Mengenelement: Kalium

Kalium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen des Körpers. Es ist an einer Vielzahl physiologischer Prozesse beteiligt. Zu einer guten Gesundheit gehört unbedingt auch ein normaler Kalium-Spiegel im Blutserum. Die Über- und Unterversorgung mit diesem wichtigen Mineral kann schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus haben.

Was ist Kalium?

Kalium ist ein Mineralstoff, der im Innern aller Körperzellen vorhanden ist. Ohne diesen Elektrolyten wären sie nicht in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen. Kalium arbeitet oft mit anderen chemischen Substanzen wie Natrium zusammen.


Der Körper eines gesunden Erwachsenen enthält etwa 130 Gramm Kalium. Wer sich gesund und ausgewogen ernährt und in guter körperlicher Verfassung ist, muss nicht befürchten, Kalium-Mangel zu bekommen, da er seinen täglichen Kalium Bedarf über Nahrungsmittel deckt. Der Kalium-Haushalt wird von Mineralokortikoiden und Glukokortikoiden gesteuert. Ausgeschieden wird der nicht mehr benötigte Stoff über die Harnwege.

Da Kalium zu den Vital-Stoffen gehört, die für den Körper extrem wichtig sind, empfiehlt es sich, den Kalium-Spiegel im Blut in regelmäßigen Abständen kontrollieren zu lassen: Zu wenig Kalium ist genauso schädlich für den Organismus wie eine Überversorgung mit diesem Wirkstoff. Da der Mineralstoff an allen Körperfunktionen beteiligt ist, unterliegt er natürlich auch vielen verschiedenen Einflüssen. Schwankungen des Kalium-Spiegels können für die Betroffenen sogar lebensbedrohlich sein. So kann beispielsweise eine spät erkannte Dehydrierung sogar zum Tod führen.

Wie wirkt Kalium im Körper?

Kalium reguliert den Wasserhaushalt der Körperzellen, indem es für den osmotischen Druckausgleich sorgt. Auf diese Weise beeinflusst es den Flüssigkeitshaushalt des gesamten Körpers. Da es für die Weiterleitung von Reizen an Nerven und Muskeln zuständig ist, regelt es die Zusammenarbeit einzelner Organe und Körperteile. Außerdem wirkt es bei zu viel Stress nervenberuhigend.

Zusammen mit Natrium steuert es die Koordination und Kontraktion von Muskeln und reguliert die Tätigkeit des Herzmuskels. Um dieser wichtigen Aufgabe nachkommen zu können, muss der Natrium-Kalium-Haushalt des Körpers jedoch ausgeglichen sein. Wird dem Organismus eine große Menge Natrium zugeführt, wird auch viel Kalium ausgeschieden.


Kalium regelt die Verdauung, da es in allen Verdauungssäften enthalten ist. Es ist am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt und steuert außerdem die Bildung der Enzyme. Der wichtige Mineralstoff beeinflusst den Blutdruck, die Energiegewinnung und kontrolliert den pH-Wert des Blutes.

Wie viel Kalium ist normal?

Der Kalium-Spiegel eines gesunden Erwachsenen hat einen Wert von 3,5 bis 5,0 mmol/l. Um diesen Normal-Wert zu erzielen, müssen Sie lediglich etwa 2.000 mg Kalium pro Tag zu sich nehmen. Einen erhöhten Bedarf an diesem wertvollen Wirkstoff haben Patienten mit Bluthochdruck und Menschen, die stark gesalzenes Essen bevorzugen.

Ihren täglichen Kalium-Bedarf decken Sie beispielsweise über den Konsum von 300 g Spinat, 400 g Pilzen oder 500 g Fisch. Sehr kaliumreich sind auch Vollkorn-Erzeugnisse, Weizenkleie, Bananen, Kartoffeln, Salat, Nüsse, Avocados, Bohnen, Kohl und natürlich stark kaliumhaltige Mineralwässer.

Kalium-Mangel und was Sie dagegen tun können

Ist der Kalium-Gehalt des Blutes dauerhaft zu niedrig, liegt Kalium-Mangel (Hypokaliämie) vor. Die Unterversorgung mit dem Mineralstoff zeigt sich beispielsweise in

  • Muskelkrämpfen
  • Muskellähmung
  • Abnahme der Reflexe
  • Kreislaufstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Verstopfung

Auch wenn es bei Ihnen „nur“ zu leichteren Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und starker Müdigkeit kommen sollte, konsultieren Sie am besten umgehend Ihren behandelnden Arzt. Er überprüft mithilfe einer Blutuntersuchung Ihren Mineralien und Säure-Basen-Haushalt (pH-Wert des Blutes). In weiteren Tests werden dann Herzrhythmus und Nierenfunktion durchgecheckt.

Handelt es sich bei Ihnen nur um einen leichten Kalium-Mangel, so wird der Arzt Ihnen den gesteigerten Konsum stark kaliumhaltiger Nahrungsmittel empfehlen. In schwereren Fällen ist jedoch die zusätzliche Verabreichung von Kalium in Form von Tabletten, Kapseln oder Granulat indiziert. Falls Sie jedoch den Verdacht haben, an einem schweren Kalium-Mangel zu leiden, sollten Sie dennoch unter keinen Umständen eigenmächtig zu den Nahrungsergänzungsmitteln greifen: Sie könnten dadurch unbeabsichtigt einen Kalium-Überschuss und schlimmstenfalls sogar eine Kalium-Vergiftung in Ihrem Körper verursachen.

Eine ungefährliche Methode ist die Einnahme von Schüssler Salzen. So kann beispielsweise stressbedingter Kalium-Mangel durch das bewährte Kalium phosphoricum D6 behoben werden. Dazu nehmen Sie das homöopathische Mittel mehrere Wochen lang mehrmals täglich ein.

Übrigens: Falls Sie begeisterter Anhänger alter Hausmittel sind, gibt es eine ganz einfache Methode, den Kalium-Spiegel zu erhöhen. Sie nehmen über mehrere Wochen maximal 2 Tassen Brennnesseltee zu sich.

Verursacht werden kann Kalium-Mangel außer durch starken Stress und die damit verbundene nervliche Überanstrengung durch

  • Mangelernährung (zu wenig Kalium)
  • Entwässerungsmittel (Diuretika)
  • Anti-Baby-Pille
  • Insulin-Behandlung (bei Diabetikern)
  • zu lange Anwendung von Abführmitteln
  • zu viel Cola, Kaffee, Fruchtzucker, Salz
  • starker, länger anhaltender Durchfall
  • heftiges Erbrechen
  • starkes Schwitzen
  • zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • gesteigerten Harndrang

Außerdem können noch manche Formen der Leukämie, Morbus Cushing (Stoffwechselerkrankung mit zu hohem Kortisol-Spiegel im Blut), Alkoholmissbrauch, Darmfisteln und Leberzirrhose zum Auftreten von Kalium-Mangel führen.