Superfood: Topinambur

Topinambur

Die Topinambur ist eine enge Verwandte der Sonnenblume. Ihre Stärke liegt jedoch am anderen Ende der Pflanze: Die kartoffelähnlichen Früchte mit Potential zum Superfood wachsen unterirdisch heran. Das Blühen beherrscht die Topinambur ebenfalls und offenbart dabei ihre enge Verwandtschaft mit der strahlend gelben Sonnenblume. Einer ihrer vielen Namen lautet daher Erdsonnenblume.

Globales Superfood mit Wachstumspotential

Die Topinamburfrüchte gedeihen rund um den Erdball. In Europa werden sie im Süden Frankreichs und in den Niederlanden angebaut. In Deutschland spielt der Anbau gegenwärtig kaum eine Rolle. Einst brachten die Franzosen sie aus Übersee nach Europa und gaben der attraktiven Pflanze den Namen Topinambur. Die indianischen Topinambus nutzten sie als Gemüse und fütterten ihr Vieh damit. Die verschiedenen Sorten der Topinambur tragen rötliche, braune, lilafarbene, weißliche und gelbe Schalen. Knollen mit hellen Schalen besitzen einen sehr zarten Geschmack.

Saisonaler Höhepunkt von Topinambur

Ihre Saison beginnt alljährlich Ende Oktober und endet im Mai des Folgejahres. Die vier bis zehn Zentimeter großen Früchte offenbaren dann ihre geschmacklichen Vorzüge am besten, zeigen sich besonders prall und reich an gesunden Inhaltsstoffen. Darüber hinaus kann Topinambur ganzjährig genossen werden. Das wissen vor allem Diabetiker sehr zu schätzen. Ihnen ist die Topinambur ein willkommener Ersatz für die traditionelle Kartoffel und andere Gemüse. In ihr stecken hohe Anteile an dem Ballaststoff Inulin, der von Diabetikern gut vertragen wird.

Nomen est omen

Ihre weite Verbreitung und ihre Superfood-Qualität trugen der Pflanze viele unterschiedliche Namen ein:

  • Indianerknolle
  • Zuckerkartoffel
  • Erdbirne
  • Erdapfel
  • Erdartischocke
  • Erdschocke
  • Kleine Sonnenblume
  • Erdsonnenblume
  • Knollensonnenblume
  • Jerusalemartischocke
  • Ewigkeitskartoffel
  • Diabetikerkartoffel

Superfood mit präbiotischem Charakter

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist die tolle Knolle ein nährstoffreiches Gemüse mit einem Wasseranteil von 80 %, 17 % Kohlenhydratanteil und rund 3 % Eiweißanteil. Hinzu kommen Kalium, Eisen, Natrium, Phosphor, Calcium und Silizium als mineralische Stoffe sowie Vitamine aus den Gruppen A, B, D und C. Ihr Kalorienwert beträgt auf 100 g rund 75 kcal. Der Saft der Ewigkeitskartoffel unterstützt die Darmflora und unterbindet unerwünschte Hungerattacken während einer Diät.

Die Topinambur ist ein Multitalent

In der Küche zeigt das Superfood seine Vielseitigkeit. Ob als Rohkost, gebratene Delikatesse, zu Saft oder Sirup veredelt oder feines Mehl: Topinamburknollen beherrschen das gesamte Repertoire. Und selbst als Grundlage für Branntwein und als Kaffee-Ersatz ist sich das Superfood nicht zu schade. Suppe von Topinambur, Gratin, Püree und Risotto sind köstliche Bereicherungen für den Speiseplan. Das nussige, zart-süße Aroma der Knollensonnenblume harmoniert mit Mandeln, Sesam, Muskatnuss, Senf, Meerrettich, Esskastanien und Pilzen. Unter den Kräutern sind Petersilie, Majoran, Minze und Estragon eine gute Wahl.


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Die gewisse Ähnlichkeit mit der Kartoffel kann zu einer Gleichbehandlung in der Küche führen. Dabei bekommt eine sanfte Behandlung der Topinambur besser. Die Knollen werden mit der zarten Schale verarbeitet und vor der Zubereitung gewaschen und gebürstet. Auf diese Weise vorbereitet, können sie in Butter gebraten oder zu Rohkost verarbeitet werden. Auch bei der Lagerung ist eine vorsichtige Behandlung von Vorteil. Eine ausgedehnte Vorratshaltung ist nicht ratsam. Ihre gesunden Inhaltsstoffe und geschmacklichen Vorzüge sind bei frischer Ware, die umgehend in der Küche verarbeitet wird, intensiver und besser verwertbar. Beim Backen mit dem Superfood werden 10 % der gesamten Mehlmenge durch Topinamburmehl ersetzt.

Für Selbstversorger mit grünem Daumen

Wer die Topinambur selbst ziehen möchte, kann sie problemlos im Garten anbauen. Sie benötigt nährstoffreichen Boden und beansprucht reichlich Platz. Die überirdischen Pflanzenteile halten bis zu -5 °C aus. Die unterirdischen Früchte widerstehen bis zu -25 °C. Selbst in einem geräumigen Pflanzkübel gedeihen die Erdsonnenblumen. Als Zusatznutzen bieten die Pflanzen einen attraktiven Sichtschutz. Im Garten ist ein regelmäßiger Platzwechsel angesagt, da die Topinambur dem Boden sehr viel abverlangt.