Bauchfellkrebs

Wie alle Organe, so kann auch das Bauchfell (Peritoneum) von Kebserkrankungen betroffen sein. Beim tumorösen Befall des Bauchfells werden jährlich circa 20.000 Neuerkrankungen gezählt. Dabei unterscheidet man je nach Ursprungsort der tumorösen Zellen die Peritonealkarzinose und das Peritonealkarzinom.

Bauchfellkrebs – Unterscheidung und Ursachen

Sofern das Bauchfell selbst der Ursprungsort der bösartigen Tumorzellen ist, spricht man vom Peritonealkarzinom. Häufiger aber ist die Ursache im Krebsbefall anderer Organe des Bauchraums zu finden. Meist handelt es sich dabei um weit fortgeschrittene, bereits metastasierende Tumoren der Eierstöcke, des Magen-Darm-Traktes oder der Bauchspeicheldrüse. Ist dies der Fall, handelt es sich um eine Peritonealkarzinose. Die Unterscheidung, ob eine Karzinose oder ein Karzinom vorliegt, ist schwierig und kann endgültig nur mithilfe einer feingeweblichen Untersuchung vorgenommen werden.


Funktion des Bauchfells

Das Bauchfell ist ein Organ von rund zwei Quadratmetern Größe. Es kleidet den Bauchraum aus und umgibt viele innere Organe, beispielsweise Zwerchfell, Blase und Darm, mit seiner schützenden Hülle. Aus zwei Schichten bestehend, sorgt das Bauchfell dafür, dass sich die inneren Organe im Bauchraum verschieben lassen. Eine weitere grundlegende Funktion des Bauchfells ist die Aufnahme und Weiterleitung von in der Bauchhöhle befindlicher Flüssigkeit. So nimmt das Bauchfell täglich zwei Liter Lymphflüssigkeit auf und führt sie in den normalen Blutkreislauf zurück.

Bauchfellkrebs und seine Auswirkungen

Sind die Lymphbahnen und Gefäße des Bauchfells durch Tumorzellen beeinträchtigt, so kann keine Flüssigkeit mehr von ihnen aufgenommen werden. Häufig ist dies beispielsweise beim Eierstock- und Eileiterkrebs der Fall. Infolgedessen kommt es zu einem erheblichen Wasserstau in der Bauchhöhle, der die umliegenden Organe beeinträchtigt. Das Anfangsstadium des Bauchfellkrebses ist dabei zunächst noch durch unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen oder Verstopfung gekennzeichnet. Zunahme der Tumorzellen und wachsender Wasserstau führen jedoch bald zu einer weiteren Beeinträchtigung der im Bauchraum gelegenen Organe. Harnverhalt mit nachfolgendem Nierenstau sowie Darmverschluss durch die zunehmende Einengung können die Folge sein.


Diagnose, Therapie und Prognose

Die Untersuchung mit dem CT liefert erst bei ausgedehntem tumorösem Befall des Bauchraumes eine sichere Diagnose. Günstiger ist eine Laparoskopie (Bauchspiegelung), die ein früheres Erkennen der Krankheit erlaubt. Bei chirurgischer Eröffnung des Bauchraumes kann anhand des auslösenden Tumors schließlich eine gesicherte Unterscheidung zwischen Karzinose und Karzinom vorgenommen werden.

Oft erfolgt die Diagnose erst bei weit fortgeschrittenem Bauchfellkrebs. Auch lassen sich die Tumoren des Bauchfellkrebses in der Regel weder operativ entfernen noch mit herkömmlichen Chemotherapien bekämpfen. Häufig waren daher bislang nur palliative Therapieansätze möglich. Solche Maßnahmen also, die die Lebensqualität des Patienten steigern und seine Beschwerden lindern sollen, ohne die Erkrankung selbst ursächlich zu bekämpfen. Zu den Maßnahmen, die diesbezüglich praktikabel sind, gehören beispielsweise die intraperitoneale Immuntherapie, die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie und die chirurgische Reduktion der Tumoren.

Hoffnung weckt nun ein neuer Therapieansatz – die als PIPAC (Pressurized Intraperitoneal Aerosol Chemotherapie) bezeichnete Druckchemo, bei der die Wirkstoffe einer herkömmlichen Chemotherapie als Nebel in die Bauchhöhle eingeblasen und dort in das erkrankte Gewebe gepresst werden. Bisherige Erfahrungen mit dieser Methode sind positiv.