Blähbauch durch Hülsenfrüchte?

Hülsenfrüchte sorgen oft für Blähungen

Die Erbsensuppe und der Bohnensalat wären einfach so lecker, wenn da nicht anschließend diese unangenehmen Blähungen wären. So mancher Feinschmecker verzichtet auf den Genuss von Hülsenfrüchten, weil sie bei ihm zu Verdauungsproblemen führen. Sie sind so berüchtigt, dass sie sogar ihr eigenes Sprichwort haben: „Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“.

Warum kommt es zu Blähungen?

Hülsenfrüchte enthalten die Zuckermoleküle Rhamnose, Raffinose und Stachyose, die der Dünndarm nicht verarbeiten kann. Sie werden erst im Dickdarm zersetzt. Bei diesem Vorgang entstehen Gase – es kommt zu Blähungen. (Lesetipp: 15 Ursachen für einen Blähbauch)


Wie kann man vorbeugen?

Eigentlich ist es ganz einfach, Blähungen (Lesen Sie auch den Leitfaden: Blähungen) zu vermeiden. Die getrockneten Hülsenfrüchte müssen nur lange genug in Wasser eingeweicht werden, damit die Zuckermoleküle ausgespült werden. Wer besonders anfällig ist, lässt sie einen ganzen Tag im Wasser, wechselt das Wasser mehrere Male und kippt das Einweichwasser vor dem Kochen weg. Frische Hülsenfrüchte, wie junge grüne Erbsen oder grüne Bohnen, sind von vornherein leichter verdaulich. Junge grüne Erbsen kann man sogar roh essen, grüne Bohnen enthalten dagegen ein Gift und müssen vor dem Verzehr gekocht werden.

Gibt es noch andere Methoden, Blähungen zu vermeiden?

Ein guter Tipp sind Gewürze und Kräuter. Typische Kombinationen sind sogar mit Hinblick auf die bessere Verdauung entstanden. Im Orient werden Gerichte aus Linsen deshalb fast automatisch mit Kreuzkümmel und Koriander gewürzt – beide Gewürze wirken Blähungen entgegen. Auch Ingwer (Superfood: Ingwer), der in vielen indischen Linsenrezepten enthalten ist, unterdrückt die Winde. Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer haben jedoch in typisch deutschen Gerichten nichts zu suchen. Aber auch normaler Kümmel (Kümmel hilft bei einem Blähbauch) und vor allem Thymian erleichtern die Verdauung, und gerade Thymian schmeckt in einer typischen Erbsensuppe sehr gut.


Muss man noch andere Dinge beachten?

Zwiebeln und Knoblauch werden in vielen Rezepten mit Hülsenfrüchten verwendet, blähen jedoch ebenfalls, wenn auch aus anderen Gründen. Oft hilft es schon, Zwiebeln und Knoblauch zu vermeiden.

Sind alle Hülsenfrüchte gleich „gefährlich“?

Im Allgemeinen werden Bohnen als die Hülsenfrüchte betrachtet, die die meisten Winde verursachen. Linsen, vor allem rote oder gelbe Linsen, die gerne bei indischen Rezepten verwendet werden, sind dagegen nicht so schlimm. Das kann allerdings auch an den Rezepten liegen, da in indischen Rezepten fast immer auch Ingwer und Koriander zum Einsatz kommen. Alles andere ist individuell. Viele Menschen vertragen Bohnen aus der Dose besser als getrocknete Hülsenfrüchte, die man einweichen muss. Bei einigen anderen ist es genau umgekehrt.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Die Situation ist verzwickt. Man ist irgendwo eingeladen und bekommt eine hervorragende Erbsensuppe oder ein Linsengericht vorgesetzt und kann weder fragen, wie lange die Hülsenfrüchte eingeweicht waren, noch ist es unmöglich, den Teller abzulehnen. Oft siegt immer noch die Höflichkeit und man isst etwas wider besseres Wissen. Aber es gibt Abhilfe! Erstens werden in den Apotheken Tabletten, die auf Kräuterbasis hergestellt sind, angeboten. Als Opfer von häufigen Blähungen ist es ratsam, solche Tabletten bei sich zu haben. Andere Möglichkeiten sind Tees oder Aufgüsse auf Ingwer, Kümmel- oder Anissamen. Auch das hilft praktisch umgehend! Wenn einem außerdem noch übel ist, kann man eine Wacholderbeere zerkauen. Das schmeckt zwar etwas seltsam, ist aber ein perfekt wirkendes Hausmittel und eine Art Geheimtipp unter Menschen mit Neigung zum Blähbauch und zarter Galle.
Und zu guter letzt ein einfacher Verdauungsspaziergang


Gibt es auch versteckte Hülsenfrüchte?

Wer sehr anfällig ist, muss unbedingt auch bei Sojaprodukten aufpassen! Soja ist nun einmal eine Bohne und damit eine Hülsenfrucht. Leider reagieren viele, die sich gerne gesund ernähren wollen, gerade auf Sojaprodukte mit einem schmerzhaften und unangenehmen Blähbauch. Viele Sojamilchprodukte können heute zum Glück mit ähnlichen Produkten aus Kokos, Mandeln oder Hafer ersetzt werden. Schwieriger wird es bei veganen Ersatzprodukten für z.B. Käse. Ähnlich ist es mit dem veganen Brotaufstrich Hummus, einer orientalischen und ausgesprochen köstlichen Spezialität. Sie besteht aus Kichererbsen und kann ebenfalls zu Blähungen führen. Zum Glück wird Hummus mit Kreuzkümmel gewürzt!