Spurenelement: Kupfer

Kupfer ist ein Spurenelement des Organismus, welches wichtige Funktionen für die Zellatmung übernimmt. Als chemisches Element gehört es zu den Übergangsmetallen. Der Körper benötigt nur geringste Mengen Kupfer. Zu viel von diesem Element schädigt den Organismus und kommt einer Vergiftung gleich. Kupfer ist Bestandteil bestimmter Enzyme, die für den Energiestoffwechsel verantwortlich sind. Dabei unterstützt es die Aufnahme von Eisen im Magen-Darm-Trakt. Andererseits senkt das Spurenelement Zink die Kupferaufnahme im Darm. Der größte Teil des Kupfers befindet sich in der Leber. Überdies ist es auch in Muskeln, Knochen und Gehirn gespeichert. Bei entsprechendem Bedarf geht es aus den Speicherdepots direkt ins Blut. Überschüssiges Kupfer wird aus der Leber an die Galle abgegeben. Von dort wandert es in den Darm und wird mit den Faeces abgegeben. Ein geringer Anteil wird über die Nieren ausgeschieden.


Welche Funktionen besitzt Kupfer?

Mindestens 16 verschiedene kupferhaltige Enzyme sind bekannt. Kupfer ist an einer Vielzahl von biochemischen Prozessen im Körper beteiligt. So ist es unter anderem für folgende Funktionen verantwortlich:

  • Schutz der Zellmembranen vor schädlichen freien Radikalen
  • Energiegewinnung durch Elektronenübertragungsprozesse
  • Bildung von Hämoglobin
  • Bildung der roten Blutkörperchen
  • Aktivierung von Eisen durch Oxidation von zweiwertigem zu dreiwertigem Eisen
  • Beteiligung an der Bildung von Kollagen und Elastin im Bindegewebe
  • Beteiligung an der Bildung von Neurotransmittern im Nervensystem
  • Bildung von Melanin
  • Stärkung des Immunsystems
  • entzündungshemmende Eigenschaften

Welche Lebensmittel enthalten viel Kupfer?

Folgende Lebensmittel enthalten besonders viel Kupfer:

  • Kalbsleber
  • Rindsleber
  • Kakao
  • Sonnenblumenkerne
  • Schokolade
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse

Wie hoch ist der Bedarf an Kupfer?

Man geht davon aus, dass der tägliche Bedarf an Kupfer durch die Nahrung gut gedeckt werden kann. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei ca. 2 Milligramm. Es gibt allerdings verschiedene Einflussgrößen, die eine ausreichende Versorgung mit Kupfer verhindern können. So hemmen beispielsweise erhöhte Konzentrationen an Zink, Vitamin C, Calcium, Molybdän, Kadmium oder Sulfid die Kupferaufnahme im Darm. Auch durch Rauchen oder bestimmte Erkrankungen kann es zu einer verminderten Kupferaufnahme kommen.


Welche Faktoren beeinflussen die Kupferaufnahme des Körpers?

Die Kupferaufnahme des Körpers wird durch folgende Faktoren bedingt:

  • einseitige Ernährung
  • Malabsorption
  • mit Kuhmilch ernährte Säuglinge
  • Rauchen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • alle entzündlichen Erkrankungen
  • Störungen des Immunsystems
  • gestörter Eiweißstoffwechsel
  • Antibiotika
  • Säureblocker bei Magenübersäuerung

Welche Folgen hat ein Kupfermangel?

Bei Kupfermangel können folgende Symptome auftreten:

  • Da Kupfer die Aufnahme von Eisen fördert, kann ein Kupfermangel zu einer Eisenmangelanämie führen.
  • Des Weiteren kann es bei einem Kupfermangel zu einer Rückenmarksschädigung oder Polyneuropathie kommen.

Welche Folgen hat ein Kupferüberschuss?

Im Allgemeinen sind keine schädlichen Auswirkungen einer Kupferüberversorgung durch die Nahrung bekannt. Nur bei beruflichem Kontakt mit Kupfer können höhere Konzentrationen zu folgenden Symptomen führen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Diarrhoe

Seltene Erkrankungen im Zusammenhang mit Kupfer

Zwei erblich bedingte Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Kupfer stehen, sind das Menkes-Syndrom und die Wilsonsche Erkrankung.

Beim Menkes-Syndrom besteht eine genetisch bedingte Aufnahmestörung für Kupfer. Nach anfänglich normaler Entwicklung entwickelt der Säugling schnell Gedeihstörungen, Fütterungsstörungen, epileptische Anfälle und weitere Symptome. Die Kinder versterben meist innerhalb der ersten drei Lebensjahre.

Der Morbus Wilson stellt eine Kupferspeicherstörung dar. Hier wird Kupfer nicht über den Darm ausgeschieden, sondern im gesamten Organismus eingelagert, wo es toxische Wirkungen entfaltet. Besonders die Augen, das zentrale Nervensystem, die roten Blutkörperchen, die Nieren, der Herzmuskel und vor allem die Leber sind von der Kupferspeicherung betroffen. Zur Behandlung dieser Erkrankung werden Chelatbildner eingesetzt.

Fazit

Kupfer ist ein recht vielseitiges Spurenelement, welches Bestandteil verschiedener Enzyme ist. Es beeinflusst hauptsächlich den Energiestoffwechsel und die Eisenaufnahme im Körper. Außerdem stärkt es das Immunsystem und das Nervensystem. Die Versorgung über die Nahrung ist in der Regel gewährleistet. Zu Kupfermangel kann es bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen, Rauchen und bei Überdosierungen einiger anderer Spurenelemente und Vitamine kommen.