Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein Steroid aus der Gruppe der Lipide.

Im Allgemeinen versteht man unter Lipiden Fette. Im Speziellem werden unterschiedlich aufgebaute Stoffe, die besonders viele Hydrophobe (wasserabweisende) Gruppen besitzen, in der Stoffklasse der Lipide zusammengefasst. Hierunter fallen Fette, Öle, Wachse als „einfache Lipide“ und Phospholipide, Glycolipide, Steroide und Carotinoide als „komplexe Lipide“.

Steroide basieren auf Steran, einem zyklischen, geschlossenen Kohlenwasserstoff.

Das dem Cholesterin zugrunde liegenden Cholestan wird aus Steran und einer speziellen Kohlenwasserstoffkette gebildet.


Funktion des Cholesterins

Cholesterin ist ein sehr wichtiger Baustoff im Organismus. Es ist Bestandteil biologischer Membranen (z. B. Zellwände). Durch Cholesterin wird u. a. die Stabilität dieser Membranen erhöht.
Körpereigenes Cortison wird aus Cholesterin hergestellt. Somit wirkt Cholesterin auch auf entzündungshemmende Prozesse im Körper.

Den Hormonen Aldosteron, Testosteron, Progesteron und Östrogen liegt auch Cholesterin zugrunde.

Sowohl die Gallensäuren als auch Vitamin D3 werden aus Cholesterin hergestellt.

Herkunft

Durchschnittlich enthält der Körper eines gesunden Erwachsenen insgesamt ca. 140 g Cholesterin.

Ca. 60 % davon wird im Organismus selbst synthetisiert (endogenes Cholesterin).

Die Leber produziert hierbei den Löwenanteil, aber auch in den Nebennieren, den Gonaden (Hoden u. Eierstöcke) und in der Darmschleimhaut werden geringe Mengen an Cholesterin hergestellt.

Der restliche Teil des Cholesterins wird durch die Nahrung aufgenommen (exogenes Cholesterin).


Transport von Cholesterin

Da Lipide in Wasser und wässrigen Flüssigkeiten nicht löslich sind, muss Cholesterin zum Transport im Körper an Protein (Eiweiß) gebunden werden. Dadurch entstehen variable Verbindungen von Proteinen und Lipiden, die Lipoproteine. Diese können dann im Blut, der Lymphe und der Gallenflüssigkeit transportiert werden. Im Blut sind die Lipoproteine LDL und HDL von besonderem Interesse.

LDL transportiert Cholesterin von der Leber zu den diversen Organen, HDL nimmt Cholesterin aus den Organen auf und bringt es zur Leber zurück.

Cholesterin und Leber

In der Leber wird nicht nur der größte Teil des Cholesterins produziert, sie nimmt auch Cholesterin auf.

Die Hauptmenge des Cholesterins wird in der Leber zu Gallensäuren umgebaut. Annähernd 90 % dieser Gallensäuren werden dann später im Dünndarm resorbiert und das enthaltende Cholesterin der Leber wieder zugeführt.


Nicht resorbiertes Cholesterin wird durch die Darmbakterien umgebaut und letztendlich ausgeschieden.

Medizinisch relevante Punkte
Es gilt als gesichert, dass eine zu hohe Gesamtcholesterinmenge ein ausschlaggebender Risikofaktor für die Entstehung von Herzinfarkten und Schlaganfällen ist.

Deshalb wird bei der Erstellung eines Blutbildes normalerweise stets die Gesamtcholesterinmenge ermittelt. Zusätzlich werden auch noch die Mengen an LDL und HDL festgestellt.

Die Grenzwerte für Cholesterin sind folgendermaßen festgelegt:

  • Gesamtcholesterin: unter 200 mg/dl
  • LDL : unter 160 mg/dl
  • HDL : über 40 mg/dl

Die Mengen an LDL und HDL sind bezüglich der Risikobewertung des Cholesterinspiegels relevanter als das Gesamtcholesterin.

LDL gilt als „schlechtes“ Lipoprotein, das an Gefäßwänden andocken und so Engstellen und Gefäßverschlüsse verursachen kann. HDL steht in dem Ruf, Cholesterin auch von solchen Engstellen etc. wieder mitnehmen zu können. Insofern ist es wahrscheinlich wünschenswert, LDL gering zu halten und die Menge an HDL zu erhöhen.

Als Hauptursache einer Hypercholesterinämie gilt die übermäßige Aufnahme von Cholesterin durch die Nahrung.

Zudem kann hohes Übergewicht, Diabetes mellitus, eine Unterfunktion der Schilddrüse oder eine angeborene Stoffwechselstörung eine Erhöhung der Cholesterinmenge hervorrufen.

Schwere Leberschäden, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Mangelernährung bewirken ein Absinken der Cholesterinwerte.