Was bedeutet eigentlich „plastische Chirurgie“?

Die plastische Chirurgie beschäftigt sich hauptsächlich mit den äußeren beziehungsweise sichtbaren Strukturen, Gewebeteilen und Organen des Körpers, an denen durch entsprechende chirurgische Verfahren funktionelle, formverändernde, wiederherstellende oder ästhetisch-kosmetische Korrekturen vorgenommen werden. Ziel der plastischen Chirurgie ist es dabei, sichtbar beeinträchtigte Körperfunktionen wiederherzustellen oder ästhetisch nachteilige Körperformen kosmetisch zu verbessern.

Die Maßnahmen der plastischen Chirurgie kommen also entweder aus rein funktionalen Gründen, aus rein kosmetischen Gründen oder aufgrund einer Kombination beider Gründe zum Einsatz. Abhängig von der gewünschten Zielsetzung gibt es ganz unterschiedliche Hauptrichtungen der plastischen Chirurgie, die nachfolgend erläutert werden.


Hauptrichtungen der plastischen Chirurgie

Die rekonstruktive Chirurgie beschäftigt sich mit der Wiederherstellung verlorener Körperfunktionen. Dies kann beispielsweise nach Verletzungen und Tumorentfernungen oder bei Fehlbildungen erforderlich werden. Erste wiederherstellende Maßnahmen der rekonstruktiven Chirurgie waren bereits vor mehr als 1.500 Jahren bekannt. Grundlage heutiger Rekonstruktions-Eingriffe ist die moderne Mikrochirurgie, mit deren Hilfe Sehnenumlagerungen, Nervenverpflanzungen sowie Gewebeverschiebungen und Gewebeverpflanzungen durchgeführt werden.

Ein weiteres Hauptgebiet der plastischen Chirurgie ist die Verbrennungschirurgie, die sich ebenfalls der Möglichkeiten der rekonstruktiven Chirurgie bedient. Die Verbrennungschirurgie ist ausschließlich mit der Intensiv- beziehungsweise Akutbehandlung von Verbrennungen und deren Folgen beschäftigt.

Dritter Spezialbereich der plastischen Chirurgie ist die Handchirurgie, die als fächerübergreifende Disziplin auch mit den Fachrichtungen Orthopädie und Unfallchirurgie verbunden ist. Zielstellung der Handchirurgie ist es, mithilfe der Mikrochirurgie Verletzungen, Erkrankungen und Fehlbildungen der Hand und des unteren Armbereichs zu behandeln.


Vierte Hauptrichtung der plastischen Chirurgie ist die ästhetische Chirurgie. Anders als bei den drei zuvor genannten Teilbereichen sind die Eingriffe der ästhetischen Chirurgie nicht medizinisch, sondern rein kosmetisch begründet. Gewöhnlich handelt es sich dabei um formverändernde Eingriffe, deren Notwendigkeit allein im Wunsch des Patienten begründet liegt. Ziel der ästhetischen Chirurgie ist eine Verbesserung des optischen Erscheinungsbildes. Die Maßnahmen der ästhetischen Chirurgie werden darum auch als Schönheitsoperationen bezeichnet. Pro Jahr lassen rund eine Million Frauen und Männer einen rein ästhetisch-plastischen Eingriff vornehmen. Zwanzig Prozent der Operationswilligen sind Männer, 80 Prozent gehören zum weiblichen Geschlecht.

Schönheitsoperationen im Überblick

Die Bandbreite der populärsten Schönheitsoperationen reicht von Botox-Injektionen bis hin zur Brust-OP (lesen Sie jetzt: Die beliebtesten Schönheitsoperationen am Bauch). Gemessen an der Gesamtzahl der jährlichen Eingriffe liegt die Brust-OP mit knapp 30 Prozent beziehungsweise 60.000 durchgeführten Operationen auf Platz eins in der Rangliste der beliebtesten Eingriffe der plastischen Chirurgie. Für eine Brustvergrößerung ist mit Mindestkosten in Höhe von 5.500 Euro zu rechnen. Hinzu kommen die Kosten für den Krankenhausaufenthalt, die Narkose und die Implantate selbst. Körperlich ist mit einem Schnitt unter der Brust, in der Achsel und an der Brustwarze zu rechnen.

Platz zwei der beliebtesten plastischen Eingriffe belegt die Fettabsaugung, die am häufigsten nach der TLA-Methode (Tumeszenz in Lokalanästhesie) durchgeführt wird. Für die TLA wird das Fettgewebe zunächst mit einer speziellen Flüssigkeit aufgeschwemmt. Dadurch werden die Fettzellen gelockert, das Gewebe wird gleichzeitig betäubt. Im Anschluss daran wird über kleine Einschnitte die Kanüle eingeführt, mit deren Hilfe schließlich das Fettgewebe abgesaugt werden kann. Die Kosten für eine Fettabsaugung variieren je nach Umfang des Eingriffs. Kosten von 1.000 Euro für kleine Eingriffe und 10.000 Euro für größere Eingriffe (zuzüglich Narkose und Krankenhausaufenthalt) sind üblich.

Dritthäufigste Maßnahme der plastischen beziehungsweise kosmetischen Chirurgie ist die Lidstraffung, bei der ein Hautüberschuss am Oberlid entfernt wird, um unschöne Schlupflider zu minimieren. Schnitt und nachfolgende Naht werden dort platziert, wo sich die natürliche Lidfalte befindet. Narben sind somit nicht zu befürchten. Pro Lid ist bei dem ambulanten Eingriff mit etwa 2.000 Euro zu rechnen.