Bauchschmerzen

Wichtiger Hinweis: Der nachfolgende Artikel kann einen Besuch beim Arzt NICHT ersetzen! Der Text enthält lediglich allgemeine Informationen, für die keine Richtigkeit garantiert werden kann.

1) Beschreibung des Krankheitsbildes

Bauchschmerzen können starke Schmerzen hervorrufen. Das Spektrum reicht dabei von einem leichten Druckgefühl bis hin zu reißenden, krampfartigen Schmerzen, die stundenlang anhalten und ohne Schmerzmittel nicht zu bewältigen sind.

Viele Frauen leiden jeden Monat während ihrer Periode unter starken Schmerzen. Manche Menschen haben dauerhaft Probleme mit der Verdauung, die bei ihnen von dumpfen bis stechenden Bauchschmerzen begleitet wird. Auch viele Krankheiten äußern sich durch diffuse Bauchschmerzen, so z. B. eine Blinddarmentzündung.


So z. B. eine Blinddarmentzündung durch immer stärker werdende Bauchschmerzen. Gallen- und Nierensteine können heftige Koliken verursachen. Je nach Sitz der betroffenen Organe treten die Schmerzen an unterschiedlichen Stellen im Bauchraum auf. Bauchschmerzen können harmlos sein und schnell vorübergehen, können aber auch lebensbedrohlich sein. Im akuten Notfall ist sofort ärztliche Hilfe notwendig. Kinder verbalisieren häufig jegliche Beschwerden als Bauchschmerzen.

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2) Ursachen für Bauchschmerzen

Ausführliche Infos finden Sie hier:

Für Bauchschmerzen gibt es zahlreiche Ursachen. Die meisten Schmerzen im Bauchraum treten nicht nur an einer Stelle auf, sondern machen sich diffus in der gesamten Bauchregion bemerkbar, so auch der Blinddarmschmerz. Als Bauchraum gilt der Bereich von den unteren Rippen bis hin zu den Leisten. In diesem Bereich liegen die Verdauungsorgane, die Milz, die Harnwegs- und Genitalorgane.

Bauchschmerzen können nach ihrer Schmerzlokalisation eingegrenzt werden.

Diffuse Bauchschmerzen:
Sie treten oft nach verdorbenem Essen oder bei einer Magen-Darm-Infektion auf, meistens begleitet von Übelkeit und Durchfall. Auch eine Verstopfung kann sich durch Bauchschmerzen äußern.

Bauchschmerzen im Oberbauch:
Magenprobleme äußern sich häufig durch Sodbrennen, einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein und Magensäure, die zur Kehle hochsteigt. Wenn die Schmerzen gürtelförmig Richtung Schulter ausstrahlen, könnte es sich um Gallenkoliken oder Bauchspeicheldrüsensymptome handeln. Eine kranke Leber verursacht häufig ein Stauungsgefühl im rechten Oberbauch mit eher dumpfen Schmerzen. Auch eine vergrößerte Milz oder Darmkrebs können in den Oberbauch ausstrahlen

Schmerzen im Mittelbauch:
Viele Erkrankungen, die sich im Oberbauch bemerkbar machen, strahlen auch in den Mittelbauch aus, z. B. Gastritis, Magengeschwüre, Magenkrebs und Bauchspeicheldrüsenentzündungen. Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa machen sich durch starke Schmerzen im Mittelbauch mit teils blutigen Durchfällen bemerkbar. Eine chronisch verlaufende Blinddarmentzündung zeigt sich durch diffuse Bauchschmerzen und kann nur durch Tastbefund zugeordnet werden. Der Reizdarm (Reizkolon) ist begleitet von krampfartigen Schmerzen mit Durchfällen und nervösen Beschwerden. Auch starke Durchblutungsstörungen, Diabetes und Bluthochdruck können sich im Bauchraum bemerkbar machen.

