Superfood: Meerrettich

Der Meerrettich ist in Süddeutschland und Österreich unter dem Namen Kren bekannt. Den japanische Meerrettich kennt man als Wasabi. Er entwickelt noch mehr Schärfe. Als Heilpflanze war Meerrettich schon in der Antike bekannt und geschätzt, ebenso als Gewürz und Gemüse.

Was verwendet man vom Meerrettich?

Der Meerrettich ist eine winterfeste, krautige Pflanze, deren Blätter bis 1,5 Meter Höhe erreichen können. Im Sommer blüht der Kren mit stark duftenden Blüten. Verwendet wird die Wurzel der Pflanze. Sie ist außen gelblich-weiß und innen weiß. Das verwendete Stück wird geschält und dann gerieben. Dabei lösen die scharfen und reizenden ätherischen Öle Tränen aus und die Nase fließt.


Inhaltstoffe von Meerrettich

Außer den bekannten ätherischen Ölen enthält die Kren-Wurzel

  • Flavonoide
  • Senföle
  • Vitamin C
  • Vitamien B1, B2 und B6

und die Mineralstoffe

  • Calcium
  • Magnesium
  • Eisen
  • Kalium
  • Phosphor

Die verschiedenen Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, schleimlösend, schweißtreibend und menstruationsfördernd.

Antibiotische Wirkung

In Süddeutschland wird Kren aus diesem Grund sogar „bayerisches Penicillin“genannt.
Nach dem Verzehr von 10 bis 25 Gramm geriebener Wurzel sind eine bis drei Stunden später im Harn Substanzen aus dem Meerrettich nachweisbar, die den Bacilus Subtilis, die Darmbakterien Escherichia Coli und die Eitererreger Staphylococcus Aureus hemmen.
Dadurch wirkt Meerrettich besonders gut bei Blasenentzündungen und Pilzen.

Die fettlöslichen Senföle sind für die antibiotische Wirkung des Meerrettichs verantwortlich. Auch die enthaltenen Flavonoide wie Quercetin und Flavon wirken antibakteriell.

Antioxidative Wirkung

Flavonoide fangen nicht nur freie Radikale ab, sondern wirken auch gegen gefährliche Verbindungen, die durch UV-Strahlen entstehen können, indem sie sie in unschädliche Verbindungen umwandeln. Meerrettich wirkt einer Änderung der DNA entgegen – er wirkt anti-mutagen.

Wirkt Meerrettich auch gegen Krebs?

In Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass Glucosinulate aus dem Meerrettich gegen Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs, sowie gegen Brust-, Leber- und Lungenkrebs wirken können. Diese Stoffe sollten allerdings bereits vor der Auslösung von Krebs in den Zellen vorhanden sein, dann können sie die Entstehung von Tumoren hemmen. Das Absterben von Tumoren konnten in den Versuchen Senföle bewirken.

Meerrettich in der Volksmedizin

Schon lange gelten verschiedenen Anwendungen mit Meerrettich als immer gerne verwendete Hausmittel. In klinischen Studien ist die Wirksamkeit bei Erkältungen, bei Katarrhen der Luftwege sowie bei Muskelschmerzen und Durchblutungsstörungen gesichert.

Als Hustenmittel mischt man frisch geriebenen Meerrettich mit der gleichen Menge Honig. Dreimal täglich sollte ein Teelöffel voll davon eingenommen werden. Die gleiche Zubereitung verwendet man auch bei Blasenentzündungen.

Bei Verdauungsproblemen mischt man einen halben Teelöffel voll frisch geriebenen Kren in einen halben Liter lauwarme Milch und trink diese.

Für schmerzstillende Auflagen gibt man frisch geriebener Meerrettich zwischen zwei Tücher, legt sie auf die schmerzende Stelle auf und belässt sie dort zehn Minuten.

Wie lange kann Meerrettich vor dem Verbrauch gerieben werden?

Meerrettich sollte immer so frisch als möglich verwendet werden, da sich die ätherischen Öle rasch verflüchtigen und bereits nach 15 Minuten viel von ihrer Wirkung verlieren.

Ein gesundes Genussmittel

Meerrettich hilft aber nicht nur gegen verschiedene Beschwerden, er ist auch ein gut schmeckendes Würzmittel, das zur Verfeinerung vieler Speisen dient. Manches Essen wie Geräuchertes oder Speck, zu dem man gerne Meerrettich reicht, werden durch die Beigabe von Meerrettich verträglicher, da er die Arbeit von Galle und Magen anregt.