Milz

Die Milz befindet sich im Bauchraum, ist im Durchschnitt 7 x 11 x 4 Zentimeter groß und wiegt etwa 150 bis 200 Gramm. Umgeben wird die Milz vom Zwerchfell, dem Magen und der linken Niere. Die Milz liegt so nah unter dem Zwerchfell, dass sie sich beim Atmen mitbewegt. Da sie normalerweise von den Rippen bedeckt ist, ist sie von außen nicht zu ertasten.
Eine bindegewebige Kapsel umgibt das Organ und verleiht ihm Stabilität. Das Innere der Milz, die Pulpa, besteht nämlich aus einem sehr weichen Material. Die Milz wird in die weiße und die rote Pulpa eingeteilt. Beide Teile übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Die rote Pulpa besteht aus einem weitmaschigen Netz, durch das Blut strömt. Die innen liegenden Milzknötchen werden als weiße Pulpa bezeichnet.
Die Arteria lienalis und ihre Verzweigungen bringen das Blut in die Milz. Die Vena splenica, auch Vena lienalis genannt, führt das Blut anschließend in die Pfortader ab.


Aufgabe & Funktion

Die rote Pulpa der Milz hat die Aufgabe, alte oder beschädigte Blutzellen aus dem Blut zu filtern. Im weitmaschigen Netz bleiben anomale Blutzellen und Schädlinge hängen, frische und biegsame Blutzellen können durch das Netz hindurch schlüpfen. Die alten Blutzellen werden in ihre Bestandteile zerlegt und mithilfe von Fresszellen abgebaut. Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen können außerdem von der roten Pulpa gespeichert und ausgeschüttet werden. Bis zum sechsten Lebensjahr übernimmt die Milz auch einen großen Anteil an der Bildung roter Blutkörperchen.

Die weiße Pulpa übernimmt Abwehrfunktionen und überprüft das durchströmende Blut auf Krankheitserreger und Schadstoffe. Die Milzknötchen bestehen aus lymphatischem Gewebe, das B-Lymphozyten enthält. Die Gefäße werden zudem von den T-Lymphozyten-haltigen lymphatischen Scheiden umgeben. Die Milz filtert Blut aus dem gesamten Blutkreislauf des Körpers. Sie kann auch neue Lymphozyten bilden. Bei Bedarf, zum Beispiel bei einer Blutvergiftung, können Lymphozyten und Thrombozyten auch in den Blutkreislauf ausgesendet werden, um Schadstoffe abzubauen.

Krankheiten/Probleme/Schmerzen

  • Milzverletzung mit Milzriss (kann zum inneren Verbluten führen)
  • Entzündung der Milz (Splenitis)
  • Milzinfarkt
  • Vergrößerung der Milz (Splenomegalie)
  • Milzzysten, Milzabzesse
  • Metastasenbildung in der Milz
  • Abwehrschwäche durch fehlende oder funktionsunfähige Milz

Die Milz Natürlich stärken

Die Milz spielt weder im Alltagsbewusstsein noch in der Schulmedizin eine wesentliche Rolle. Das mag daran liegen, dass sie selten Probleme bereitet. In der Traditionellen Chinesischen Medizin erfährt sie mehr Achtung. Sie symbolisiert das Element Erde und steht für Verdauung und Umwandlung.

Alle Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, unterstützen auch die Milz:

  • regelmäßige und maßvolle Bewegung an der frischen Luft
  • ausreichend Trinken
  • eine gesunde Balance aus Aktivität und Entspannung

Die Sichtweise der Chinesischen Medizin eröffnet weitere Möglichkeiten, um die Milz zu stärken:

  • keine kalten Speisen und Getränke verzehren
  • ausreichend Zeit für Mahlzeiten einplanen und langsam essen
  • auf sehr süße Speisen verzichten
  • den Geist entspannen – Grübeln schwächt die Milzenergie
  • Yoga und Qigong bringen die Energie ins Gleichgewicht und lösen Blockaden – regelmäßiges Üben unterstützt auch die Milz