Superfood: Portulak

Zu den Superfoods, die im rohen Zustand ihre beste Wirkung entfalten, gehört der Portulak. Schon die alten Ägypter verwendeten das grüne Blattgemüse zur Behandlung von Krankheiten.

Was ist Portulak und woher kommt er?

Portulak oder Burzelkraut, wie man ihn noch liebevoll nennt, ist eine einjährige Gemüsepflanze, die bis 40 cm hoch werden kann. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien. In Deutschland kennt man das säuerliche, nussig, salzig und leicht bitter schmeckende Gemüse kaum. Es gilt wegen seines raschen Wachstums hierzulande sogar als Unkraut. Daher findet man ihn auch nur selten in den Auslagen der Supermärkte.


In seiner verwilderten Form begegnet man dem Portulak an sonnig-warmen Standorten in mittleren Höhenlagen. Er bevorzugt lehmige oder sandige, stickstoffreiche Böden und wächst oft an Feldrändern, auf Wegen und Schutthalden. Seine 2 cm langen grünen oder gelben Blätter sind eiförmig-dickfleischig und wachsen an roten Stängeln. Der Portulak trägt von Juli bis September winzige blass-gelbe oder orangefarbene Blüten. In der Nacht oder bei kalter Witterung schließen sie sich und gehen erst bei Sonnenschein wieder auf.

Welche gesundheitsfördernde Wirkung hat Portulak?

Portulak enthält sehr viel Vitamin C, Provitamin A, die Vitamine B1, B2, B6, Eisen, Kalzium, Phosphor, Natrium, Magnesium, Kalium, Zink, Omega-3 Fettsäuren, Cumarin, Flavonoide, Oxalsäure, Saponine, Beta-Sitosterol und Glutaminsäure. Im 16. Jahrhundert aß man das Blattgemüse meist, um seinen Vitamin C-Bedarf zu decken und um der vor allem bei Seefahrern gefürchteten Vitamin C-Mangel-Krankheit Skorbut vorzubeugen.


Was genau die einzelnen Vitamine bedeuten, können Sie hier nachlesen:

Die Inhaltsstoffe von Portulak, vor allem das Vitamin C, haben außerdem eine stark antioxidative und entzündungshemmende Wirkung und beugen Arteriosklerose, Erkältungskrankheiten, Gastritis, Darm- und Zahnfleischentzündungen vor. Da es schädliche Ablagerungen auf den Innenwänden der Blutgefäße verhindert bzw. ablöst, kann es dabei helfen Schlaganfall und Herzinfarkt zu verhindern. Aufgrund seiner harntreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften kurierte man mit Portulak Blasen- und Nierenerkrankungen und verwendete ihn als Abführmittel. Er senkt Fieber und besitzt krampflösende und schmerzlindernde Eigenschaften, sodass man ihn gern gegen Kopfschmerzen verwendet. Auch zur Nervenstärkung und Wundheilung wird er gerne eingesetzt. Früher wurde der frisch gepresste Saft des Portulak zum Schutz vor gefährlichen Darmparasiten getrunken.

Welche Portulak-Produkte gibt es?

Portulak wird meist in roher Form als Salat gegessen. So kann der Körper von allen Inhaltsstoffen optimal profitieren. Doch auch als Gemüse kurz angedünstet oder wie Spinat blanchiert, ist das kaum bekannte Gewächs wohlschmeckend und bekömmlich. Die frischen Knospen können sogar gesalzen und als Kapern-Ersatz in Kräuteressig eingelegt werden. Sehr fein gehackte Blätter werden als Gewürz über Speisen gestreut. Auch der Saft aus frisch gepressten Portulakblättern hat eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Wer Portulak pflücken möchte, tut das am besten im Sommer vor der Blütezeit, da die Blätter dann noch nicht so bitter schmecken. Du erkennst die alte Heilpflanze an ihrem sternförmigen Wuchs dicht über dem Boden und den rötlichen Stängeln, die sich wie Seesterne über den Boden ziehen. Beim Ernten schneidest Du auch ein Stück von Stängel ab.

Das frisch geerntete Blattgemüse lässt sich nur zwei Tage aufbewahren und sollte baldmöglichst verzehrt werden, damit es seine wertvollen Vitalstoffe nicht einbüßt. Die optimale Lagertemperatur beträgt 2 bis 5 °C. Im Kühlschrank halten sich die Portulakblätter in einer geöffneten Verpackung maximal einen Tag. Um auch im Winter immer Portulak vorrätig zu haben, salzt Du ihn nach dem Abwaschen und legst ihn in Essig ein. Portulak darf zum längeren Aufbewahren weder getrocknet noch tiefgefroren werden. Die eiweiß- und fetthaltigen Samen kannst Du mahlen und dem Back-Mehl zusetzen.

Wie Du Portulak selbst anbaust

In Beeten gezogener Portulak wächst von März bis Oktober. Da er bei ausreichender Wasserzufuhr (regelmäßiges maßvolles Gießen) rasant wächst und viele fleischige Blätter bekommt, kannst Du schon 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat das erste Mal ernten. Baust Du ihn in Töpfen im Gewächshaus an, kannst Du sogar schon 3 Wochen später Salat mit Portulak essen. Da er schnell nachwächst, hast Du das ganze Jahr über immer frischen Nachschub. Der beste Monat für die Aussaat ist der Mai. Damit er gut und rasch wächst, stellst Du ihn am besten an einen warmen und sonnigen Standort und schneidest alle nachwachsenden Triebspitzen ab. Auf diese Weise wird er schön buschig.

Rezept-Tipp: Portulaksalat mit Joghurt-Soße

Für 4 Portionen benötigst Du 250 g Portulak, 1 Bund Radieschen, 2 kleine gelbe Paprika, 1 Bund Lauchzwiebeln, 200 g Tomaten, 1 Bund Petersilie, 2 EL Olivenöl, 250 g Joghurt, 4 EL hellen Balsamico-Essig, je 1 Prise Pfeffer und Salz. Du putzt und wäschst den Portulak und das Gemüse, schneidest es klein und gibst alles in eine flache Schüssel. Dann verrührst Du Öl, Essig und Joghurt miteinander und würzt mit Pfeffer und Salz. Anschließend vermischst Du den Portulak und das Gemüse mit der Joghurt-Soße.