Superfood: Ackersenf

Ackersenf

Das Wildkraut trägt den Namen seines bevorzugten Standortes. Am Ackerrand und an Wegen gedeiht der extrem nährstoffreiche Ackersenf prächtig und wird dort als nicht kultivierte Pflanze oft als störendes Unkraut empfunden. Vielleicht basiert dieser Irrtum auf Unkenntnis. Im Ackersenf stecken ebenso wertvolle Senföle drin wie in den kultivierten Senfpflanzen. Deren Stärken erkannte bereits Pfarrer Kneipp und machte Samen und Öl zum Gegenstand verschiedener Anwendungen.

Bienenweide und Feinkost für Schmetterlinge

Die Pollen der gelben Blüten fungieren als Kost für Bienen und Schmetterlinge. Senföle schützen vor Schädlingsbefall durch Pilze und vertreiben Fressfeinde. In Schoten wachsen die heilsamen Senfkörner heran. Eine gesunde Ackersenf-Pflanze kann über 20.000 Körner hervorbringen. Die Samenkörner der Wildpflanze ergeben zusammen mit den Körnern des Weißen Senfs eine gute Mischung und können als solche gemahlen,gepresst oder im Ganzen verwendet werden. Auch die frischen Ackersenf-Blätter finden aufgrund ihres Aromas Eingang in die Küche. Rohköstler schätzen den pikanten Geschmack der Ackersenf-Sprossen. Diese können aus dem Samen auf der heimischen Fensterbank gezogen werden.


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Pflanzenpower für Haut und Verdauungsorgane

Allerlei wohltuende Wirkungen werden dem Ackersenf zugeschrieben. So wird die Tätigkeit von Galle und Harnblase aktiviert. Die Senfkörner wirken schweißtreibend und genießen einen guten Ruf bei der Herstellung von Wickeln und Umschlägen zur Behandlung rheumatischer Beschwerden. Bei der Auflage der Senfwickel regen die Senföle die Durchblutung des entsprechenden Hautareals stark an. Empfindlichen Gemüter ist dabei ein Test vorab und etwas Vorsicht angeraten.

Heilsame Kur mit Senfkörnern

Pfarrer Kneipp riet zu einer Kur mit Senfkörnern im Frühjahr und im Herbst. Über den Zeitraum von drei bis vier Wochen werden täglich zwei bis drei Esslöffel Senfkörner (Weiße Senfkörner und Körner vom Ackersenf gemixt) eingenommen. Gleichzeitig trinkt man reichlich Wasser, das zusammen mit den Körnern wie eine milde Darmbürste wirkt. Dabei werden Magen und Darm gereinigt. Die Körner passieren den Magen und setzen erst im Darm Senföle frei.

Geschmack und Gesundheit

Senföl wird seit Jahrtausenden in der indischen und chinesischen Küche verwendet. Es ist ein pflanzliches Antibiotikum. Kaltgepresstes Öl aus Senfpflanzen ist besonders wertvoll. Es enthält:

  • Vitamine
  • Spurenelemente
  • Lecithin
  • Enzyme

Das aromatische Öl ergänzt Salatdressings perfekt, gibt indischen Currygerichten und asiatischen Speisen eine spezielle Note und lässt sich auch zum Braten einsetzen (max. 190 °C). Senföl wird als Delikatesse gehandelt. Es gibt relativ große Qualitäts- und Geschmacksunterschiede. Wer auf Frische und Kaltpressung setzt, kauft sein Öl in einer Ölmühle. Dort gibt es meist die detaillierten Informationen über den Ursprung und das Herstellungsverfahren.