Superfood: Gartenmelde

Die Gartenmelde gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Sie wurde jahrtausendelang angebaut und als Nahrungsmittel, Heilpflanze und Färbemittel genutzt. Im Mittelalter färbte man mit ihren Farbstoffen Haare und Stoffe. Heute wird die vielseitig nutzbare Pflanze meist als Unkraut angesehen und zur Herstellung von Biomasse genutzt.

Was ist Gartenmelde und woher kommt sie?

Die Gartenmelde gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und kommt weltweit in mehr als 100 Arten vor. Sie wird meist bis 50 cm hoch. In Mitteleuropa kommt sie als Gelbe, Weiße, Grüne und Rote Gartenmelde vor. Die einjährige krautige Pflanze hat einen viereckigen verzweigten, grün gestreiften Stängel und oft rötlich überlaufene Blätter mit bemehlter Oberfläche. Die Gartenmelde bildet ab Juli kleine rote und grüne Blüten. Ab September hat sie hängende münzenähnliche Früchte, die hellbraune und schwarze Samen enthalten.


Die Gartenmelde stammt von Wildformen ab, die in Vorder- und Mittelasien wuchsen. Die Römer brachten die Pflanze nach Mitteleuropa, wo sie bis etwa 1200 als Nahrungsmittel genutzt wurde. Danach ersetzte man sie vielerorts durch Spinat. Heute kommt sie im Mittelmeerraum, in ganz Europa und sogar in Asien vor.

Die winterharte Gartenmelde liebt sonnige, unbewachsene Standorte mit feuchtem, alkalischem bis leicht saurem Boden. Da sie auch längere Zeit ohne Wasser auskommen kann, findet man sie sogar auf Brachland und Schutthalden. Die roten Varietäten werden als Zierpflanze angebaut.

Falls Sie das anspruchslose Gewächs in Ihrem Garten ziehen möchten, empfiehlt es sich, die helleren Samen im Februar 2 cm tief in 30 bis 60 cm Abstand auszusäen. Schon zwei Monate später können Sie die frischen Blätter ernten. Sie haben einen leicht bitteren Geschmack.

Welche Wirkung hat Gartenmelde auf die Gesundheit?

Die alte Heilpflanze ist reich an Vitamin A und C. Außerdem sind in ihr viel Kalzium, Kalium, Eisen, Magnesium, Phosphor und viele Saponine enthalten. Ihr Oxalsäure-Gehalt ist niedriger als der von Spinat. Als Naturheilmittel kann sie innerlich und äußerlich angewandt werden.

Gartenmelde…

  • lindert entzündliche Prozesse
    Der Samen-Extrakt hilft bei Hepatitis und anderen Lebererkrankungen, da die Samen viele entzündungshemmende und antioxidativ wirkende Saponine enthalten.
  • wirkt abführend
    Samen und frische Blätter können als pflanzliches Abführmittel genutzt werden.
  • entschlackt
    Da die Pflanze eine stark harntreibende Wirkung hat, kann man sie auch zur Entschlackung und Entgiftung nutzen. Auf diese Weise hilft sie außerdem bei der Behandlung von Harnwegserkrankungen, Gicht und Rheuma. Gicht und Rheuma-Beschwerden lassen sich auch äußerlich mit Umschlägen aus zerquetschten frischen Blätter behandeln.
  • wirkt schmerzlindernd
    Daher sind sie ein probates Mittel bei Halsschmerzen und anderen Beschwerden.
  • regen den Stoffwechsel an
    Um diese Wirkung zu erzielen, machen Sie am besten eine mehrwöchige Frühjahrskur mit frischen Blättern und Samen.
  • stärkt die Nerven
    Gartenmelde Produkte helfen bei nervöser Erschöpfung, indem sie die Nerven stärken, gegen die schädlichen Folgen von zu viel Stress abschirmen und für gesunden Schlaf sorgen.
  • helfen bei Vergiftungen
    Ihre frischen Blätter und Samen wurden früher als Brechmittel eingesetzt.
  • fördern die Wundheilung
    Äußerliche Anwendungen mit Gartenmelde wirken antiseptisch bei Verbrennungen 1. und 2. Grades und anderen Hautverletzungen und helfen, an den betroffenen Hautstellen neues Gewebe aufzubauen. Falls Sie die Blätter auf diese Weise verwenden möchten, sollten Sie sie jedoch besonders sorgfältig waschen.
  • lindert Hauterkrankungen
    Zum Behandeln von Hautausschlägen, Schuppenflechte, Schmetterlingsflechte, Geschwüren und Erkrankungen der Haut, die durch übermäßige Besiedlung mit Pilzen hervorgerufen werden, verwenden Sie den Saft der ganzen Pflanze.


Wie wendet man Gartenmelde an?

Die frischen Blätter der Gartenmelde können wie Spinat blanchiert oder wie Gemüse gekocht werden. Den vollen Gehalt an wertvollen Vital-Stoffen haben sie allerdings nur dann, wenn man sie beispielsweise roh im Salat verwendet. Als Gemüse konsumiert man sie auch gern zusammen mit Sauerampfer. Rote Gartenmelde Arten färben das Kochwasser rot.

Aus den frischen Blättern können Sie auch einen medizinischen Gartenmelde Tee zubereiten. Zur Herstellung des Extrakts versetzen Sie die frisch gepflückten Blätter mit hochprozentigem Alkohol und lassen sie einige Wochen durchziehen. Gartenmelde Samen sind in gekochtem Zustand ebenfalls essbar. Gemahlen sind sie ein preisgünstiger Mehl-Ersatz.

Um das vielseitige Gemüse auch äußerlich anwenden zu können, stellen Sie Brei-Umschläge oder Auflagen her. Für die Brei-Umschläge kochen Sie die frisch gepflückten Gartenmelde Blätter in Olivenöl auf und geben den abgekühlten Öl-Absud auf ein sauberes Baumwolltuch.

Der Tee-Absud für den Umschlag wird folgendermaßen hergestellt: Sie geben 50 g frische Blätter in 1 Liter Wasser und kochen es kurz auf. Den Tee lassen Sie etwa 15 Minuten lang abgedeckt ziehen, bevor Sie ihn durchseihen. Ist er abgekühlt, wird er auf ein sauberes Tuch gegossen, mit dem die betroffene Stelle dann bedeckt wird. Wenn es einmal schneller gehen soll, können Sie die frischen Blätter auch einfach zerquetschen und sie in einem Tuch auf die betroffene Hautpartie legen.