Nebennieren


Aufbau der Nebennieren

Die Nebennieren sind paarig vorliegende endokrine Drüsen (hormonproduzierende Drüsen), die umgeben von Fettgewebe auf den oberen Polen der beiden Nieren aufliegen. Hierbei besitzt die linke Nebenniere ein halbmondförmiges und die rechte Nebenniere ein dreieckiges Erscheinungsbild. Die endokrinen Drüsen weisen ein Gewicht von jeweils etwa 4-5 Gramm auf und können morphologisch und funktionell nach der gelblich-braunen Nebennierenrinde und dem bräunlichen Nebennierenmark differenziert werden. Die außen liegende Nebennierenrinde kann nach der Zellanordnung in drei ineinander übergehende Zonen unterteilt werden, die mikroskopisch deutlich sichtbar sind: Zona glomerulosa, Zona fasciculata (mittlere Schicht) sowie Zona reticularis (innere Schicht). Das Nebennierenmark entwickelt sich aus der ektodermalen Sympathikusanlage und ist histologisch dem Nervensystem zuzuweisen. Das Nebennierenmark setzt sich in erster Linie aus Nervenzellen zusammen.


Aufgabe und Funktion der Nebennieren

Nebennierenmark und Nebennierenrinde erfüllen jeweils unterschiedliche Funktionen für den menschlichen Organismus. So besteht die Funktion der Nebennierenrinde in der Synthese von über 40 verschiedenen Hormonen bzw. Steroiden, die entsprechend ihrer Wirkung in drei Hauptgruppen unterteilt werden: Mineralocorticoide (u.a. Aldosteron), Glucocorticoide (u.a. Cortisol) sowie Sexualhormone (u.a. Androgene). Während die Mineralocorticoide den Salzhaushalt (Natrium- sowie Kaliumhaushalt) regulieren, indem sie die Rückresorption (Zurückhalten) von Natrium und die Sekretion (Ausscheidung) von Kalium stimulieren, steuern Glucocorticoide den Zuckerstoffwechsel und aktivieren die Gluconeogenese (Zuckersynthese aus körpereigenen Reserven) sowie die Glycolyse (Glucosespaltung) und Lipolyse (Spaltung von Lipiden). Die Sexualhormone regeln die Geschlechtsfunktionen (Fortpflanzung) und bewirken die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale. Im Nebennierenmark werden die Catecholamine Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin synthetisiert. Diese auch als „Stresshormone“ bezeichneten Stoffe stellen biogene Amine dar und werden aus Aminosäuren generiert. Adrenalin und Noradrenalin steigern in Stresssituationen den Blutdruck und die Herzfrequenz und sorgen so für eine effiziente Energieversorgung des Organismus, während Dopamin die Kontraktionsfähigkeit des körpereigenen Muskelgewebes (u.a. Skelettmuskulatur, Herzmuskulatur) erhöht.

Nebennierenerkrankungen

Erkrankungen der Nebennieren manifestieren sich in der Regel als Unter- oder Überfunktion der Rinde oder des Marks.

Erkrankungen der Nebennierenrinde:

Unterfunktion: Nebennierenrindeninsuffizienz durch zerstörtes Nebennierenrindengewebe infolge eines Geburtstraumas, eines Waterhouse-Friderichsen-Syndroms, einer Störung der Blutgerinnung oder Nebennierenvenenthrombose
Überfunktion (Hyperkortizismus): Cushing-Syndrom (Überproduktion von Cortisol), Conn-Syndrom (Überproduktion von Aldosteron, meistens infolge eines Nebennierenrindenadenoms), adrenogenitales Syndrom (Überproduktion von Androgenen)

Erkrankungen des Nebennierenmarks:

Überfunktion bzw. vermehrte Catecholaminausschüttung infolge eines Phäochromozytoms, Adrenalin und Noradrenalin produzierenden Tumor

Daneben können die Nebennieren Karzinome entwickeln, die mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit hormonell aktiv sind und entsprechend das hormonelle Regulierungssystem der Nebennieren beeinträchtigen können.