Schmerzen im Unterbauch:
Schmerzen in dieser Körperregion können meistens dem Urogenital- oder Genitaltrakt zugeordnet werden, z. B. Blasen- und Eileiterentzündungen. Aber auch Darmentzündungen und Darmkrebs können sich hier bemerkbar machen. In der Schwangerschaft können leichte Bauchschmerzen in der ersten Zeit normal sein, aber auch auf eine drohende Fehlgeburt hindeuten.

Flanken-/Lendenschmerzen:
Im Bereich der seitlichen Körperflanken machen sich häufig Nierenbeschwerden bemerkbar, die in ihrer Symptomatik kaum von Rückenschmerzen zu unterscheiden sind. Rückenbedingte Muskel- und Gelenkschmerzen wiederum können in den Bauchraum ausstrahlen.

Es gibt also zahlreiche Ursachen für Bauchschmerzen, deswegen gehört die Diagnostik in die Hände eines Arztes.

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3) Ungefähre Dauer der Beschwerden

Die Dauer der Schmerzen hängen von der Art der Beschwerden und der Erkrankung ab. Ein Magen-Darm-Infekt verschwindet nach ein paar Tagen von selbst, Menstruationsbeschwerden klingen nach der Periode wieder ab. Anhaltende Bauchschmerzen gehören auf jeden Fall in die Hände eines Arztes, denn unbehandelt können sie lebensbedrohlich sein, z. B. eine Blinddarmentzündung, Gallenkoliken oder Magen-/Darmkrebs. Je nach Art der Erkrankung können die Beschwerden von ein paar Tagen bis hin zu einigen Wochen oder gar Monaten andauern, mitunter können sie nur durch eine Operation gelindert werden.

4) Vorbeugungsmöglichkeiten

In vielen Fällen gibt es keine Vorbeugung gegen Bauchschmerzen. Mit Magen-Darm-Infekten kann man sich überall anstecken, sie sind kaum zu vermeiden. Bei Gallensteinen kennt man die genauen Auslöser nicht, eine zu fettreiche Ernährung ist meistens nicht die alleinige Ursache.

Generell kann man aber sagen, dass eine ausgewogene Ernährung viel dazu beitragen kann, verdauungsbedingte Bauchschmerzen zu vermeiden. In anderen Fällen, beispielsweise bei psychosomatischen Beschwerden im Bauchraum, hilft es, die Hektik im Alltag und die eigene Anspruchshaltung zu reduzieren. Bei Nahrungsmittelallergien muss auf die auslösenden Lebensmittel verzichtet werden.

Urogenitalerkrankungen kann man vorbeugen, indem man sich bei kalten Temperaturen ausreichend bekleidet und Unterkühlungen vermeidet. Wenn sie allerdings durch Keime hervorgerufen werden, hilft nur ein gutes Immunsystem. Auch das kann man trainieren. Manche Erkrankungen wie Krebs sind aber auch durch Vorbeugungsmaßnahmen kaum zu vermeiden.

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5) In der Schulmedizin

Die Schulmedizin hat eine Reihe von Diagnoseverfahren, mit denen die Ursache von Bauchschmerzen gefunden werden kann. Hierzu gehören die Untersuchung von Blutwerten, insbesondere die Auswertung von Entzündungsparametern, Magen- bzw. Darmspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen und Abstriche. Bei Verdacht auf Herzbeschwerden wird ein EKG angeordnet, bei Allergien Allergietests oder Unverträglichkeitsuntersuchungen. Wenn nichts Ernsthaftes gefunden wird, verordnet die Schulmedizin Medikamente gegen die Schmerzen, ggf. Entspannungsmaßnahmen und eine Umstellung der Ernährung.


6) Hausmittel

Hier finden Sie weitere Infos über Hausmittel:

In vielen Fällen helfen Hausmittel gegen Bauchschmerzen wie Kräutertees, eine Wärmflasche auf dem Bauch (Lesetipp: Die wohltuende Wirkung von Wärmflaschen), ein erwärmtes Kirschkernkissen oder warme Wickel. Bei einem Magen-Darminfekt kann man nichts weiter tun als abzuwarten, ausreichend zu trinken und den Kreislauf zu schonen. Wenn Krämpfe und Völlegefühl durch zu langes Sitzen entstehen, hilft mehr Bewegung. Omas Kräuterschnaps oder andere Zubereitungen haben schon oft geholfen, sind aber durch den Alkoholgehalt nicht für alle geeignet.

