Wie gesund sind die einzelnen Senfarten?

Schon seit mehreren Jahrtausenden werden die Samen der Senfpflanzen als schmackhaftes Würzmittel geschätzt und in verschiedenen Formen verwendet: Als Pulver, als Paste (in der Regel der im Handel erhältliche Senf) oder auch als ganze Körner.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswirkung des Senfs
Alle zubereiteten Senfsorten enthalten die wertvollen Senföle, die beim Zerkleinern und Fermentieren der Samen freigesetzt werden. Diese Öle haben eine antibakterielle und desinfizierende sowie auch durchblutungsfördernde Wirkung. Zunächst wirken sie auf den Rachenbereich, werden aber über das Blut auch in andere Körperbereiche transportiert und helfen dann vor allem bei Lungen- und Blasenbeschwerden. Sie regen außerdem die Verdauung an und unterstützen diese beim Verzehr stark fetthaltiger Lebensmittel. Auch deshalb passt Senf so gut zu fettigem Grill- und Bratgut.
Eine krebshemmende Wirkung von Senf wurde ebenfalls nachgewiesen. Besonders vorbeugend wirkt Senf gegen Brust- und Prostatakrebs.


Senf kann aber nicht nur gegessen werden. Senföl kommt beispielsweise auch in der ayurvedischen Massage zur Anwendung, ebenso gibt es homöopathische Mittel mit Senf. Richtig am Körper angewendet kann Senf auch eine schmerzstillende und schnupfenbekämpfende Wirkung entfalten.

Schwarzer, brauner und weißer Senf
Der schwarze Senf ist zusammen mit dem weißen Senf Hauptbestandteil der meisten Senfsorten. Nur seine Samen werden verwendet. Sie haben in großen Mengen sogar eine Giftwirkung, allerdings ist der Verzehr üblicher Mengen des zubereiteten Senfs völlig ungefährlich.


Brauner Senf stammt ursprünglich aus Asien. Nicht nur seine Samen sind essbar, sondern auch die Blätter und Blüten, die man sogar roh verzehren kann und die besonders in China als süß-saures Gemüse zubereitet werden. Seine Samen sind in der Senfherstellung überwiegend die Grundlage für Dijon-Senf.
Weißer Senf kommt ebenso wie der schwarze Senf aus dem Mittelmeerraum, wird aber auch in Deutschland angebaut und hat sich an manchen Orten sogar auf unbewirtschaftetem Gelände verbreitet. Auch er besitzt neben den Samen essbare Blätter. Die Blätter haben möglicherweise eine Diabetes-hemmende Wirkung.


Verschiedene Sorten verarbeiteten Senfs
In ihrer positiven Wirkung unterscheiden sich die Variationen, zu denen Senf verarbeitet wird, nicht wesentlich. Die größten Unterschiede bestehen hier in Verwendung, Aussehen und Geschmack. Natürlich können weitere Zutaten, wie zum Beispiel Meerrettich (Superfood: Meerrettich) oder Knoblauch, die Gesundheitswirkung des Senfs weiter verstärken.

Senfmehl oder auch Senfpulver wird überwiegend aus dem weißen Senf hergestellt. Vermischt mit Wasser ergibt es eine Paste, die an Tafelsenf erinnert.
Als Tafelsenf bezeichnet man das Produkt, das entsteht, wenn Senfkörner gemahlen und mit anderen Zutaten zu einer Paste vermischt werden. Ursprünglich verwendete man dazu überwiegend Most, heute meist eine Mischung aus Essig, Wasser und Salz. Ob der Senf grob oder fein gemahlen ist, beeinflusst nur den Geschmack und die Konsistenz, nicht die hauptsächlichen Inhaltsstoffe.

Macht Senf dumm?
Der alte, aber immer noch gelegentlich gehörte Spruch „Senf macht dumm“ basiert auf einem Irrtum. Sogenannte cyanogene Senföle können Hirnschäden verursachen, kommen trotz ihres Namens jedoch nicht im Senf vor. Tatsächlich findet man diese speziellen Senföle beispielsweise in Bittermandeln.