Was ist eigentlich Analogkäse?

Analogkäse wird seit einigen Jahren häufiger in den Medien erwähnt, wenn es um Lebensmittelskandale oder nicht ordnungsgemäß deklarierte Zutaten geht. Doch was ist unter diesem Begriff eigentlich genau zu verstehen? Und wo genau liegt das Problem?

Alles Käse? Eben nicht!

Analogkäse ist letztlich nur eine von mehreren Bezeichnungen für Käseersatz. Synonym werden auch Begriffe wie vegane Käsealternative, veganer Käse, Käseimitat, Käsesurrogat oder Kunstkäse verwendet. Sie alle deuten bereits auf die wesentlichen Eigenschaften von Analogkäse hin: Es handelt sich dabei nicht um irgendeine Art von Käse, sondern vielmehr um verschiedene Lebensmittel, die im Hinblick auf Geschmack und Konsistenz mehr oder weniger starke Ähnlichkeiten mit Käse aufweisen.


Ist Analog- oder Kunstkäse schädlich?

Nein, in diesem Punkt können Sie beruhigt sein. Wenn Kunstkäse ordnungsgemäß hergestellt und gelagert wird, ist er ebenso wenig gesundheitsschädlich wie irgendein anderes Lebensmittel. Das Problem bei der Verwendung von Kunstkäse besteht also nicht darin, dass Sie beim Verzehr ein gesundheitliches Risiko eingehen. Sie essen nur eben keinen Käse, obwohl Sie das vielleicht glauben. Daher ist grundsätzlich nicht die Verwendung von Kunstkäse problematisch, sondern lediglich die fehlende Deklaration als Zutat oder ggf. die Verwendung irreführender Bezeichnungen, die den Verbrauchern suggerieren, es handele sich tatsächlich um echten Käse.

Woraus wird Analogkäse hergestellt?

Im Unterschied zu Käse wird Käseersatz gar nicht oder nur zu einem bestimmten Anteil aus Milchprodukten oder Milch hergestellt. Das Milchfett wird in der Regel durch andere Fette ersetzt, die entweder tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein können. Auch das Milcheiweiß wird teilweise durch Eiweiß anderer Herkunft ersetzt. Heute werden als Grundstoffe für die Herstellung von Analogkäse meist Wasser sowie Soja-, Milch- oder Bakterieneiweiß, Pflanzenöle und teilweise auch Stärke verwendet. Zu den weiteren Zutaten von Kunstkäse zählen Aroma- und Farbstoffe, Salz und Emulgatoren. Um das Produkt in Aussehen und Geschmack an bestimmte Käsearten anzunähern, werden darüber hinaus verschiedene Geschmacksverstärker zugesetzt.


Was sind die Gründe für die Herstellung und Verwendung von Kunstkäse?

Im Vergleich zur Käseherstellung nimmt die Produktion von Kunstkäse sehr viel weniger Zeit in Anspruch, insbesondere auch deshalb, weil kein Reifeprozess notwendig ist. Aufgrund des geringeren Zeitaufwandes für die Herstellung und wegen der zum Teil deutlich preisgünstigeren Zutaten ist Käseersatz meist wesentlich billiger als Käse. Die Preisersparnis ist jedoch keineswegs der einzige Grund für die Verwendung von Käseersatz. Auch religiöse, ethische und gesundheitliche Gründe können dafür sprechen, Kunstkäse anstelle von Käse einzusetzen. So werden verschiedene Käseersatzprodukte — insbesondere in den USA und einigen anderen englischsprachigen Ländern — durchaus offensiv als beworben. Zielgruppen sind dabei vor allem Menschen mit Laktoseintoleranz oder Personen, die sich vegan ernähren.

Fazit: Nicht schädlich, nur eben kein Käse…

Falls Sie Kunstkäse wissentlich oder unwissentlich zu sich nehmen, brauchen Sie also nicht zu fürchten, dass sie dadurch einen Schaden erleiden. Und wenn Sie Laktose schlecht vertragen oder auf eine cholesterinarme Ernährung achten sollten, kann Kunstkäse gegenüber echtem Käse sogar die bessere Wahl sein. Problematisch wird es erst, wenn man versucht, Ihnen Kunstkäse als echten Käse „unterzujubeln“. Denn dann liegt schließlich eine Täuschung des Verbrauchers vor. Dabei handelt es sich allerdings um ein juristisches beziehungsweise um ein kulinarisches Problem, aber nicht um ein Gesundheitsrisiko.