Superfood: Grünkohl

Der Grünkohl ist wie alle Kohlarten durch Züchtung aus dem Urkohl entstanden. In einigen Gegenden heißt er Braunkohl. Dieser Name geht auf eine heute kaum noch angebaute Variante des Grünkohls zurück.

Grünkohl gehört zu den Gemüsesorten, die fast ausschließlich im Herbst und im Winter angeboten werden. Das beruht nicht nur auf der Erntezeit, sondern auch auf seiner Verwendung als kalorienarme Beilage zu den ausgesprochen fettreichen Gerichten, die ebenfalls für die kalte Jahreshälfte typisch sind.

Grünkohl ist an sich kalorienarm

Der Grünkohl selbst enthält wie alle Kohlarten eine geringe Kalorienmenge. Er wird in den meisten Regionen jedoch mit Speck oder mit fettreichen Würsten gereicht, sodass sich der Energiegehalt der kompletten Speise spürbar erhöht.


Ohne weitere Zutaten weisen die gängigen Grünkohlsorten tatsächlich einen geringen Eigengeschmack auf, sodass weitere Zutaten beim Kochen empfehlenswert sind. Dabei muss es sich nicht zwingend um Fleischprodukte oder Schmalz handeln. Ebenso lecker ist Grünkohl mit Kokosfett, auch wenn dieses kalorienreich ist. Eine leckere und kalorienarme Methode der Verfeinerung bietet das Einrühren von Senf in den gekochten Grünkohl.

Grünkohl wird in Europa traditionell nur als gekochtes Gemüse gegessen, während in den USA viele Rezepte für diese Kohlart als Rohkost bekannt sind. In Deutschland hat sich die Nutzung des rohen Grünkohls durch die zunehmende Beliebtheit grüner Smoothies erhöht.

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Grünkohls

Im Grünkohl sind zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Im Vergleich zu anderen Gemüsesorten besitzt er bei folgenden Inhaltsstoffen überdurchschnittlich hohe Werte:

  • Vitamin A. Ein Mangel an diesem Vitamin verringert die Leistungsfähigkeit der Augen und wirkt sich zuerst auf das Nachtsehvermögen aus. Die ausreichende Vitaminzufuhr ist deshalb besonders in den dunklen Monaten, in denen der Grünkohl nahezu ausschließlich verzehrt wird, wichtig.
  • Die B-Vitamine B1, B2, B3, B6 und B9. Diese wirken sich unter anderem positiv auf die Stimmung aus, die durch viele dunkle Stunden im Winter beeinträchtigt wird.
  • Vitamin C. Dieses Vitamin fördert das Immunsystem und schützt vor Erkältungen. Grünkohl sollte nicht zu lange gekocht werden, damit der Gehalt an diesem Vitamin nicht durch den Garprozess abnimmt. Am höchsten ist er beim Verzehr des Grünkohls als Rohkost.
  • Vitamin E. Ein Mangel an diesem führt zu einer rascheren Ermüdung, die im Winter aufgrund der Lichtverhältnisse ohnehin eintritt.
  • Vitamin K1. Dieses Vitamin fördert unter anderem die Verdauung.
  • Calcium und Magnesium. Diese beiden Mineralstoffe werden am besten vom Körper aufgenommen, wenn sie gemeinsam in einem Lebensmittel auftreten. Sie sind für gesunde Knochen wichtig und wirken auch gegen Muskelkater.
  • Kalium. Dieses Mineral ist für die Herzfunktion von Bedeutung.
  • Eisen. Eisenmangel führt zu zahlreichen Beeinträchtigungen wie mangelnder Konzentrationsfähigkeit und einer schwachen Blutgerinnung. Grünkohl und die weiteren Kohlarten enthalten mehr Eisen als die meisten anderen Gemüsesorten.
  • Zink. Zink unterstützt das Immunsystem ebenso wie Vitamin C.
  • Sekundäre Pflanzenwirkstoffe. Diese schützen die Körperzellen vor Schäden.


Wie trägt der Grünkohlgenuss zum Wohlbefinden bei?

Die verdauungsfördernde Eigenschaft des Grünkohls macht das Gemüse zur idealen Beilage bei fettreichen und schwerverdaulichen Fleisch- oder Wurstspeisen. Bei Verstopfung stellt Grünkohlsaft ein wirksames Hausmittel dar.

Dank seines hohen Gehalts an sekundären Pflanzenwirkstoffen wirkt Grünkohl entzündungshemmend. Er wird in der Volksheilkunde vorwiegend als Hausmittel gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie im Magen- und Darmbereich verwendet.

Die im Grünkohl enthaltenen sekundären Pflanzenwirkstoffe unterstützen zugleich die Vorbeugung gegen verschiedene Krebskrankheiten. Besonders wirksam ist der häufige Grünkohlverzehr bei der Förderung des Schutzes vor Prostatakrebs, Brustkrebs, Darmkrebs und Blasenkrebs.

Die zahlreichen, im Grünkohl enthaltenen Ballaststoffe verringern den Gehalt an schädlichem Cholesterin und wirken sich zugleich regulierend auf die Gallensäure aus.