Bauchtanz – Ein Überblick

Wiegende Hüften, schlängelnde Armbewegungen, Hüftdrops und die Shimmys genannten, beeindruckenden Zitterbewegungen – Bauchtanz ist Weiblichkeit und Verführung pur. Doch eigentlich ist der Name Bauchtanz, mit dem orientalische Tänze bezeichnet werden, nicht ganz zutreffend. Denn bei diesem Tanz wird der ganze Körper in Bewegung gebracht. Der Name leitet vom Wort „Baladi“ ab, einer Bezeichnung für die ägyptischen Volkstänze. Als diese dem westlichen Publikum 1893 auf der Weltausstellung in Chicago vorgestellt wurden, wurde aus Baladi schnell Belly Dance, also Bauchtanz. Die meisten Tänzerinnen bevorzugen daher den treffenderen Ausdruck „Orientalischer Tanz“.

Für wen ist Orientalischer Tanz geeignet?

Orientalischer Tanz macht nicht nur viel Spaß, sondern stellt auch ein gelenkschonendes Herz- und Kreislauftraining dar und kann von Frauen (oder auch Männern) jeden Alters ausgeübt werden. Beim Bauchtanz kommt es auf die Isolation einzelner Körperteile an, durch das Training wird die Beweglichkeit und Koordination trainiert.


Wie bei allen Tanzsportarten ist die Beinarbeit wichtig, doch gleichermaßen kommt es auf eine gute Haltung an. Das Tanzen sorgt nicht nur für eine für eine gute Kondition, sondern auch für eine bessere Fettverbrennung. Oft verschwinden durch das Training auch gesundheitliche Probleme wie Rückenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden. Auch Schwangere und junge Mütter profitieren nicht nur durch die häufig dazu gehörenden Beckenbodenübungen vom Tanztraining. Orientalischer Tanz kann allein, zu zweit oder in einer Gruppe getanzt werden. Jede Frau kann ihren eigenen Tanzstil finden, mit dem sie sich wohlfühlt. So wirkt sich Orientalischer Tanz häufig auch positiv auf die eigene Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein aus.

Wie lernt man Bauchtanz?

Es gibt eine Vielzahl an Anleitungsvideos, die eine gute Inspirationsquelle und Ergänzung des Tanztrainings sind. Doch gerade für Anfänger ist der Besuch von Tanzkursen zu empfehlen. Denn dort werden individuelle Fragen beantwortet und Haltungsfehler korrigiert. Aber auch Fortgeschrittene nutzen Kurse und Workshops, um sich weiterzuentwickeln.

Der klassische Orientalische Tanz besitzt bereits mehrere Varianten, wie Schleier- oder Stocktanz, oder die beeindruckenden Trommelsoli. Dazu gibt es noch viele weitere Trends, wie die von Shakira gezeigte Mischung aus Pop und Orientalischem Tanz, Andalousische Rumba mit spanisch-orientalischen Einflüssen, Tribal oder sogar Gothic Oriental. Fortgeschrittene Tänzerinnen probieren auch gerne den Tanz mit mindestens zwei Schleiern oder Tänze mit Säbeln oder Leuchtern aus. Diese Varianten können häufig in Wochenend-Workshops erlernt werden, die von verschiedenen Dozenten angeboten werden. Kurse und Workshops werden beispielsweise in Volkshochschulen, Tanzschulen, Fitnessstudios oder in den eigenen Studios der Dozenten angeboten. Es gibt zwar auch tanzende und unterrichtende Männer, doch meistens werden Kurse und Workshops von Frauen besucht. Manche Kurse nehmen auch nur Teilnehmerinnen auf.


Wie sieht das ideale Tanzoutfit aus?

Die aufwändigen Auftrittskostüme lassen die Herzen vieler Frauen höherschlagen, doch für das Tanztraining reicht ein schlichteres Outfit. Die meisten Tänzerinnen bevorzugen Bodys und Tights aus Baumwolljersey oder anderen elastischen Fasern zum Trainieren. Oft wird auch ein weiter, auf der Hüfte sitzender Rock oder eine weitere Hose getragen. Hilfreich ist jedoch ein mit Perlen oder Münzen besetztes Hüfttuch oder ein Hüftgürtel mit Perlenfransen. Denn das Gewicht und das Geräusch der klirrenden Perlen oder Münzen helfen bei der Bewegungskontrolle und machen das Einüben von Drops und Shimmys leichter. Dazu kann je nach Boden in Gymnastikschläppchen, in Socken oder auch barfuß getanzt werden. Die fantasievoll und verschwenderisch mit Perlen und Pailletten bestickten Oberteile, Tanzgürtel und Kleider sollten Auftritten vorbehalten bleiben, denn das Tanztraining ist schweißtreibend und diese Kleidungsstücke lassen sich nicht waschen.


Vom Kurs zum Auftritt

Wer das Erlernte dann vorführen will, hat verschiedene Möglichkeiten: Neben Auftrittsabenden von Tanzschulen gibt es häufig Tanzgruppen, die für selbst organisierte Auftritte trainieren, doch manche Solo-Tänzerinnen treten auch in Restaurants oder auf Partys und Feiern wie Hochzeiten, Geburtstagen oder Junggesellenabschieden auf. Jede Tänzerin sollte sich gut überlegen, wann und in welchem Rahmen sie auftreten möchte. Die Gagen für Auftritte unterscheiden sich stark, sind häufig aber abhängig vom Veranstaltungsort und dem eigenen Können.