Spurenelement: Selen

Selen zählt zu den sogenannten essenziellen Spurenelementen, die der menschliche Körper regelmäßig in Kleinstmengen benötigt. Da der Körper Selen nicht selbst produzieren kann, muss es über die Nahrung oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel in ausreichender Menge zugeführt werden. Wer sich gemischt ernährt, ist in der Regel vor einem Selenmangel geschützt, während vor allem Vegetarier und Veganer zur Risikogruppe gehören.


Mögliche Ursachen eines Selenmangels

Fleisch, Eier und vor allem Meerestiere enthalten größere Mengen Selen. In der Landwirtschaft wird außerdem Tierfutter meist zusätzlich mit Selen angereichert. Ein Mangel ist dementsprechend selten bei einer gemischten Ernährung. Auch Vegetarier, die neben pflanzlicher Kost auch Milchprodukte und Eier auf ihrem Speiseplan haben, sind somit besser als Veganer vor einem Selenmangel geschützt. Dennoch schwankt im Allgemeinen der Selengehalt von tierischen Produkten, noch stärker variiert jedoch der Selengehalt von Pflanzen. Hier spielt vor allem die Zusammensetzung des Bodens und die Bioverfügbarkeit des enthaltenen Selens eine entscheidende Rolle. Abhängig vom Anbaugebiet enthält pflanzliche Kost daher unterschiedlich hohe Mengen Selen. Während die Böden in Japan, Kanada und Teilen der USA recht selenreich sind, enthalten europäische Ackerböden vergleichsweise geringe Mengen des Spurenelements. In Finnland wurde eine derart geringe Konzentration des Nährstoffs im Boden gemessen, dass man hier bereits in den 1980er damit begonnen hat, Düngemitteln Selen beizumengen, um so den Selengehalt im Boden und in Pflanzen zu erhöhen. Im Kontrast dazu stehen vor allem tropische Regionen. Die Böden weisen dort eine hohe Selenkonzentration auf.


Weitere Ursachen

Neben Veganern zählt man auch Frühgeborene, Alkoholkranke und allgemein Menschen mit Verdauungsstörungen zur Risikogruppe für einen Selenmangel. Normalerweise nehmen Neugeborene ausreichend Selen mit der Muttermilch auf, Frühgeborene werden jedoch oft mit Milchersatzprodukten ernährt. Diesen Präparaten muss daher Selen künstlich zugeführt werden. Ähnliches gilt für Patienten, die auf künstliche Ernährung angewiesen sind. Aufgrund der Zusatzbelastung von Leber und Niere, und das bei meist einseitiger Ernährung, neigen auch Alkoholiker zu einem Selenmangel. Darüber hinaus sind Betroffene von Essstörungen und auch Dialyse-Patienten Teil der Risikogruppe. Generell können Verdauungsprobleme zu einem Selenmangel beitragen. So besteht beispielsweise bei Durchfall die Gefahr, dass das Spurenelement nicht richtig vom Körper absorbiert werden kann. Da Babys noch vor der Geburt bereits einen Selenspeicher auf Kosten der werdenden Mutter anlegen, müssen auch Schwangere und Stillende auf eine ausreichende Versorgung mit Selen achten.

Mögliche Symptome eines Selenmangels

  • Fingernägel mit weißen Flecken
  • dünne, trockene, durchlässige Haut
  • Einschränkung der Leberfunktion
  • Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden
  • allgemein Herzprobleme
  • Abgeschlagenheit und Atembeschwerden
  • Wachstumsverzögerung
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Unfruchtbarkeit bei Männern

Empfehlungen zur Selenaufnahme

Das schimmernde Spurenelement Selen, das nach der Mondgöttin Selene benannt wurde, muss nur in geringen Mengen aufgenommen werden, um den Tagesbedarf zu decken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht von einer Maximaldosis von 30 µg Selen in Nahrungsergänzungsmitteln aus. Bisher sei außerdem noch nicht nachgewiesen, ob Präparate, die Natriumselenit enthalten, unbedenklich sind; ferner kann der Selengehalt von Nahrungsergänzungsmitteln auf Selenhefe-Basis stark schwanken. Für die tägliche Selenaufnahme empfiehlt das BfR eine Menge von 300 bis 400 µg Selen nicht zu überschreiten, denn auch eine Überdosierung von Selen ist möglich. Die Symptome ähneln mitunter denen eines Mangels: Haarausfall, Müdigkeit, Herzmuskelschwäche und Leberschädigungen. Eine akute Überdosierung kann man sogar mit der Nase wahrnehmen: Der Atem riecht nach Knoblauch. Bevor ein Nahrungsergänzungspräparat eingenommen wird, sollte daher zunächst festgestellt werden, ob überhaupt ein Mangel vorliegt. Besprechen Sie gegebenenfalls die Einnahme eines Selenpräparats mit Ihrem behandelnden Arzt. Ansonsten genügt in der Regel eine bewusste, abwechslungsreiche Ernährung. Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Selen: Kokosnuss, Paranuss, sowie Steinpilze, Mais, diverse Hülsenfrüchte und Naturreis.