgende Artikel kann einen Besuch beim Arzt NICHT ersetzen! Der Text enthält lediglich allgemeine Informationen, für die keine Richtigkeit garantiert werden kann.

1) Beschreibung des Krankheitsbildes

Diarrhoe ist ein weltweit verbreitetes Krankheitssymptom. Die medizinische Bezeichnung lautet Diarrhö, während man im Volksmund eher von Durchfall spricht. Unter Diarrhoe versteht man eine krankhafte Veränderung des Stuhlverhaltens. Sie leiden an Durchfall, wenn der Stuhl aufgrund eines überhöhten Wasseranteils von mehr als 75 Prozent weich bis flüssig ist. Während einer Durchfallerkrankung sind außerdem die täglich abgegebene Menge an Stuhl und die Anzahl der täglichen Darmentleerungen deutlich erhöht. Der Arzt spricht von Durchfall beziehungsweise Diarrhö, wenn an einem Tag mehr als drei Darmentleerungen stattfinden und dabei mehr als 250 Gramm Stuhl abgegeben werden.


2) Ursachen für Diarrhoe

Da Diarrhoe keine Krankheit, sondern ein Symptom verschiedener Erkrankungen ist, gibt es auch eine Vielzahl an Ursachen. Der Mehrheit der Diarrhoeerkrankungen liegen bakterielle oder virale Infektionen zugrunde. Sehr häufig sind beispielsweise Salmonellen-Infektionen (bakteriell) oder Noroviren-Infektionen (viral). Auch mit der Nahrung aufgenommene Gifte können Diarrhoe auslösen. In diesem Fall spricht man von einer Lebensmittelvergiftung.

Außerdem können Fehler beim Ernährungsverhalten die Ursache für einen Durchfall sein. Gemeint ist damit unter anderem der überhöhte Konsum von Kaffee, Alkohol oder Bonbons mit dem Zuckerersatzstoff Sorbitol. Auch wenn Sie Nahrungsmittel zu sich nehmen, obwohl eine Allergie oder Intoleranz dagegen besteht, kann dies einen Durchfall auslösen. Häufig bestehen Lebensmittelallergien und -intoleranzen gegen Nüsse, Äpfel, Schalentiere, Laktose oder Fruktose.

In tropischen und subtropischen Ländern kann Diarrhoe auch ein Symptom gefährlicher Infektionskrankheiten wie Cholera oder Amöbenruhr sein. Es handelt sich um Erreger, die nur in Ländern niedrigen hygienischen Standards vorkommen.

In seltenen Fällen sind schwerwiegende Erkrankungen Auslöser. In diese Gruppe fallen die chronischen Darmkrankheiten Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn. Bis heute konnte die medizinische Forschung die genauen Ursachen dieser Krankheiten nicht benennen. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion und Tumore im Magen-Darm-Trakt zählen zu den Ursachen für Diarrhoe.

Zudem ist Diarrhoe eine Nebenwirkung zahlreicher Medikamente.


3) Ungefähre Dauer der Krankheit/Beschwerden

Mediziner unterscheiden zwischen akuten und chronischen Durchfallerkrankungen. Wenn Sie aufgrund einer Infektion oder einer Lebensmittelvergiftung an Diarrhö leiden, so wird diese akute Diarrhö nicht länger als zwei oder drei Wochen dauern.

Bei Darm- und Stoffwechselerkrankungen sowie unentdeckten Lebensmittelallergien und -intoleranzen ist der Durchfall chronisch. Das Symptom tritt also über einen längeren Zeitraum auf.

Oft wird ein akuter Durchfall von zusätzlichen Beschwerden begleitet. Der Patient hat keinen Appetit und leidet an Krämpfen im Bauchbereich. Insbesondere bei Lebensmittelvergiftungen aber auch bei manchen Infektionskrankheiten kommt es zusätzlich zu Übelkeit und Erbrechen. Umgangssprachlich ist von einer Magen-Darm-Grippe oder Brechdurchfall die Rede.

Wer an Diarrhoe leidet, scheidet viel Flüssigkeit aus. Wird dieser Flüssigkeitsmangel nicht durch ausreichendes Trinken ausgeglichen, können Anzeichen einer Austrocknung auftreten. Diese Anzeichen reichen von einer trockenen Zunge über Schläfrigkeit bis zu einem Kreislaufkollaps.

