Warum ist der Magen so sensibel?

Der Magen ist enorm anpassungsfähig, was die Menge aufgenommener Nahrung angeht. Aber im Laufe Deines Lebens muss er täglich Schwerarbeit leisten. Gleichzeitig reagiert er äußerst sensibel auf Störungen, beispielsweise Deine Stimmungen. Aber was steckt hinter der so leistungsfähigen Funktion und der sensiblen Reaktion?

Komplizierter, aber anpassungsfähiger Aufbau Deines Magens

Der Magen besteht außen aus einer ungeheuer dehnungsfähigen Magenwand in vier Schichten. Unter dem Bauchfell befinden sich Magenmuskeln, Bindegewebe und die Magenschleimhaut mit ihren zahlreichen Drüsen. Die Magenwand ist in kleinen Fältchen aufgebaut. Dadurch zieht sich Dein Magen im geleerten Zustand zu einem Schlauch zusammen und kann je nach aufgenommener Nahrungsmenge zu einem straffen Ballon anwachsen. Ein normal entwickelter Magen kann täglich etwa zweieinhalb Liter aufnehmen. Darunter befinden sich Speisen ebenso wie Flüssigkeit. Oben führt die Speiseröhre alle Lebens- und Genussmittel in den Magen ein. Unten sitzt der Magenpförtner, ein ringförmiger Muskel, der den Verschluss zum Dünndarm darstellt. Von hier wird verdaute Nahrung weitergeleitet.

Funktionsweise des Magens

Hinter den Magenwänden wird von den Drüsen in der Magenschleimhaut Magensäure produziert. Das ist daran erkennbar, dass der Gedanke an appetitliche Speisen zu verstärktem Speichelfluss führt. Gleichzeitig stellen weitere Drüsen im Mageninnern Verdauungssaft her – zwei bis drei Liter pro Tag. Gesteuert wird dieser Prozess von Nervenreizen und Hormonen. Dieser Zusammenhang zwischen dem Gedanken, dem Anblick und dem Verzehr sorgt rechtzeitig bei Ankunft der Lebensmittel für die richtige Vorbereitung. Salzsäure, Pepsine und Proteine töten Krankheitserreger ab und bereiten Vitamine und Eiweiße für den weiteren Verdauungsprozess in der Darmflora vor. Eigentlich braucht ein Mensch nur alle 12 Stunden etwas zu sich zu nehmen. So lange bleiben gegessene und getrunkene Inhalte im Magen. Im Schlaf hat der Magen ebenfalls alle Drüsen und Magenwände voll zu tun. (Anm. d. Lektorats: Satzbau unklar.) Das Funktionsprinzip der Peristaltik sorgt für eine ständige Teilentleerung des Magens in Richtung Dünndarm. Praktisch lebenslang kommt der Magen aus diesem Grund niemals zur Ruhe, selbst in Diätzeiten nicht.

Magen und Nerven – ein heikles Thema

Die Nerven des Magens reagieren auf alle möglichen Reize empfindlich. Das Grundbestreben dieses Organs ist die ständige, am besten ausgewogene Nahrungsaufbereitung. Menschen in einem angespannten Dauerzustand überfordern ihren Magen. Er wird zum Reizmagen und rebelliert selbst außerhalb der Nahrungsaufnahme. Zu wenig gekaute Nahrung rutscht beim hastigen Essen die Speiseröhre hinab. Die beinahe rohen Brocken belasten die Vor- und Hauptarbeit des Magens. Zeit ist also ein Faktor, der nicht nur im Kopf für Harmonie sorgt. Wer sich für das Essen und Kauen Zeit nimmt, jedes Häppchen bewusst genießt und auch ansonsten tägliche Entspannung pflegt, verdaut leichter und fühlt sich wohler. Sicherlich hast Du schon von speziellen Magen-Diäten gegen einen gereizten Magen gehört? Im Grunde sind die aber nicht nötig. Wenn Du auf einige fetthaltige Speisen wie Pommes, Mayo oder Wurst teilweise verzichtest, wirst Du bald Linderung verspüren. Wichtig ist lebenslang, dass Du sorgsam vor allem mit der Magenschleimhaut umgehst. Fressgelage und Hungerzeiten sind purer Stress für den dehnbaren und immer bereiten Magen. Ohne solche Extreme bleibt die lebenswichtige Balance erhalten.

Sonstige nachteiligen Einflüsse auf die Magengesundheit

Ein Ungleichgewicht im Magen entsteht auch durch die dauerhafte Einnahme von Medikamenten oder regelmäßigen Konsum von Alkohol. Auch Rauchen reizt den Magen, weil er mit Stoffen konfrontiert wird, für die seine Funktion eigentlich nicht vorgesehen ist. Die Verdauung ist beeinträchtigt, der Zusammenhang zwischen der Bildung von Magensäure und einer guten Peristaltik gestört. Wer häufig scharf isst oder viel Salz mit der Nahrung zu sich nimmt, riskiert ebenfalls Magenschäden. Die Schleimhaut wird davon angegriffen, wodurch das Innere der Magenwände für die aggressive Magensäure offenliegt. Ist es erst einmal so weit gekommen, helfen nur langwierige Therapien dabei, Folgeschäden wie Magengeschwüre zu lindern oder zu beseitigen. Kaffee ist übrigens kein Magenfeind. Falls Du einen gesunden Magen hast, schaden drei Tassen täglich gar nichts. Falls Du plötzlich mit Magenweh auf nur eine Tasse Kaffee reagierst, ist vermutlich nicht dieses Getränk die Ursache. Vielmehr deutet diese Reaktion darauf hin, dass bereits andere Ursachen eine Schädigung verursacht haben.

Rezept für ein magenfreundliches Leben

Wenn Du diese Tipps befolgst, tust Du sowohl Deinem Magen als auch Deinem gesamten Körper, dem Geist und Deiner Seele etwas Gutes:

  • Lebe aktiv. Dein Magen arbeitet umso besser, je mehr Bewegung in Deinem Tagesablauf vorkommt. Ein Spaziergang nach Feierabend oder eine Spazierrunde am Morgen wirken Wunder, entspannen und entlasten den Magen.
  • Iss achtsam. Menschen mit einem gesunden Essverhalten spüren, wann Salz besser wegbleibt oder Süßes ein Energiedefizit anzeigt. Mit der Zeit lernst Du, über natürlichen Appetit wertvolle Lebensmittel von geschmacksverstärkten Dickmachern (und somit Magenbelastern) zu unterscheiden.
  • Vermeide Extreme. Dein Magen ist zwar dehnbar vom dünnen Schlauch bis zum dicken Ballon. Gesund verdauen kann er aber am besten irgendwo in der Mitte dieser Extreme. Höre also mit dem Essen auf, sobald ein Sättigungsgefühl eintritt – egal, wie gut alles noch schmeckt.
  • Lebe entspannt. Beruflicher und privater Stress führen zu einseitiger Ernährung. Versuche, hastiges Essverhalten gegen Mahlzeiten in aller Ruhe zu tauschen. Dein Magen dankt es Dir und mit ihm ein insgesamt gesundes Körpergewicht.

Fazit:
Der menschliche Magen leistet rund um die Uhr lebenslange Schwerstarbeit. Auf eine Störung der Balance in seinen Abläufen reagiert er deshalb sensibel. Ohne Stress und mit sinnvoller Ernährung kannst Du ihn entlasten.