Spurenelement: Molybdän

Molybdän ist ein chemisches Element und gehört als Schwermetall zur Chromgruppe. Im menschlichen Organismus ist es ein wichtiger Bestandteil von Enzymen, die für den Abbau von schwefelhaltigen Aminosäuren und für die Bildung von Harnsäure verantwortlich sind. Molybdän muss dem Körper zwingend zugeführt werden. Es ist ein essenzielles Spurenelement. Im menschlichen Organismus sind etwa acht bis zehn Milligramm Molybdän enthalten. Der größte Teil befindet sich im Skelett. Der Rest ist auf Leber, Lunge, Haut und Nieren verteilt. Molybdän bildet oft das aktive Zentrum von Enzymen wie Sulfitoxidase, Nitratreduktase oder Nitrogenase. Bestimmte pflanzliche Organismen binden mithilfe von molybdänhaltigen Enzymen in Symbiose mit Bakterien den Stickstoff aus der Luft. Somit besitzt Molybdän eine große Bedeutung für den Stickstoffkreislauf.


Welche Funktionen übernimmt Molybdän im menschlichen Organismus?

Im menschlichen Organismus besitzt Molybdän vielfältige Funktionen:

  • Molybdän ist Bestandteil vieler Enzyme, die den Abbau von schwefelhaltigen Aminosäuren, den Harnsäurestoffwechsel oder die Nitratreduktion katalysieren.
  • Es ist am Energiestoffwechsel beteiligt.
  • Molybdän stärkt das Immunsystem.
  • Des Weiteren besitzt es bakteriostatische Eigenschaften. Es hemmt also das Wachstum von Bakterien.
  • Es beteiligt sich am Aufbau der Erbsubstanz wie DNA und RNA.
  • Außerdem trägt Molybdän zur Speicherung von Fluoriden im Körper bei. Damit schützt es die Zähne vor Karies.

Wie hoch ist der Bedarf an Molybdän im menschlichen Körper?

Der Molybdänbedarf ist unabhängig von Geschlecht und Alter. Allerdings ist der genaue Bedarf nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass 100 Mikrogramm pro Tag ausreichend sind. In Deutschland wurde der Bedarf auf Werte zwischen 50 und 100 Milligramm heruntergesetzt. In anderen Ländern wie auch in den USA gilt noch immer ein viel höherer Bedarf. Insgesamt lässt sich der relativ geringe Bedarf leicht durch die Nahrung zuführen. Weil darin ausreichend Molybdän vorhanden ist, kommt ein nahrungsmittelbedingter Molybdänmangel fast nie vor. Lediglich bei einer Überdosierung anderer Spurenelemente wie etwa Kupfer kommt es zu einer verringerten Molybdänaufnahme durch den Körper mit der Folge eines eventuellen Molybdänmangels. Umgekehrt kann eine erhöhte Molybdänaufnahme zu einem Mangel an anderen Spurenelementen führen. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um die Spurenelemente neben Vitaminen und Mineralien in einem ausgeglichenen Verhältnis zuführen zu können.

Welche Lebensmittel enthalten viel Molybdän?

Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Molybdän:

  • Hülsenfrüchte
  • Rotkohl
  • Sojamehl
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Kartoffeln
  • Milch- und Milchprodukte
  • Eier
  • Innereien
  • Hühnerfleisch
  • Schweinefleisch
  • Naturreis
  • Spinat

Wie kann es zu einem Molybdänmangel kommen?

Ein nahrungsbedingter Molybdänmangel ist fast ausgeschlossen, weil Molybdän ausreichend in der Nahrung vorhanden ist. Allerdings kann durch andere Ursachen die Molybdänaufnahme durch den Darm vermindert sein. Außerdem gibt es Situationen, in denen der Molybdänbedarf des Körpers ansteigt und damit ein relativer Molybdänmangel entsteht. Deshalb kann es unter folgenden Bedingungen zu einem Molybdänmangel kommen:

  • bei Chemikalienbelastung
  • bei einseitiger Ernährung mit industriell verarbeiteter Nahrung, in der die Zusammensetzung der Spurenelemente nicht mehr ausgeglichen ist
  • unter oxidativen Stress
  • bei einer krankhaften Zusammensetzung der Darmflora
  • bei Darmerkrankungen wie Morbus Krohn oder anderen entzündlichen Darmstörungen
  • bei Gicht und erhöhten Harnsäurewerten
  • bei einer zu geringen Kupferkonzentration. Hier sollte jedoch die Kupferzuführung gesteigert werden.
  • bei einer Empfindlichkeit gegenüber Sulfiten

Welche Symptome treten bei einem Molybdänmangel auf?

Ein nahrungsbedingter Molybdänmangel ist zwar extrem selten. Sollte sich jedoch ein Molybdänmangel aufgrund anderer ungünstiger Umstände einstellen, treten folgende Symptome auf:

  • Funktionsstörungen von Nerven und Gehirn
  • Herzjagen
  • Kurzatmigkeit
  • Erregtheit
  • Nachtblindheit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • schwankende Stimmungen
  • verstärkte Entstehung von Karies
  • höheres Risiko für Osteoporose
  • schwererer Verlauf einiger Erkrankungen wie Hautinfektionen, Krebs oder Magen- sowie Dünndarmentzündungen

Kann Molybdän überdosiert werden?

Eine Überdosierung kann nur durch erhöhte Zufuhr über 10 bis 15 Milligramm täglich erreicht werden. Arbeiter in einer Gießerei oder in Farbfabriken können arbeitsbedingt an einer Überdosierung von Molybdän leiden. Dabei stellen sich meist gichtähnliche Symptome ein, weil die Produktion von Harnsäure angeregt wird. Außerdem wird die Aufnahme anderer wichtiger Spurenelemente wie Kupfer behindert.

Fazit

Molybdän ist ein sehr wichtiges Spurenelement und somit für den menschlichen Organismus essenziell. Allerdings ist das Element in der Nahrung weit verbreitet, sodass ein nahrungsbedingter Mangel so gut wie nie vorkommt. Aber die Molybdänaufnahme kann durch verschiedene körperliche Funktionsstörungen gehemmt sein mit der Folge eines Molybdänmangels.