4) Vorbeugemöglichkeiten

Da die meisten Durchfallerkrankungen durch mit der Nahrung aufgenommene Bakterien, Viren oder Gifte entstehen, sollten zur Vorbeugung bei der Auswahl und Zubereitung von Speisen grundlegende Regeln eingehalten werden. Konsumieren Sie keine verderblichen Speisen, die über einen längeren Zeitraum ungekühlt gelagert wurden. Salmonellen sind häufige Durchfallerreger und finden sich in Eiern und in Hühnerfleisch. Um Diarrhoe zu vermeiden, sollten daher Eier nur hartgekocht und Hühnerfleisch nur durchgebraten verzehrt werden.

Gegen Rotaviren können Sie sich vorbeugend impfen lassen. Wer in ein choleragefährdetes Gebiet reist, sollte sich auch gegen die Cholerabakterien impfen lassen. Diese Impfung kann den Ausbruch dieser gefährlichen Krankheit aber nicht hundertprozentig verhindern.

Für Reisende gilt: Verzichten Sie in Ländern mit niedrigen Hygienestandards auf das Trinken von Leitungswasser. Dies gilt auch für Eiswürfel in Getränken oder Speiseeis.

Was man tun kann

5) Schulmedizin

Für die richtige Behandlung von Diarrhoe klärt der Arzt zuerst die Ursache des Symptoms ab. Liegt dem Durchfall eine andere Erkrankung zugrunde wird eine entsprechende Therapie eingeleitet. Zur reinen Symptombekämpfung ist der kurzzeitige Verzicht auf feste Nahrung sinnvoll. Gleichzeitig sollten Sie aber elektrolythaltige Lösungen trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Weil Diarrhoe in den meisten Fällen auch ohne medikamentöse Behandlung verschwindet, ist die Einnahme von Medikamenten nicht immer sinnvoll. Es gibt aber Medikamente aus medizinischer Kohle und mit dem Wirkstoff Loperamid, die einen Durchfall schnell stoppen können. Verabreicht werden diese Medikamente, wenn ein schwerer Durchfall einen sehr hohen Flüssigkeitsverlust verursacht oder eine längere Reise ohne Möglichkeit einer WC-Pause geplant ist.

Wirkungsvoll gegen Diarrhoe sind auch Probiotika. Laktobazillen, Hefepilze und Bifidobakterien unterstützen die Darmflora bei der Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts. Diese Therapie mit Probiotika kann auch bei Kleinkindern angewendet werden.

6) Hausmittel gegen Diarrhoe

Heidelbeeren, Brombeerwurzeln und Schwarzer Tee mit Salz und Zucker sind beliebte Hausmittel gegen Diarrhoe. Auch der in Äpfeln und Möhren enthaltene Wirkstoff Pektin lindert Durchfallerkrankungen. Als sehr wirksam gilt eine Rohapfeldiät. Reiben Sie einen gewaschenen Apfel samt Schale und beträufeln Sie diese Apfelmahlzeit mit Zitronensaft. Nehmen Sie diese Mahlzeit fünf Mal täglich ein.

Zudem lässt sich aus Heidelbeeren und Branntwein eine symptomhemmende Tinktur herstellen. Legen Sie 250 Gramm Heidelbeeren in einem Liter Branntwein ein und verdünnen Sie einen Löffel dieser Tinktur in einem Glas Wasser. Bei einer akuten Diarrhö sollte diese Tinktur drei Mal täglich eingenommen werden.

7) Alternative Medizin

Auch die Homöopathie kennt zahlreiche Mittel gegen Durchfall. Bei Lebensmittelvergiftungen wird Weißes Arsenik (Arsenicum Album) verabreicht. Mit Kockelskörnern (Cocculus) werden Reisedurchfallerkrankungen behandelt.

In der Akupunktur liegt auf der Bauchdecke der Akupunktur-Punkt M24, der bei der Behandlung von Durchfall eine wesentliche Rolle spielt.

8) Chinesische Medizin

In der chinesischen Medizin (TCM) wird nicht der Darm als Ursprung von Durchfallerkrankungen angesehen. Man konzentriert sich auf Milz, Leber und Nieren. Der TCM-Therapeut entwickelt eine auf den Patienten abgestimmte Behandlung. Bestandteile dieser Therapie können Massagen, Akupunktur, Akupressur und Atemübungen sein. Auch die Behandlung „Moxibustion“ kommt zum Einsatz. Der Therapeut berührt mit einer Kräuterzigarre bestimmte Stellen des Körpers.