Die Wirkung von Sport auf die Abwehrkraft

Sport stärkt das Immunsystem, heißt es. Dennoch erwischt es gerade gut trainierte Sportler immer wieder: Halsschmerzen, Fieber, Schnupfen. Ist Sport also doch nicht so gesund, wie man glauben sollte?

Es ist unbestritten: Regelmäßige Bewegung ist gut für Körper und Geist. Sportliche Betätigung regt nicht nur Herz und Kreislauf an, auch das Immunsystem wird aktiviert. Die Zahl der Abwehrzellen im Körper steigt, zudem arbeiten die „Killerzellen“ von sportlich aktiven Menschen effektiver als die von Bewegungsmuffeln.


Stress schwächt das Immunsystem: Die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden vermehrt hergestellt, gleichzeitig verringert sich die Produktion von Abwehrzellen. Das Resultat: Der Körper wird anfälliger für Infektionen.

Sport baut Stress ab. Kurz andauernde Stresssituationen trainieren und stärken den Organismus, Dauerstress ohne die Möglichkeit der Regeneration schadet langfristig aber Körper und Geist.

Während der sportlichen Betätigung werden Stresshormone abgebaut, der Organismus findet wieder ins Gleichgewicht. Zudem werden beim Sport „Glückshormone“ (Endorphine) ausgeschüttet, die sich positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Auch das kommt dem Immunsystem zugute.

Wenn Sport so gut für die Gesundheit ist, warum erkranken dann gerade Hochleistungssportler häufig an grippalen Infekten & Co?

Auch beim sportlichen Training gilt: Das richtige Maß nützt, Übermaß schadet.


Ein zu hohes Trainingspensum und zu großer Ehrgeiz versetzen den Körper in eine permanente Stressreaktion – ohne ausreichende Erholungsphasen ist er nicht in der Lage, sich zu regenerieren. Das Immunsystem ist überfordert, Krankheitserreger haben leichtes Spiel.

Leben Sportmuffel also doch gesünder?

Nein. Die positiven Auswirkungen sportlicher Betätigung überwiegen bei Weitem, wenn einige Regeln beachtet werden:

Nicht übertreiben. Ein moderates Trainingspensum nützt weit mehr als übersteigerter Ehrgeiz. Zwei bis drei Stunden Bewegung in der Woche reichen aus, um die Abwehrkraft zu stärken.

Nach härteren Trainingseinheiten oder Wettkämpfen braucht der Körper Zeit zur Erholung. Insbesondere in den Tagen nach einem Wettkampf ist der Organismus anfällig für Infektionen!


Bewegung muss Freude machen. Sind die Ansprüche an die eigene Leistungsfähigkeit zu hoch gesteckt, wird Sport schnell zum zusätzlichen Stressfaktor im ohnehin schon anstrengenden Alltag. Das schadet dem Immunsystem mehr als es nützt.

Hat sich bereits eine Erkältung eingeschlichen, muss das Training ausfallen. Das Immunsystem ist in diesem Fall schon vollauf damit beschäftigt, den Infekt abzuwehren und würde durch körperliche Belastung noch zusätzlich geschwächt. Insbesondere bei Fieber gilt absolutes Trainingsverbot!