Superfood: Traubenkerne

Seit Jahrzehnten nutzen Menschen die roten Blätter des Weins als Heilmittel. Das Wertvollste an den delikaten grünen und blauen Weintrauben sind jedoch nicht die Blätter, sondern ihre unscheinbaren kleinen Kerne. Dennoch werden sie oft einfach weggeworfen, weil man sie für Abfall hält.

Was sind Traubenkerne?

Als Traubenkerne bezeichnet man die kleinen Samen der Weintrauben, die beim Verzehr ausgespuckt werden, weil sie beim Kau-Vorgang stören. Da sie den meisten Menschen im Mund unangenehm sind, werden mittlerweile Weintrauben-Sorten ohne Kerne gezüchtet.


Die als Abfall angesehenen Samen wurden 1995 einer genaueren wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen. Dabei entdeckte der französische Wissenschaftler Jack Masquelier, dass sie einen hohen Anteil an wertvollen Antioxidantien enthalten. In der Zwischenzeit konnten verschiedene klinische Studien und Tierversuche die gesundheitsfördernde Wirkung von Traubenkernen beweisen.

Welche Wirkung haben Traubenkerne auf die menschliche Gesundheit?

Traubenkerne haben eine hohe Konzentration an Flavonoiden, insbesondere an hochwirksamen oligomeren Proanthocyanidinen (OPC) und an den Polyphenolen Resveratrol und Viniferin. Einen derart hohen Anteil an Polyphenolen weisen außer Trauben nur wenige Lebensmittel auf. Außerdem enthalten Traubenkerne noch adstringierende Gerbstoffe.

Obwohl verschiedene klinische Studien und auch Tierversuche die medizinische Wirksamkeit der Kerne belegen und die kleinen Samen schon seit den 1990-er Jahren Gegenstand diverser wissenschaftlicher Untersuchungen sind, steht die Einschätzung der Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte noch aus.

Sicher ist, dass Traubenkerne bei Krampfadern, peripheren Venenerkrankungen und chronischer Veneninsuffizienz die Venen schützen und regenerieren. Besonders gefährdet, an einer Venenentzündung zu erkranken, sind Menschen mit angeborener Venen-Schwäche und solche, die eine überwiegend stehende Tätigkeit ausüben. Frauen sind davon in größerem Maße betroffen als Männer, da sie genetisch bedingt ohnehin ein schwächeres Bindegewebe haben.

Bei zu starker Belastung durch Stehen schwellen Knöchel und Waden an. Das venöse Blut kann nicht mehr zum Herzen zurückfließen. Ein Teil davon dringt durch die Gefäßwände in das umliegende Gewebe. Dann kommt es zur Entstehung von Ödemen (Wasseransammlungen im Bindegewebe). Auch Venenerkrankungen allein können zur Bildung der Schwellungen führen.

Außerdem sind Traubenkerne der ideale Schutz für Nerven und Gehirn. Da das OPC sogar die Blut-Hirn-Schranke passiert, kann es zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADS) eingesetzt werden. Wie US-Forscher in Tierversuchen herausfanden, bietet es sogar Schutz vor den berüchtigten Alzheimer Amyloid-Plaques. Ob das auch bei Menschen der Fall ist, wird noch untersucht. Damit könnten die degenerativen Prozesse im Gehirn zumindest aufgehalten werden.

Die antioxidative, antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung von Traubenkernen verhindert bzw. reduziert arteriosklerotische Gefäß-Veränderungen und ist bei Leberschädigungen regenerierend. Die OPC fangen freie Radikale, aggressive Sauerstoffmoleküle, die die Zellwände zerstören und sogar Krebs verursachen.

Die in den Traubenkernen enthaltenen OPC sind:

  • 20-mal stärker antioxidativ als Vitamin E und
  • 50-mal wirkungsvoller als Vitamin C.

Mit 48 Stunden wirken sie außerdem länger als Vitamine.

Die Polyphenole Resveratrol und Viniferin punkten, indem sie

  • gemeinsam gegen Bakterien, Viren und Pilze kämpfen
  • Entzündungen vorbeugen und beseitigen
  • Haut, Haare und Blutgefäße schützen und
  • für glänzendes, weiches, dichtes und schneller wachsendes Haar sorgen.

Auf die Gesichtshaut wirken die in den Traubenkernen enthaltenen Inhaltsstoffe wie ein Face-Lift. Bei längerer Anwendung können Sie mit ihnen sogar Neurodermitis wirkungsvoll behandeln.

Die adstringierenden Eigenschaften der Samen fördern sogar die Wundheilung. Das OPC kurbelt die Ausschüttung körpereigener Stoffe an, die die Blutgefäße reparieren. Außerdem fördern Traubenkerne noch zusätzlich die Augen-Gesundheit. Sie helfen bei der insbesondere bei älteren Menschen häufiger vorkommenden Makula-Degeneration (Netzhaut-Ablösung) und bei Grauem Star. Schon 300 mg Traubenkern-Extrakt täglich über einen Zeitraum von 2 Monaten eingenommen reichen aus, um die Augen nach langen Arbeitszeiten am PC gut zu regenerieren.

Falls Sie Ihre Gesundheit mit der Einnahme von OPC unterstützen möchten, sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie nur Produkte kaufen, die mit Vitamin C, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen wie Rutin, Hesperidin und Quercetin angereichert sind.

Welche Traubenkern-Produkte gibt es?

Traubenkerne sind lose erhältlich und können auch in Form von Traubenkern-Öl, Extrakt, Pulver, Tabletten und Kapseln gekauft werden. Beim Erwerb Ihrer Traubenkerne sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Produkte möglichst aus biologisch-dynamischem Anbau stammen und auch die wirkungssteigernden Zusatzstoffe beinhalten. Außerdem sind idealerweise keine Füll- und Trennmittel sowie synthetische Zusätze darin enthalten (Allergie-Risiko!).

Zur Herstellung von Traubenkern-Öl werden die bei der Weinkelterung anfallenden Samen kalt gepresst. Die besonders OPC-haltigen Weinschalen werden pulverisiert und zu Traubenkern-Pulver und Traubenkern-Kapseln verarbeitet. Das Pulver wird vom Körper schneller verwertet als die Kapseln. Für Veganer gibt es spezielle Traubenkern-Kapseln aus pflanzlicher Gelatine. Traubenkern-Mehl kann aufgrund seiner Hitze-Verträglichkeit auch zum Kochen und Backen eingesetzt werden, ohne seine wertvollen Inhaltsstoffe einzubüßen.

Bei der Einnahme von Traubenkern Produkten kommt es nur in seltenen Fällen (Überdosierung) zum Auftreten von Nebenwirkungen. Das Naturheilmittel sollte man jedoch nicht einsetzen, wenn man auf Weintrauben allergisch reagiert oder Blut-Gerinnungshemmer einnimmt.