Definition Magersucht

Magersucht bzw. Anorexia nervosa gehört zu den Essstörungen. Insbesondere tritt sie bei Mädchen und jungen Frauen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr auf. In seltenen Fällen zeigt sich die Störung vor dem 10. und nach dem 25. Lebensjahr zum ersten Mal. Des Weiteren können auch Jungen und Männer an dieser Essstörung erkranken. Personen, die unter Magersucht leiden, halten eine sehr strenge Diät oder verweigern die Nahrungsaufnahme vollständig. Dadurch kommt es zu einem erheblichen Gewichtsverlust, der lebensbedrohlich sein kann und meist zu weiteren physischen Begleiterscheinungen führt. Dazu gehört beispielsweise bei Mädchen ein verspätetes Einsetzen der ersten Menstruation. Die Magersucht grenzt sich durch die spärliche oder verweigerte Nahrungsaufnahme von anderen Essstörungen wie Bulimie und Adipositas ab. Vereinzelt sind aber die Übergänge fließend.

Das Profil der Magersucht

Magersucht tritt meist bei jungen Mädchen oder Frauen aus Industrienationen auf. Internationale Forschungsstudien offenbarten, dass etwa 1 % der Gesamtbevölkerung an dieser Essstörung leidet. Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 0,3 % des weiblichen Geschlechts zwischen 14 und 24 Jahren wegen Anorexia in Behandlung stehen. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich etwas höher. Ferner werden mit diesem Wert nicht die Personen erfasst, welche von einer Vorstufe der Erkrankung betroffen sind. Bezüglich der Persönlichkeitsstruktur weisen viele Magersüchtige eine starke Leistungsorientierung auf sowie einen hohen Perfektionismus. Meist nehmen sie ihre Körpermaße gestört wahr, sodass sie sich trotz eines starken Untergewichts als zu massig empfinden. Das Selbstwertgefühl der Erkrankten bemisst sich nicht nur durch die generellen Leistungen in Hobby, Privatleben und Beruf. Als besonders wichtig wird zudem die Fähigkeit empfunden, das Körpergewicht zwanghaft unter Kontrolle halten zu können. Die Gedankenwelt der Margensüchtigen ist in einem späten Stadium sehr stark eingeschränkt und kreist stets um die Themenbereiche Körperschema, Gewicht und Ernährung.

Unterschiedliche Ursachen erfordern komplexe Therapie

Experten gehen davon aus, dass ein Zusammenspiel von diversen Faktoren zu einer Magersucht führen kann. Dazu gehören eine erbliche Disposition, gesellschaftliche Faktoren, persönliche Gründe, ein mangelndes Selbstwertgefühl sowie familiäre Komponenten. Aufgrund dieser sehr unterschiedlichen Ursachen, welche eine Erkrankung mit körperlichen und seelischen Symptomen hervorrufen, bedarf es einer komplexen Therapie. So muss zum einen ein Arzt befragt werden, welcher die physischen Leiden heilen kann. Ein Diätassistent soll den Betroffenen ein neues Essverhalten aufzeigen, welches eine gesunde Gewichtszunahme ermöglicht. Diese Maßnahme wirkt zudem körperlichen Folgeschäden entgegen. Damit die physische Therapie einen langfristigen Erfolg hat, müssen jedoch auch die psychischen Ursachen behandelt werden. Diese Aufgabe übernehmen Psychologen oder Psychiater in Form von unterschiedlichen Therapien. Meist ist eine Einlieferung in eine Spezialklinik für Essgestörte erforderlich, damit ein umfassender individuell erstellter Behandlungsplan realisiert werden kann.