7) Alternative Medizin

Die alternative Medizin versucht, Schmerzen weniger symptomatisch als ganzheitlich zu heilen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist es daher, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung und eine nur mäßige Belastung im Gleichgewicht zu halten. In der Homöopathie versucht man, ein Konstitutionsmittel zu finden, das zum Typ und zu den Beschwerden passt, denn Beschwerden können individuell unterschiedlich sein. Auch Schüsslersalze, z. B. Magnesium Phosphoricum, helfen. Es gibt auch Komplexmittel in der Homöopathie, die nach Symptomkomplexen zusammengestellt sind. Die Osteopathie kann Störfelder im Körper erkennen, die in andere Körperregionen ausstrahlen.

8) Chinesische Medizin

In der TCM werden körperliche Beschwerden stets als Störung des Lebensflusses Qi angesehen. Das Qi fließt durch die verschiedenen Meridiane durch den Körper. Ist ein Meridian gestört, führt das zu zahlreichen Beschwerden. Verdauungsbedingte Bauchschmerzen haben für die Chinesen ihren Ursprung in zu viel kalter und kühlender Nahrung in unseren Breitengraden, wobei Joghurt und Milch beispielsweise als kalte Lebensmittel gelten. Neben einer ausgewogenen Ernährung kann auch Akupunktur (Akupunktur: Magen 25) helfen, Blockaden im Körper zu lösen und damit Schmerzen sanft zu heilen.

9) Natürliche Heilmittel

  • Wärme durch Wärmflasche oder Kirschkernkissen

Wärme entspannt die Muskulatur, sodass durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen selbst krampfartige Bauchschmerzen gelindert werden können. Durch das warme Wasser werden die Schmerzrezeptoren gehemmt. Zudem wird die Durchblutung gefördert, wodurch die Muskulatur entkrampfen und entspannen kann.

  • Bauchwickel

Auch ein warmer Bauchwickel kann dabei helfen, Bauchschmerzen zu lindern. Hierfür wird direkt auf den Bauch ein Leintuch gelegt, das vorher in heißes Wasser getränkt und im Anschluss kräftig ausgewrungen wurde. Als Zwischenlage folgt ein Tuch aus Baumwolle und außen endet der Bauchwickel mit einem Wolltuch. Der Wickel sollte mindestens eine halbe Stunde lang einwirken.

  • Tee, der den Magen beruhigt

Tee aus Kräutern hat sich als Mittel gegen die verschiedensten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt gut bewährt. Wirkungsvoll ist beispielsweise ein Aufguss aus Kamille, Fenchel, Eibischwurzel, Malvenblättern und Süßholzwurzel, der zehn Minuten lang zieht.
Beliebt sind zudem Pfefferminz-, Salbei- und Melissentee. Während Kamille die Magenschleimhaut beruhigt, hat Fenchel eine krampflösende und Salbei eine antibakterielle Wirkung.

  • Heißes Bad

Ein heißes Bad wirkt bei Bauchbeschwerden schmerzlindernd und entspannend, denn es entkrampft die Bauchmuskulatur. Als Zusatz eignet sich Lavendel. Davon wird eine Hand voll in einen Topf mit zwei Liter Wasser gegeben und zum Kochen gebracht. Nach einer Ziehzeit von 15 Minuten wird die Lavendelessenz dem Badewasser hinzugefügt.

  • Leicht verdauliches Essen

Bei Problemen mit dem Bauch ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, um den Magen-Darm-Trakt nicht unnötig zu belasten. Schwere und fettige Speisen sollten gemieden werden. Empfehlenswert sind leicht verdauliche Lebensmittel wie Zwieback, Reis, Kartoffeln, Möhren, Bananen, Äpfel, Birnen und Geflügel.