Superfood: Kresse

Kresse ist eines der beliebtesten Küchenkräuter. Jeder kennt die kleinen Schachteln mit frischer Kresse aus der Gemüseabteilung des Supermarktes. Auf angefeuchtetem Küchenpapier oder im Blumentopf kann man sie auch selbst säen. Und bei den tollen Inhaltsstoffen, die die Kresse hat, ist dies durchaus eine Überlegung wert, denn so frisch bekommt man das Superfood sonst nicht.

Brunnenkresse, Gartenkresse und Kapuzinerkresse
Die Brunnenkresse konnte mit der Dichte der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sogar den ersten Platz bei einer Studie der Universität New Jersey erreichen.
Brunnenkresse und Gartenkresse gehören zu einer Pflanzenfamilie, zur Familie der Kreuzblütler, wie beispielsweise auch Kraut und Kohl.


Brunnenkresse ist leider nicht einfach erhältlich. Die Gartenkresse hat aber eine ähnliche Wirkung. Auch der Geschmack ist ähnlich – leicht scharf, pfeffrig, vielleicht auch rettichartig. Den Geschmack verursachen die enthaltenen Senföle, die für uns als sekundäre Pflanzenstoffe eine antibakterielle Wirkung zeigen und sehr gesund sind. Die Pflanze wird dadurch vor Schädlingen geschützt.

Die Kapuzinerkresse ist kein Kreuzblütler sondern stammt aus der Familie der Kapuzinerkressegewächse. Sie hat eine ähnliche Wirkung wie die anderen beiden Kressearten, ist aber besonders durch ihre schönen, leuchtenden, gelb oder orangefarbigen Blüten bekannt, die gerne als essbare Blüten in Salaten und auf Rohkost Verwendung finden.

Vitamine und andere gesunde Inhaltsstoffe der Kresse:

  • Vitamin C
  • Vitamin K
  • Vitamin B1 und B6 – in großen Mengen
  • Vitamin A gut für Augen, Haut und Haare
  • Vitamin E
  • Jod
  • Eisen
  • Kalzium
  • Kalium
  • Chrom
  • Phosphor

Die Senföle Iberin und Sulporophan
wirken entzündungshemmend, antibakteriell und antibiotisch. Außerdem noch verdauungsfördernd, stoffwechselanregend und krebshemmend. Sie stärken die Blase, regen den Harndrang an, stärken die Nieren und desinfizieren die Harnwege.
Kressesamen werden in China schon seit Jahrtausenden zur Entwässerung verwendet. Dadurch wird der Körper auch entgiftet

Spurenelement Jod
Jod ist wichtig für den Stoffwechsel des Menschen. In der Schilddrüse wird Jod gespeichert und der Verbrauch muss täglich neu ausgeglichen werden. Bei Jodmangel besteht die Gefahr einer Kropfbildung.

Wie kann man mit Kresse abnehmen?
Kresse selbst hat wenige Kalorien, was bei der verzehrten Menge nicht so ins Gewicht fällt. Wichtig ist das Spurenelement Chrom, das in Kresse vorkommt. Chrom steuert das Sättigungsgefühl und mit einer Handvoll Kresse hat man weniger Hunger, braucht weniger Nahrung und nimmt leichter ab.

Kresse und das Herz-Kreislauf-System
Inhaltstoffe der Kresse wirken blutverdünnend und helfen bei der Verhinderung von Thrombosen. Auch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt wird dadurch kleiner. Die Gefäße werden entspannt, was wieder eine blutdrucksenkende und blutdruckregulierende Wirkung bringt.
Allerdings sind dafür große Mengen an Kresse zu verzehren.

Verdauungsprobleme und Kresse
Kressesamen leisten gute Hilfe bei verschiedenen Verdauungsproblemen. Kressesamenpulver mit Honig vermischt hilft bei Magenverstimmung und Durchfall. Wenn Kressesamenpulver mit Wasser zusammen kommt, bildet sich ein Schleim, der sich wie ein Schutzfilm auf die Innenwände der Verdauungsorgane legt. Kresse hilft bei Infektionen im Magen-Darm-Trakt.

Kresse für stillende Mütter
Die Milchbildung lässt sich fördern, wenn man einen Teelöffel Kressesamen eine halbe Stunde in 175 Milliliter Wasser kocht, mit Honig süßt und die Flüssigkeit trinkt.
Kressesamen enthalten hormonelle Stoffe, die das Hormonsystem auf sanfte Weise regulieren und auch bei Menstruationsbeschwerden helfen können.
Die antimikrobielle Wirkung der Kresse schützt in der Stillzeit Mutter und Kind von Infektionskrankheiten.

Kresse und Knochen
Bei Knochenbrüchen wird in Afrika schon immer Kresse eingesetzt, weil dadurch eine raschere Heilung des Knochenbruches erfolgen kann. Seit 2007 ist dieser Vorteil der Kresse durch eine wissenschaftliche Studie belegt.

Kressesamen gegen multiresistente Keime
Die Keime sind Krankheitserreger, bei denen Antibiotika keine Wirkung zeigen. Infektionen durch diese Bakterien können zum Tod führen, weil die Bakterien gegen eine Antibiotikabehandlung immun sind. Durch Gartenkresse können Krankheitserreger auch dann noch bekämpft werden, wenn sonst nichts hilft. Kresse hemmt zum Beispiel das Wachstum von Pseudomonias Aeruginosa, dem in deutschen Krankenhäusern am meisten vorkommenden Krankenhauskeim. Diese Keime überleben in feuchtem Milieu, also beispielsweise in Dialysegeräten. Meist lösen sie eine Lungenentzündung aus.
Vorbeugend wäre es eine Idee, wenn man zu einem geplanten Krankenhausaufenthalt Kressesamen einpacken würde und dann ein bis dreimal täglich eine kleine Menge von etwa einem Viertel Teelöffel kaut.

Die beste Wirkung mit den Blättern der Kresse erzielt man, wenn Kresse roh und frisch geschnitten wird. Kresse auf einem Butterbrot, in Salaten und bei anderer Rohkost löst einen Energieschub aus. Wer ganz frische Kresse möchte, züchtet sie daheim am Fensterbrett, auf dem Balkon oder in einem Blumentopf im Garten. Bereits nach zehn Tagen ist sind die kleinen Blätter zur Ernte bereit.