Superfood: Carob

Schon die alten Ägypter kannten den Carob-Baum. Mit den Römern gelangte er um 100 v. Chr. auch nach Italien. Arabische Kaufleute brachten seine Schoten nach Spanien und Nordafrika.

Was ist Carob?

Als Carob (Johannisbrot) bezeichnet man die Früchte des Carob-Baums. Der zur Familie der Hülsenfrüchtler gehörende immergrüne und frostempfindliche Baum ist schon von weitem an seinen gebogenen Schoten zu erkennen. Er wird bis zu 20 Meter hoch und hat eine halbkugelige Krone. Seine Rinde ist braun und verfügt über eine raue gefurchte Oberfläche.


Der Carob-Baum kommt mit wenig Wasser aus und bevorzugt vor allem sonnig-warme Standorte in Küstennähe. Er wächst auf gut belüftetem, kalkhaltigem Sand oder Lehmboden. Allerdings trägt er erst im sechsten Jahr nach der Aussaat Blüten und Früchte. Die mit gelben, roten und grünen Blüten geschmückten traubenförmigen Blütenstände wachsen sogar aus dem Stamm und den dicken Ästen.

Carob-Schoten sind in unreifem Zustand hellgrün und werden geerntet, wenn sie glänzend-schokoladenfarbig sind. Bei der Lese im September schlägt man sie mit Stöcken von den Zweigen herunter. Die Früchte enthalten 10 bis 15 harte glänzende Samen.

Die hierzulande erhältlichen Schoten stammen heute überwiegend aus Süd- und Ost-Spanien, schmecken karamellig und sind in getrocknetem Zustand mehrere Jahre haltbar. Zu Pulver (Johannisbrotkernmehl) vermahlen, nutzt man sie als natürlichen Süßstoff und Verdickungsmittel in Lebensmitteln und als Bindemittel in Kosmetika und Tabletten.

Welche gesundheitliche Wirkung hat Carob?

Carob-Schoten und -Samen enthalten Beta-Carotin, Riboflavin, Kalium, Mangan, Eisen, Chrom, Nickel, Kupfer, Magnesium, Kalzium, Phosphor, Ballaststoffe, die Vitamine A, verschiedene B-Vitamine, Taurin, Pektin, Lignin, Isobuttersäure, Gerbstoffe, Schleimstoffe sowie Einfach- und Mehrfachzucker.

Carob ist kalziumhaltiger als Kuhmilch und weist einen hohen Anteil an pflanzlichem Zucker auf. Dennoch ist es kalorienarm und kann sogar als diätetisches Lebensmittel eingesetzt werden. Carob-Mehl hat etwa 50% Zucker, 35 bis 45% Ballaststoffe und Stärke, 5% Proteine, 3,5% Mineralien, 1% Fett, Vitamine und Spurenelemente.

Carob…

  • wirkt verdauungsfördernd
    Der hohe Anteil an wertvollen Ballaststoffen wirkt leicht abführend und kann wegen seiner enormen Quellfähigkeit sogar als Mittel gegen Durchfall eingesetzt werden. Es hilft auch bei Colitis ulcerosa und bei den mit einer Magen-Darm-Grippe verbundenen Beschwerden.
  • senkt den Cholesterin und Blutzuckerspiegel
    Daher kann man das alte Heilmittel auch zur Behandlung des durch die heutige Ernährungsweise verursachten Metabolischen Syndroms verwenden. Die gesenkten Blutzucker und Cholesterinwerte haben damit auch einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere Herzinfarkt, Schlaganfall und Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
  • kurbelt die Fettverbrennung an
    Carob-Früchte und -Mehl wirken daher eine Reduktionsdiät unterstützend. Von diesem Effekt können vor allem adipöse Personen profitieren.
  • lindert Magenerkrankungen
    Carob reduziert Sodbrennen und bindet überschüssige Magensäure.
  • stärkt das Immunsystem
    Carob-Produkte haben eine entzündungshemmende Wirkung und beugen der gefährlichen Arteriosklerose vor. Dank ihrer starken anti-oxidativen Eigenschaften sind sie in der Lage, freie Radikale unschädlich zu machen und können sogar bestimmte Tumore am Wachstum hindern.
  • wirkt schleimlösend
    Daher kann man es zur Behandlung von Atemwegserkrankungen verwenden. Husten, Asthma und Bronchitis-Patienten verspüren schnell eine Linderung ihrer Beschwerden.
  • steigert die Libido
    Aus diesem Grund verwendet man es im Orient auch als natürliches Mittel gegen Sexualstörungen.

Carob kaufen

Die frisch gepflückten und getrockneten Carob-Schoten werden in der Regel als Snack zwischendurch gegessen. Sie sind während der Saison in orientalischen Lebensmittelläden erhältlich. Darüber hinaus presst man sie zu Saft aus und stellt aus ihnen Sirup, Honig und Alkohol her. Das entzuckerte Fruchtmark wird hierzulande Fruchtriegeln beigemischt. Carob-Mehl dient als Bindemittel.

Bei der Herstellung von Johannisbrotkernmehl verwendet man nur das Mittelteil der Schote (die Endstücke schmecken oft bitter!). Das weiße geschmacksneutrale Pulver kommt hervorragend in Kokos oder Mandelmilch zur Geltung. In normaler Milch kann es als Kakao-Ersatz verwendet werden.

Außerdem ist es eine beliebte Zutat für Smoothies aller Art und wird zur Zubereitung von Puddings, Desserts, Kuchen und Gebäck eingesetzt. In glutenfreiem Brot dient es als Triebmittel. Da das Carob-Mehl sehr quellfähig ist (es kann das 100-fache seines Eigengewichts an Flüssigkeit binden), benötigen Sie nur wenig davon.

Carob anwenden

Carob-5-Wochen-Tee-Kur gegen Asthma

Zur Behandlung Ihrer asthmatischen Beschwerden zerkleinern Sie sieben getrocknete Schoten und übergießen sie mit 500 ml kochendem Wasser. Sie lassen den Tee acht Minuten lang köcheln und sieben die abgekühlte Flüssigkeit durch. Jeweils 250 ml des Carob-Tees werden morgens und abends auf nüchternem Magen getrunken. Nach der dritten Woche der Anwendung sollte der Arzneitee mit jeweils 1 TL Honig konsumiert werden.

Carob als Müsli-Zutat

Sogar im Müsli macht sich die orientalische Schote ausgesprochen gut. Sie schneiden einige Carob-Früchte mit einem spitzen Messer seitlich auf und entfernen ihre Samen. Dann gießen Sie sie mit Wasser auf und lassen sie drei Stunden darin quellen. Danach werden die trocken getupften Früchte im Mixer zerkleinert und in das Müsli gegeben.